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Obstanger – ein Paradies für die Artenvielfalt

Auch die vorgeschriebenen Gewässerrandstreifen sollen in Traunstein aufblühen

Eine Fotomontage zeigt im Vergleich einen artenreich begrünten Randstreifen und einen normalen Gewässerrandstreifen.
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Eine Fotomontage zeigt im Vergleich einen artenreich begrünten Randstreifen und einen normalen Gewässerrandstreifen.

Blühende Streuobstwiesen – bei uns als „Obstanger“ bezeichnet - sind für Honigbienen eine ideale Quelle für Nektar, Pollen und Honigtau. Auch für ihre wilde Verwandtschaft, die immer seltener werdenden Wildbienen, sind Streuobstwiesen eine wichtige Nahrungsgrundlage. Mit vielen Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten bieten siezudem wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl von Insekten.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Traunstein - Der Streuobstanbau ist in Bayern eine über Jahrhunderte entstandene Form des Obstanbaus und hat eine enorme Bedeutung für die Kulturlandschaft und für die Artenvielfalt. Obstanger sind bei den meisten Bauernhöfen um die Hofstätte gar nicht wegzudenken und viele Bauernfamilien fühlen sich stark mit den von ihren Vorfahren übernommenen Obstbäumen verbunden. „Dieses wertvolle Kulturgut mit mehr als 2000 Obstsorten wollen wir erhalten. Deshalb unterstützt der Freistaat Bayern in den nächsten 15 Jahren mit über 600 Millionen Euro die Anlage und Pflege von Streuobstwiesen. Ziel ist es, bis 2035 eine Million neuer Streuobstbäume zu pflanzen.“, so der Behördenleiter Alfons Leitenbacher des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein. Allein in den letzten drei Jahren organisierte der Landschaftspflegeverband Traunstein 755 Pflanzungen. Die Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel hat sich schon vor Jahren zum Ziel gesetzt, in den zehn Mitgliedgemeinden 1.500 Obstbäume zu pflanzen. Etwa zwei Drittel davon sind schon geschafft.

Bienen erzeugen nicht nur köstlichen Honig, die Bestäubung hat eine enorme Bedeutung für das ganze Ökosystem und damit aber auch für die Landwirtschaft und die gesamte Gesellschaft. „Die Bestäubungsleistung ist von essenzieller Bedeutung für die Erzeugung von Nahrungsmitteln, denn der Großteil unserer Wild- und Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung von Insekten angewiesen, um Samen und Früchte zu bilden“, so Leitenbacher. Die Bestäubungsleistung der Bienen in Deutschland hat in Geld umgerechnet einen Wert von jährlich etwa 1,6 Milliarden Euro. Bayernweit kümmern sich 42.000 Imkerinnen und Imkern um die Pflege der Bienenstöcke. „Auch bei uns ist das Imkern im Trend. In unserem Dienstgebiet gibt es 1.800 Imker, die 11.000 Bienenvölker betreuten. In den letzten Jahren ist die Zahl der Imker gestiegen - eine mehr als erfreuliche Entwicklung. Das zeigt, dass immer mehr Menschen erkennen, wie wichtig die Bienen für uns Menschen sind“ so Behördenleiter Alfons Leitenbacher.

Die Landwirtschaftsverwaltung unterstützt die Imkerinnen und Imker mit Beratungund Förderung. Im Bereich Forschung und Lehre investiert der Freistaat gerade rund 20 Millionen Euro in das Institut für Bienenkunde und Imkerei an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim und setzt damit ein kraftvolles Zeichen für eine praxisorientierte Bienenforschung in Bayern. Im Gegensatz zu den Honigbienen sind bei den Wildbienen die Bestände leider rückläufig. Allein in Deutschland gilt jede dritte der 560 Wildbienenarten als gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Ihr Schutz ist daher besonders wichtig. „Wir möchten aktiv dazu beitragen, diesen Trend umzukehren. Dazu müssen wir die Produktion von Nahrungsmitteln und die Artenvielfalt noch besser in Einklang bringen. So propagieren wir seit Jahren das System der „differenzierten Grünlandnutzung“, dass eine gezielt extensive Wiesenbewirtschaftung von fünf bis zehn Prozent vorsieht. Auch der von uns empfohlene Anbau von Zwischenfrüchten auf Ackerflächen trägt dazu bei, die Lebens- und Naturräume für Bienen und andere Bestäuber zu verbessern“, so Leitenbacher.

Als neue Initiative wird vom AELF Traunstein gerade gemeinsam mit den Maschinenringen Laufen und Traunstein die Aktion „Gestalte Deinen Gewässerrandstreifen mit Artenvielfalt“ angestoßen. Landwirtschaftliche Betriebe können dabei einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität leisten, indem sie die gesetzlich vorgeschriebenen Randstreifen entlang von Gewässern gezielt artenreich begrünen. Dafür hat das AELF mit Experten eine Saatgutvariante erarbeitet, die von den beiden Maschinenringen auf Wunsch der Landwirte professionell ausgebracht werden. Solche artenreiche Grünlandstreifen können dadurch mit wenig eigenem Aufwand geschaffen werden und ergänzen die seit Jahren von unseren Landwirten angelegten Blühstreifen. Seit einem Jahr werden am AELF Traunstein außerdem zwei Wildlebensraumberater eingesetzt, um naturnahe Strukturen als Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt in der Kulturlandschaft und in den Übergängen zum Siedlungsbereich zu erhalten und aufzuwerten.

Die Wildlebensraumberater informieren alle interessierten Akteure wie Landwirte, Imker, Jäger, Verbände, Kommunen und Bürger über geeignete Maßnahmen. Noch heuer werden dabei Modellgebiete als Anschauungsobjekte entwickelt. „Durch gemeinsames, abgestimmtes Handeln können wir noch mehr wertvolle Lebensräume erhalten und entwickeln. Nur dort, wo ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt werden, können wir langfristig unsere Kulturlandschaft erhalten“, so Amtsleiter Leitenbacher. Er appellierte in diesem Zusammenhang aber auch an alle Gartenbesitzer, dort mehr Natur und „natürliche Unordnung“ zuzulassen. „Jedes Mosaiksteinchen hilft, unsere Heimat mitsamt ihrer vielfältigen Natur zu erhalten!“

Pressemitteilung AELF Traunstein

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