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Angespannte Stimmung auf der Bürgerversammlung

Es wurde laut: Hitzige Wortgefechte zwischen OB Kegel und Bürgern

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Traunstein - Während es auf den Bürgerversammlungen der vergangenen Jahre kaum Reibereien oder angespannte Diskussionen gab, war dies am Donnerstag im Schnitzlbaumer-Brauereiausschank anders.

Es waren eigentlich vergleichsweise "kleinere" Themen, die zur Sprache kamen - Radwege, Parkplatzsituation, Tempo 30 - und trotzdem ließ sich Christian Kegel zu hitzigen Wortgefechten mit einigen Bürgern hinreißen. 

Der Oberbürgermeister wurde einige Male ungewohnt laut: als er die Asphaltierung des Radlweges nach Siegsdorf verteidigte, sich für die Verzögerungen bei der Klosterkirche rechtfertigen musste, als das Thema Tiefgarage am Karl-Theodor-Platz wieder aufgewärmt wurde und schließlich zum Tempo 30 vor den Schulen an der Wasserburger Straße. Als ein Bürger schließlich einen herzlichen Dank an die Stadtgärtner, das Schwimmbad-Personal oder die Organisation des Frühlingsfestes aussprach, musste das wie Balsam auf Christian Kegels Seele wirken. 

Wir geben die Fragen der Bürger und die Antworten des Oberbürgermeisters aufs Wesentliche gekürzt wider.

Klosterkirche

Warum stiegen die Kosten für die Klosterkirche jetzt plötzlich um eine Million Euro, ohne das in den Haushalt zu stellen? Das muss man doch davor auch schon gewusst haben

Kegel: Zahlen, die nur auf Vermutungen basieren, können wir nicht in den Haushalt einstellen. Die jüngste Kostenmehrung war wegen unvorhersehbarer Dinge, man muss nur bedenken, dass wir hier 45 verschiedene Gewerke zu betreuen haben. Das Projekt Klosterkirche ist so komplex, das hab' auch ich mir nicht gedacht. Wir werden froh sein, wenn das fertig ist. 

Woran liegen die Verzögerungen bei der Klosterkirche?

Kegel: Ja, das sind Dinge, die uns alle belasten, die wir aber irgendwann auch mal vergessen werden. Wir haben momentan zehn Monate Verzögerung. Zum Vergleich: Bei der AKG-Turnhalle ist es ein Jahr Verzögerung. Das Projekt der Klosterkirchen-Sanierung habe nicht ich beschlossen und auch nicht der jetzige Stadtrat. Acht Monate der Verzögerung kommen allein wegen den Archäologen, die mit Zahnbürstln im Dreck herumgetan haben - das war der Hauptgrund. Also, warum kritisieren Sie nicht auch gleichzeitig die AKG-Turnhalle?

Parken in Traunstein

Warum befürwortet der Stadtrat das Parkhaus am Klosterberg, wenn es doch in krassem Widerspruch zur historischen Kernstadt steht?

Kegel: Wir sind hier erst ganz am Anfang und einige Gutachten müssen noch nachgewiesen werden. Außerdem wird ja eine Öffentlichkeitsbeteiligung eingeleitet, damit jeder der Anwohner seine Meinung sagen kann. Entschieden ist jedenfalls noch nichts. Wir müssen uns in Traunstein aber mit dem Thema Parkdruck auseinandersetzen.

Auch wenn der Karl-Theodor-Platz meistens vollgeparkt ist, ist das zweite Untergeschoß der Rathaus-Tiefgarage oft leer. Warum will man also am Karl-Theodor-Platz noch eine Tiefgarage bauen? Man baut doch da ins Grundwasser hinein.

Kegel: Es gibt keine fertige Planung für eine solche Tiefgarage. Viele Leute wissen immer warum was nicht geht und fordern trotzdem Lösungen. Lassen Sie diese Pauschalschelte und sagen Sie nicht wieder, die Stadt hat Blödsinn gemacht. 

An der Nußbaumerstraße haben wir Probleme mit parkenden Autos, die bis in die Kreuzung zur Wolkersdorfer Straße hineinstehen. 

Kegel: Es ist ein Grundproblem, dass Schulen ohne einen Stellplatznachweis gebaut werden dürfen - hier die Landwirtschaftsschule. Die 18-Jährigen können schließlich auch schon mit dem Auto kommen. Die Schulen muss ihre Schüler drauf hinweisen, dass das Krankenhaus-Parkhaus genutzt werden soll. Auch an der Berufsschule II gibt es das gleiche Problem.

Radweg nach Siegsdorf

Es wäre eine Schande den Radweg nach Siegsdorf zu asphaltieren. Wenn hier Geld investiert wird, dann doch bitte bei Strecken, wo man mit dem Radl noch nicht fahren kann. Es leuchtet mir nicht ein, dass der ganze Weg zugepflastert wird.

Kegel: Wir wollen, dass mehr Leute mit dem Rad von Traunstein nach Siegsdorf fahren und versuchen überall, die Situation für Radler zu verbessern: zum Beispiel auch am Salinenberg oder in der Vonfichtstraße. Wir haben 11.000 Einpendler, und die sollen natürlich auch gut mit dem Rad nach Traunstein kommen können. Auf Siegsdorfer Seite gibt es ja schon eine Spritzbetondecke auf dem Weg und ich will nicht, dass die Siegsdorfer durch den Dreck nach Traunstein fahren müssen. Man kann mir also nicht vorwerfen, dass ich zu wenig für die Radfahrer mache. 

Tempo 30 vor Schulen

Es wurde auf Bundesebene entschieden, dass vor Schulen Tempo 30 gelten muss - das gilt überall, nur nicht in Traunstein. Was war das für eine nebulöse Entscheidung, dass an der Wasserburger Straße Tempo 30 wieder aufgehoben wurde?

Kegel: Das war keine nebulöse Entscheidung, unsere Sitzungen sind öffentlich. Wir haben schon vor so vielen Altenheimen, Kindergärten und Schulen Tempo 30 verfügt. Im Fall der Wasserburger Straße hat es das Staatliche Bauamt entschieden und nicht wir. Aber beteiligen Sie sich doch auch selbst an der Kommunalpolitik, im nächsten Jahr sind Wahlen.

xe

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