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Über die Jahre hinweg viel Überzeugungsarbeit geleistet

Alles zum Millionenprojekt „Neue Hauptorgel“ für St. Oswald in Traunstein

Orgelfreunde St. Oswald-Traunstein besichtigen Orgelbaustelle
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Vor der Jahreshauptversammlung hatten die Mitglieder der „Orgelfreunde St. Oswald-Traunstein“ die Gelegenheit, die Orgelbaustelle in der Stadtpfarrkirche St. Oswald zu besichtigen. Markus Esser von der Firma Orgelbau Klais aus Bonn und Kirchenmusiker Manfred Müller zeigten sich zufrieden mit dem Fortschritt des Einbaus der neuen Hauptorgel von St. Oswald. Im Kirchenraum und auf der Orgelempore erläuterten sie die Funktionen der Bauteile: der große Blasebalg wurde ebenso gezeigt wie der neue Spieltisch und der begehbare große „Orgelschrank“, in den die Pfeifen eingefügt werden. Die Windversorgung , die die Orgelpfeifen zum Erklingen bringt, erfolgt über ein aus Holz gefertigtes mechanisches System.

Rückblicke auf das abgelaufene Vereinsjahr und das 20-jährige Bestehen sowie Informationen über den Fortgang des Einbaus der neuen Hauptorgel „Papst-Benedikt-Orgelwerk“ in der Stadtpfarrkirche St. Oswald standen auf der Tagesordnung der Orgelfreunde St. Oswald-Traunstein im Pfarrsaal von St. Oswald. „Wer hätte im Gründungsjahr 2001 gedacht, dass alle in der Satzung beispielhaft genannten Projekte in 20 Jahren nicht nur verwirklicht, sondern auch sehr solide finanziert sein werden“, stellte der Vorsitzende, Altoberbürgermeister Fritz Stahl, eingangs fest.

Traunstein – Laut Satzung sei Aufgabe und Zweck die Mithilfe bei der Erhaltung, Renovierung, der Restaurierung und dem Neueinbau von Orgeln in Traunstein sowie die Förderung und Pflege der Kirchenmusik; besonders der Orgelmusik durch die Kirchengemeinden, so Stahl. Längst verwirklicht seien durch maßgebliche ideelle und finanzielle Unterstützung des Vereins die in der Satzung namentlich genannten Projekte, also die Restaurierung der historischen „Hans-Vogel-Orgel“ in der Ettendorfer Kirche „St. Vitus und Anna“ und der historischen „Franz-Borgias-Maerz-Orgel“ in der Salinenkapelle „St. Rupert und Maximilian“; die Sanierung der Friedhofsorgel sowie der Neubau einer Chororgel in St. Oswald.

Das größte Projekt sei im Aufbau: die neue Hauptorgel für die katholischen Stadtpfarrkirche St. Oswald. „Das ist sehr erfreulich, weil das Projekt auch finanziell gut abgesichert ist. Nun hoffen wir sehr, dass das Bauwerk unfallfrei und erfolgreich beendet werden kann. Ich sage auch, Vorfreude auf den Oktober 2021, dem Vollendungs- und Einweihungstermin, ist zum nicht nur erlaubt, sondern, wie ich finde, berechtigt und sehr erwünscht“, betonte der Vorsitzende. Dies sei das größte Projekt, das der Orgelverein initiiert, an dem er sich maßgeblich beteiligt und für das er durch Überzeugungsarbeit gewirkt habe.

1,121-Millionen-Euro-Projekt

Das 1,121-Million-Projekt „Neue Hauptorgel für St. Oswald“ – vollendet als zweiter Teil das „Papst-Benedikt-Orgelwerk“ - sei eine riesige Aufgabe, deren Verwirklichung der Verein, die Bürger, die Spender und die Stadt mitgestaltet und vor allem mitfinanziert hätten. „Mich freut es sehr, feststellen zu dürfen: Die Finanzmittel von Kirchenverwaltung und Orgelverein, eine Erbschaft sowie die zugesagten Fördermittel reichen zur Freude des amtierenden Kirchenpflegers und aller seiner Vorgänger aus, um die zu erwartenden Rechnungen zu begleichen.“ Der Verein habe über die Jahre hinweg viel Überzeugungsarbeit geleistet, innerhalb der Pfarrei, bei der Stadt, den Musikfreunden und in der gesamten Öffentlichkeit.

Trotz der enormen Summe von 1,121 Million Euro des Großprojekts müsse man jedoch wissen: im Zeitraum der 20 Vereinsjahre habe das denkmalgeschützte Gotteshaus selbst, dem ja die Orgel in erste Linie dienen soll, innen und außen saniert werden müssen. Die Kosten für die notwendige Innenraumsanierung von St. Oswald mit den vorausgegangenen Außensanierungen seien wohl rund zehnmal so hoch gewesen.

Corona macht einen Strich durch die Rechnung

In seinem Rechenschaftsbericht 2020 erklärte Stahl, in der letzten Mitgliederversammlung habe er berichtet, dass die Teilefertigung für Hauptorgel in der Firma Klais in Bonn so beginnen werde, dass wir noch 2020 eine Rhein-Orgelreise unternehmen könnten, um das Entstehen des Instrumentes zu sehen. „Allein, Corona machte nicht nur uns, sondern auch Orgelbau Klais einen Strich durch die Rechnung“, so Stahl. Die Reiseplaner Wolfgang Büchinger, Kirchenmusiker Manfred Müller und Stadtpfarrer Georg Lindl hätten alle Planänderungen ohne Murren vorgenommen und letztlich den Verzicht nicht bejammert.

Unterstützung der Orgelmusik rückt in den Vordergrund

Bereits 2018 habe die Mitgliederversammlung den Beschluss gefasst, dass ab 2019 die allgemeinen Beiträge und Spendenmittel für die Pflege der Orgelmusik gewidmet werden, aber ganz selbstverständlich Spendenmittel für die Hauptorgel weiterhin willkommen seien. „Die Unterstützung der Orgelmusik rückt in den Vordergrund. Ich finde, das ist eine gravierende Veränderung der aktuellen Aufgabenstellung“, betonte der Vorsitzende. Es sei ja auch Vereinsziel zu vermitteln, dass Orgeln nicht nur als historische Instrumente gepflegt würden, sondern dass die Orgelmusik einfach zum Gottesdienst gehöre, ihn vertiefe, ausschmücke und für sich selbst auch eine besondere Form der Andacht sei, natürlich auch Kunstgenuss. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Konzertreihe, für die Kirchenmusiker Manfred Müller seit Jahrzehnten zusammen mit fleißigen Helferinnen und Helfern wirkt. Auch 2020 gab es einen Konzerttag mit gleich drei Veranstaltungen.

57 Mitglieder im Verein

Ferner stellte Stahl dar, dass der Orgelverein gut vernetzt sei und die Zusammenarbeit mit anderen gut klappe. Er nannte die Besprechungen im Arbeitskreis Orgel, die Information durch Protokollabdrucke an Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung. Alle Veröffentlichungen des Orgelvereins seien stets mit den Kirchengremien abgestimmt gewesen. Laufend habe es Informations- und Abstimmungsgespräche mit Stadtpfarrer Georg Lindl und der Kirchenverwaltung usw. gegeben. Die 57 Mitglieder seien über die Presseberichte hinaus durch einen Vereinsbrief informiert worden.

Dass die Vereinsaktionen für die neue Hauptorgel so erfolgreich verlaufen konnten, habe der Verein auch denen zu danken, die durch Sachspenden geholfen haben, wie zum Beispiel Rosmarie Kotter, den Traunstein Bäckereien Deisenseer, Kotter und Schneider mit der Aktion Orgelbrot, dem Maler und Kalendermacher Walter Niederberger sowie dem Künstler Walter Angerer. Nicht vergessen diejenigen, die durch praktische Arbeit beispielsweise beim Abbau der alten Orgel oder bei Spenderfesten geholfen haben. „Dankbar sind wir auch für die Firmeneinsätze, die nicht berechnet oder zu günstigen Konditionen geleistet wurden“, unterstrich der Vorsitzende.

„Und wenn uns jemand fragt, warum wir das alles getan haben, dann antworten wir einfach weiterhin so: für dieses wichtige und große Projekt sind vordergründig technische Gründe maßgeblich, aber drei weitere gute Gründe sind besonders hervorzuheben: St. Oswald braucht die neue Hauptorgel für die Feier der Gottesdienste und als Instrument der Verkündigung, zum Lob Gottes sowie zum Trost und zur Freude der Menschen; das überregional bedeutende Bauwerk, das zusätzlich internationale Beachtung als Primizkirche von Papst Benedikt XVI. erfahren hat, verlangt nach einem angemessenen, raumfüllenden Orgelwerk; die Musikfreunde warten darauf, dass die neu Hauptorgel im sanierten historischen Gehäuse bald wieder erklingen möge“, schloss Stahl.

370.000 Euro für Orgelwerk gesammelt

Im Kassenbericht, den Stahl für den im Urlaub weilenden Schatzmeister Martin Spörlein vortrug, standen knapp 7500 Euro Einnahmen fast 62.000 Euro Ausgaben entgegen, sodass der Verlust rund 54.000 Euro betrug. Der Orgelverein verfügt aber noch über etwa 224.000 Euro Vermögen. Davon erhält die Pfarrkirchenstiftung noch 214.000 Euro für das Orgelwerk. Somit habe der Orgelverein insgesamt 370.000 Euro für das Orgelwerk gesammelt.

410.000 Euro Eigenleistung der Pfarrei

Hermann Koch, der bei der Kirchenverwaltung für die Sanierung der Stadtpfarrkirche St. Oswald zuständig ist, berichtete, dass die Innenrenovierung im Wesentlichen abgeschlossen sei. Er war froh, dass man im Zeitplan geblieben sei und St. Oswald termingerecht am dritten Advent mit der Altarweihe wieder in Betrieb genommen werden konnte. Dem Orgelverein dankte er für dessen Verständnis, dass er wegen des Innenausbaus mit dem Orgeleinbau habe warten müssen. Man habe nämlich auf die Finanzierung durch das Ordinariat warten müssen. Das Aufbringen der Eigenleistung der Pfarrei von 410.000 Euro bereite noch einige Sorgen, weil Corona-bedingt keine Benefizveranstaltungen stattfinden konnten. Zudem seien noch Patenschaften für Deckengemälde bis Altarbilder zu erwerben.

Baufortschritt läuft nach Plan

Für diejenigen, die vor der Jahreshauptversammlung nicht an der Besichtigung der Orgelbaustelle mit Orgelbauer Markus Esser von der Orgelbaufirma Klais teilnehmen konnten, gab Kirchenmusiker Manfred Müller einen kurzen Sachstandsbericht. Demnach läuft der Baufortschritt nach Plan. Ende Juli können die Orgelpfeifen eingesetzt werden. Dann müssen 2496 Orgelpfeifen zu den Ventilen verbunden werden. Danach werde jede Orgelpfeife angespielt, herausgeholt, gestimmt und wieder eingebaut. Schließlich werde das gesamte Orgelwerk auf den Raum eingestimmt. Ende September will die Orgelbaufirma Klais fertig sein, sodass am 15. Oktober die Orgelweihe stattfinden kann. Am 16. Oktober wird ein Orgelaktionstag durchgeführt. Am 17. Oktober finden ein großer Festgottesdienst und ein Orgelkonzert statt.

Dritter Bürgermeister Sepp Kaiser überbrachte die Glückwünsche der Stadt zum 20. Vereinsjubiläum. Die Zahlen für die Orgel unterstrichen die enorme Leistung für das Gemeinschaftsprojekt für alle Traunsteiner. Es sei schon beeindruckend, diese Leistung und Summe zu erbringen. Kaiser lobte dabei das Engagement von Altoberbürgermeister Stahl und Altoberbürgermeister Rudolf Wamsler als sein Vorgänger im Amt des Vorsitzenden. „I gfrei mi narrisch, wenn die Orgel erklingt“, meinte Kaiser.

Bjr

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