Amtswechsel ohne „Großen Zapfenstreich“

Alois Wimmer und Tobias Heigermoser zu „Notkommandanten“ in Traunstein bestellt

Symbolische Übergabe des Einsatzleiterhelms - Links Tobias Heigermoser - Mitte Albert Rieder - Rechts Alois Wimmer
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Symbolische Übergabe des Einsatzleiterhelms - Links Tobias Heigermoser - Mitte Albert Rieder - Rechts Alois Wimmer

Es dürfte wohl ein einmaliges Ereignis in der Geschichte der Feuerwehr Kammer sein. Mit dem 30. April endete die Amtszeit des bisherigen Kommandanten Albert Rieder. Seine Nachfolge tritt nun Alois Wimmer als bisheriger Stellvertreter per Bestellung durch den Stadtrat ohne eine Wahl durch die Aktiven an.

Traunstein - Tobias Heigermoser wurde auf gleichem Wege zum Stellvertreter bestimmt. Da eine Wahl durch die aktiven Einsatzkräfte auf Grund der Kontaktbeschränkungen nicht möglich war, griffen die Verantwortlichen von Stadt und Feuerwehr zu dieser Möglichkeit. Eine offizielle Kommandantenwahl soll dennoch so schnell wie möglich erfolgen.

Albert Rieder wurde vor wenigen Monaten zum Kreisbrandmeister der Feuerwehren im Inspektionsbereich „Traunstein Land 5/1“ und somit den Feuerwehren der Gemeinden Surberg, Traunstein, Nußdorf und Chieming bestellt. Damit darf er nicht länger Kommandant der Feuerwehr Kammer bleiben und trat mit folglich von seinem Amt zurück. Damit endete seine mehr als 21-jährige Amtszeit als 1. bzw. 2. Kommandant der Feuerwehr Kammer ohne „Großen Zapfenstreich“.

In zahlreichen Gesprächen mit den Verantwortlichen der Stadt Traunstein, dem Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer sowie Kreisbrandrat Christof Grundner habe man sich darauf verständigt, eine Wahl entsprechend den Anforderungen aus dem Bayerischen Feuerwehrgesetz so schnell wie möglich durchzuführen und in der Zwischenzeit auf die Möglichkeit der Bestellung von zwei Notkommandanten durch die Stadt Traunstein zurückzugreifen.

Albert Rieder leitet seine letzte Einsatzleiterbesprechung im Feuerwehrhaus Kammer.

Mit Alois Wimmer als 1. Kommandanten griff der Stadtrat auf einen sehr erfahrenen Feuerwehrmann zurück. Der bisherige Stellvertreter bringt bereits alle Anforderungen, wie einen abgeschlossenen Gruppenführerlehrgang und den Lehrgang zum Leiter einer Feuerwehr mit. „Ich freue mich auf diese Aufgabe und werde mich nach Besten Wissen und Gewissen für die Belange der Kammerer Wehr einsetzten“, so Alois Wimmer in einem ersten Statement nach dem einstimmigen Stadtratsbeschluss.

Zu Wimmers Stellvertreter bestellte das Ratsgremium Tobias Heigermoser ebenfalls ohne Gegenstimme. Dieser ist bereits seit einigen Jahren als Gruppenführer einer Übungsgruppe in der Feuerwehr bestellt. Zudem ist er für die Kammerer Mitglieder im Messzug Süd verantwortlich und stellt somit für die Traunsteiner Kollegen den ersten Ansprechpartner in der Landkreiseinheit dar. Die Voraussetzungen für das Kommandantenamt erfüllt er ebenfalls. Den erforderlichen Lehrgang zum Leiter einer Feuerwehr konnte Tobias Heigermoser in der vergangenen Woche als Online-Lehrgang an der staatlichen Feuerwehrschule erfolgreich abschließen.

Als letzte Amtshandlung leitete Albert Rieder am Freitagabend die Einsatzleiterbesprechung der Feuerwehr in der Fahrzeughalle des Gerätehauses in Kammer. Dies nahm er zum Anlass um symbolisch „den Kommandantenhelm“ an Alois Wimmer weiter zu reichen. „Ich wünsche den Beiden alles erdenklich Gute und stets ein glückliches Händchen bei ihren Entscheidungen“, so der scheidende Kammerer Feuerwehrchef.

Nachdem das Dienstende Albert Rieders schon einige Zeit bekannt war, konnte die Übergabe der laufenden Themen bereits vollständig abgeschlossen werden und die beiden Neuen müssen sich nicht mehr lange in die Amtsgeschäfte einarbeiten. „Uns ist es jetzt erstmal ganz wichtig, dass wir unsere Feuerwehr weiterhin gut durch die Pandemie bringen und dafür Sorge tragen, dass die Bürgerinnen und Bürger wie gewohnt im Unglücksfalle auf die Hilfe der Feuerwehr vertrauen können“, so der gemeinsame Tenor.

Alle Beteiligten arbeiten daran, dass eine offizielle Wahl so schnell wie möglich erfolgen kann. Sobald es die Inzidenzwerte erlauben, werden dann die Aktiven Frauen und Männer der Feuerwehr Kammer an die Wahlurnen schreiten, um den Kommandanten und dessen Stellvertreter für die kommenden sechs Jahre zu wählen. Bis dahin ist man jetzt froh, dass es zu einem lückenlosen Übergang gekommen ist und dieses wichtige Ehrenamt weiterhin besetzt ist.

Hob

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