Wieso ist das Moor so wichtig?

Ausstellung "Faszination Moor" erfolgreich beendet

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Traunstein - Drei Wochen lang war in der "Alten Wache" im Rathaus die Ausstellung „Faszination Moor“ des Bayerischen Landesamtes für Umwelt zu sehen.

Die Ausstellung wurde in Kooperation mit der Stadt Traunstein präsentiert und bot vielfältige Einblicke in den Lebensraum Moor, ergänzt mit Informationen zur geplanten Renaturierung des Traunsteiner Moorgebiets Pechschnait. Wieso ist die Wiedervernässung von Mooren so wichtig? Welche Tiere und Pflanzen sind auf Moore angewiesen? Diese und viele weitere Fragen beantwortete die Ausstellung sehr anschaulich anhand großer Schauwände und der Präsentation von Videos. Begleitend dazu fanden für interessierte Bürger und Schüler auch Führungen statt. 

Führung durch das Preisinger Moos

Ein Highlight war am 14. Juni eine Führung durch die Pechschnait, auch bekannt als Preisinger Moos, gemeinsam mit Frank Weiß, dem 1. Vorsitzenden der Kreisgruppe Traunstein des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern. Über vierzig Teilnehmer aller Altersgruppen zeigten sich interessiert an dem landschaftlich wunderschönen Moorgebiet, das im Rahmen des Klimaprogramms "KLIP 2050" der Bayerischen Staatsregierung renaturiert werden soll. Am 23. Juni 2016 hatte der Traunsteiner Stadtrat einer Renaturierung der rund 100 Hektar großen "Pechschnait" als Klimaschutzmaßnahme zugestimmt. Dies geschieht nun in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Traunstein und der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern.

Lebensraum Moor

Bei der Renaturierung eines Moores werden die ursprünglich für den Torfabbau angelegten Entwässerungsgräben wieder verschlossen, so dass aus einem entwässerten Regenmoor wieder ein intaktes Moor mit hohem Moorwasserspiegel entsteht. Damit gelingt nicht nur eine Revitalisierung von Lebensräumen seltener und bedrohter Tier- und Pflanzenarten, sondern auch die Wiedereinlagerung von klimaschädlichem Kohlendioxid. Bedingt durch einen stark verzögerten Abfluss des Niederschlagswassers aus dem Moor wird außerdem Hochwässern in Flüssen und Bächen vorgebeugt. 

Der dafür notwendige Grundstückerwerb wird zu 90 Prozent über den Fördertopf des "KLIP 2050" finanziert, die restlichen 10 Prozent übernimmt die Stadt Traunstein. Die Renaturierung selbst wird zu 100 Prozent aus staatlichen Fördermitteln finanziert. Die Stadt Traunstein hat bereits zwei Förderanträge für mehrere Grundstücke eingereicht, die inzwischen auch schon bewilligt wurden. 

Sobald eine genügend große Zahl an möglichst zusammenhängenden Flurstücken zur Verfügung steht, wird mit der tatsächlichen Renaturierungsmaßnahme begonnen. Dazu Oberbürgermeister Christian Kegel: „Ich bin ein großer Anhänger dieses Natur- und Klimaschutzschutzprogrammes. Es würde mich daher außerordentlich freuen, wenn möglichst viele Grundstücksbesitzer mit der Stadt in Verhandlungen treten würden, um auf diese Weise zeitnah eine sinnvolle Umsetzung der Renaturierung zu ermöglichen. Großer Dank gilt allen, die bereits jetzt ihre Flächen veräußert oder verpachtet haben bzw. zu einer dingliche Sicherung bereit waren. Damit wurde ein erfolgreiches Fundament gelegt, das hoffentlich große Nachahmung findet."

Medieninformation Stadt Traunstein

Rubriklistenbild: © Eva Schneider/Stadt Traunstein

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