Grablichter symbolhaft in Schaufenster aufgehängt

„Gegen eine tote Innenstadt“ - Plakataktion in Traunstein soll Politik wachrütteln

Stadtmarketing-Geschäftsführer Jürgen Pieperhoff (rechts) und der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Traunstein erleben, Thomas Miller, beim Aufhängen eines Plakates, mit dem auf
die Situation in den Innenstädten hingewiesen wird.
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Stadtmarketing-Geschäftsführer Jürgen Pieperhoff (rechts) und der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Traunstein erleben, Thomas Miller, beim Aufhängen eines Plakates, mit dem auf die Situation in den Innenstädten hingewiesen wird.

Viele Geschäfte in Traunstein müssen wegen der Corona-Pandemie bereits zum dritten Mal ihre Türen für Kunden schließen. Mit einer Plakataktion macht der Verein „Traunstein erleben“ nun auf das Laden-Sterben in der Innenstadt aufmerksam.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Traunstein - Genau zum Jahrestag des ersten Lockdowns 2020 müssen nun seit 18. März die Geschäfte im Landkreis Traunstein erneut schließen. Dies ist nach dem Lockdown im letzten Frühjahr und dem vom Dezember bis Anfang März (dieser dauerte über 80 Tage!) nun die dritte Geschäftsschließung. Leider ist zu befürchten, dass viele kleine Betriebe und Gastronomen dies nicht überleben werden und in den nächsten Wochen und Monaten ihren Betrieb aufgeben müssen.

War die Schließung im letzten Frühjahr noch nachvollziehbar, da man nicht wusste, wie man mit dem Corona-Virus umgehen muss, so ist es nun nach einem Jahr vollkommen unverständlich, warum die Entscheidungsträger in München und Berlin ihre Corona-Politik noch immer auf dem Rücken und auf Kosten der Einzelhändler und Gastronomen austragen.

„Während diese konkrete Hygienemaßnahmen und -konzepte in ihren Betrieben umsetzten, ist der Politik in einem Jahr nichts anderes zur Eindämmung des Corona-Virus eingefallen als mit der Holzhammermethode auf die Einzelhändler, Gastronomen und Kulturschaffenden loszugehen“, so Thomas Miller, erster Vorsitzender der Werbegemeinschaft Traunstein erleben.

Viele Händler verstehen nicht, warum man beim Discounter alles kaufen darf und dabei einer großen Menschenmenge ausgesetzt ist, während der kleine Fachhandel mit seinem Hygienekonzept schließen muss. „Hier werden Arbeitsplätze und Existenzen vernichtet, während der Online-Handel, der Großteils nicht einmal Steuern in Deutschland bezahlt und keine Ausbildungsplätze anbietet, nur so aufblüht.

Das wird langfristige Folgen, auch für die Innenstädte haben“, ergänzt Stadtmarketing-Geschäftsführer Jürgen Pieperhoff. Um auf die Folgen für die Innenstädte aufmerksam zu machen, starten die Traunsteiner Firmen gemeinsam mit der Werbegemeinschaft Traunstein erleben eine Aktion „Gegen eine tote Innenstadt“.

Mit diesem bewusst provokativ gestalteten Plakat machen die Betriebe auf die möglichen Folgen eines weiteren Lockdowns aufmerksam.

Mit einem bewusst provokativ gestalteten Plakat wollen sie auf die Situation der Betriebe und der Innenstadt hinweisen. Zusätzlich werden in vielen Schaufenstern symbolhaft Grablichter aufgestellt. Dazu Miller: „Wir alle haben vollstes Verständnis dafür, dass Hygieneregeln einzuhalten sind und dass wir auch entsprechende Konzepte in unseren Betrieben umsetzen müssen.

Das ist für unsere Betriebe gar keine Frage. Wir sind keine Verschwörungstheoretiker und keine Corona-Leugner, aber wir wollen, dass das öffentliche Leben weitergeht und auch in Zukunft unsere Innenstädte lebenswert sind. Die besten Hygienekonzepte helfen nichts, wenn wir den Tod der Innenstadt durch politisch erzwungene Geschäftsaufgaben herbeiführen.

Die Leerstände, die wir jetzt durch die Geschäftsschließungen produzieren, werden uns noch auf sehr lange Sicht Probleme in den Innenstädten bereiten – das kann wohl nicht in unser aller Sinne sein. Wir appellieren an alle politisch Verantwortlichen, lassen Sie Handel, Gastronomie und Kultur wieder mehr Luft zum Atmen, lassen Sie unsere Geschäfte unter Einhaltung der notwendigen Hygienemaßnahmen öffnen und tragen Sie mit dazu bei, dass unsere Innenstädte auch eine Zukunft haben.“

Pressemitteilung Traunstein erleben e. V.

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