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Entdeckungstour ins Musikland Israel

Auftakt zu den Traunsteiner Sommerkonzerten mit Silke Aichhorn und dem Ensemble 4.1

Ensemble 4-1
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Ensemble 4.1

Traunstein - Nur noch wenige Tage, bis sich die Türen des Kulturforums Klosterkirche in Traunstein öffnen: Wie in jedem Jahr um diese Zeit finden dort auch diesmal, vom 1. bis 7. September, die Traunsteiner Sommerkonzerte statt: Sieben Tage lang erstklassige Kammermusik mit international erfolgreichen Ensembles.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Sieben Tage – sieben Konzerte. Einige der aufregendsten Künstlerinnen und Künstler, die die Klassikszene derzeit zu bieten hat, treten im Traunsteiner Kulturforum Klosterkirche vom 1. bis 7. September mit kammermusikalischen Werken verschiedenster Stile und Epochen auf. Ein bestimmtes Land steht dabei auch in diesem Jahr im Mittelpunkt des musikalischen Interesses: Israel. Wenn da beim Klang des Namens selbst beim Klassik-versierten Leser nicht gleich eine Reihe von Komponistennamen und Klängen vor dem inneren Auge bzw. Ohr vorbeizieht, ist das verzeihlich, sogar naheliegend, spielen doch die Werke israelischer Komponistinnen und Komponisten in den deutschen Konzertsälen kaum eine Rolle. Und dies, obwohl einige von ihnen hierzulande eine äußerst erfolgversprechende Karriere begonnen hatten, die nach einem jähen Ende, bedingt durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten, in Palästina und Israel fortgeführt wurde – werden musste. Angesichts dieser historischen Entwicklung einerseits wie auch des hohen Niveaus der israelischen Kunstmusik andererseits ist Erstaunen über den Umstand der geringen Beachtung ebenso angebracht wie die Zuversicht, dass sich dieser Zustand ändert. Wieder einmal beweisen die Traunsteiner Sommerkonzerte Pioniergeist, indem sie selten wenig gespielten Werke ins Rampenlicht rücken und so dazu beitragen, das öffentliche Konzertleben neuer, fortschrittlicher und bunter zu machen.  

Corona-bedingt werden, wie bereits im letzten Jahr, statt einem längerem zwei leicht verkürzte Konzerte ohne Pause stattfinden, jeweils um 17 und um 20 Uhr.  

In Konzert I am Mittwoch, 1. September, werden Werke von drei israelischen Komponisten zu hören sein. In „Maqamat“ für Harfe solo lehnt sich Ami Maayani (1936-2019) an die arabische Kunstmusik an: Maqamat bezeichnet dabei grundlegende Modi, kompositorische Modelle, die man in der westlichen Musik am ehesten mit den Kirchentonarten vergleichen könnte. Maayani war nicht nur Architekt zentraler Bauten in Tel Aviv, sondern gilt auch als Architekt des israelischen Musiklebens: Er gründete und dirigierte zahlreiche Orchester, leitete die Academy of Music in Tel Aviv und lehrte als Hochschulprofessor an verschiedenen Musikfakultäten des Landes und in den USA. Für „Maqamat“ hätte der vielseitige Komponist wohl keine bessere Interpretin finden können als die Harfenistin Silke Aichhorn, die international für ihre Spielfreude und künstlerische Neugierde geliebt und geschätzt wird. Sie interpretiert an diesem Abend außerdem „Chat without words“ aus dem Werk „Time’s Track“ von Al Ravin aus dem Jahr 2014.

Mit dem vielsätzigen „Jerusalem Mix“ für Bläser und Klavier steht ein weiteres Werk auf dem Programm, das die dynamische Musikentwicklung im modernen Israel repräsentiert. Aufgewachsen in Israel und heute in den Vereinigten Staaten lebend, verarbeitet der preisgekrönte Avner Dorman (geb. 1975) in seiner Musik eine Vielzahl kultureller und historischer Einflüsse, die er selbst als Entdeckung neuer Territorien verstanden wissen will. Der Titel „Jerusalem Mix“ bezeichnet eine kulinarische Spezialität aus Jerusalem, ein stark gewürztes Gericht mit vielen unterschiedlichen Fleischsorten – jede Zutat für sich behält ihren Eigengeschmack, und doch ergibt sich in der Mischung ein homogenes Ganzes. Rückschlüsse auf das Werk und auf die Philosophie des Urhebers bleiben der Fantasie des Lesers überlassen...

Silke Aichhorn

Dormans Orchesterwerke wurden bereits von Zubin Mehta, Christoph Eschenbach und anderen Dirigenten zur Aufführung gebracht, zahlreiche Solisten wie Hilary Hahn führen seine Werke in ihrem Repertoire.

Neben Silke Aichhorn sind die Musiker des Ensemble 4.1 die Interpreten des Abends. Das „piano windtet“ in der seltenen Besetzung Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Klavier widmet sich vor allem der Entdeckung selten gespielter Kompositionen an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, aber auch zeitgenössischen Werken. Für ihre Interpretation des „Jerusalem Mix” fuhr das Ensemble landauf landab begeisterte Kritiken ein. Die in einer Rezension einmal als „Easy Rider der Wiener Klassik“ bezeichneten Musiker interpretieren außerdem noch ein Hauptwerk für diese Besetzung: Beethovens Quintett Es-Dur op. 16, 1797 mit ihm selbst am Klavier in Wien uraufgeführt, das weniger durch seine Riminiszenzen an Mozart besticht als vielmehr durch die Innovationen in der Form und die unvergleichliche, kraftvolle, stellenweise fast sinfonische Beethovensche Tonsprache.

Es sind noch Karten erhältlich: Touristinfo Traunstein, Tel: 0861 – 65 500, E-Mail: touristinfo@stadt-traunstein.d­e.

Pressemeldung Traunsteiner Sommerkonzerte

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