Klinikum Traunstein 

Auszeichnung „Qualifizierte Schmerztherapie“

Marc-Oliver Stückrath, ärztlicher Leiter der Schmerztagesklinik, Richard Strauss, stellvertretender ärztlicher Leiter sowie die Pain Nuse Irmengard Walter testen an Hand einer Scherzscala den Schmerzzustand des Patienten.
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Von rechts: Marc-Oliver Stückrath, ärztlicher Leiter der Schmerztagesklinik, Richard Strauss, stellvertretender ärztlicher Leiter sowie die Pain Nuse Irmengard Walter testen an Hand einer Scherzscala den Schmerzzustand des Patienten.

Traunstein - Die schmerztherapeutische Versorgung in deutschen Krankenhäusern wird von Patienten insgesamt schlechter bewertet als andere pflegerische und ärztliche Tätigkeiten.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Die schmerztherapeutische Versorgung in deutschen Krankenhäusern wird von Patienten insgesamt schlechter bewertet als andere pflegerische und ärztliche Tätigkeiten. Dabei geben in einer Untersuchung 80 Prozent der Patienten an, nach einer Operation unter Schmerzen zu leiden. Schmerzen sind nicht nur ein unangenehmes individuelles Erleben – ein unzureichend eingestellter Schmerz kann nicht selten Komplikationen verursachen und infolgedessen unmittelbar das Behandlungsergebnis beeinflussen. Nicht zuletzt birgt ein starker Schmerz nach einer Operation das Risiko chronisch zu werden.  

„Schmerzen sind somit nicht nur unangenehm, sondern auch potentiell gefährlich!“ sagt Marc-Oliver Stückrath, ärztlicher Leiter der Schmerztagesklinik und des Akutschmerzdienstes am Klinikum Traunstein. „Daher haben wir in den letzten Jahren eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe eingerichtet, mit dem Ziel die Struktur und die Prozesse unserer schmerztherapeutischen Versorgung zu optimieren.“

Die Arbeitsgruppe besteht aus Vertretern der Ärzte, der Pflege, der Apotheke und des Qualitätsmanagements. Das ist uns wichtig, da wir nur gemeinsam Schmerzen bei unseren Patienten effektiv therapieren können. Gemeinsam bedeutet in dem Fall auch, den Patienten von Beginn seines Aufenthalts an, intensiver an der Schmerztherapie zu beteiligen.

Hierzu gehört zum Beispiel, dass der Patient mit der Aufnahme in die Klinik besser über die Möglichkeiten der schmerztherapeutischen Versorgung während seines Aufenthalts informiert wird und aktiv in die Therapie miteinbezogen wird. Ein weiteres wichtiges Element ist die Regelung der Zuständigkeit für die schmerztherapeutische Versorgung – so gibt es jetzt immer einen verantwortlichen Arzt für die Schmerztherapie, abhängig vom Aufenthaltsort des Patienten im Klinikum. „Niemand sollte mehr an unnötig starken Schmerzen akut oder auch nach einer Operation leiden!“ ergänzt Richard Strauss, stellvertretender ärztlicher Leiter der Schmerztherapie am Klinikum Traunstein.

Die allgemeine und akute schmerztherapeutische Ersteinschätzung und Versorgung in unserer Notaufnahme und auf unseren Stationen, wird durch erfahrene Mitarbeiter in der Pflege durchgeführt. Die Pflegekräfte arbeiten nach den nationalen Expertenstandards (NES), um auch in akuten Schmerzsituationen schnellstmöglich und routiniert im Sinne des Patienten handeln können

Spezielle schmerztherapeutische Verfahren, wie regionalanästhesiologische- und Patienten-kontrollierte Schmerztherapien, werden schon seit Jahren durch unsere zusätzlich ausgebildeten Schmerzschwestern (Pain Nurses) an sieben Tagen in der Woche betreut. „Eine effektive, individuelle Schmerztherapie steigert das Wohlbefinden der Patienten und trägt zu einer raschen Heilung bei“, wissen Irmengard Walter, Barbara Bauer und Bernadette Spallek – Pain Nurses im Klinikum Traunstein.

In den letzten Jahren stieg in der Öffentlichkeit das Interesse an einer qualifizierten Schmerztherapie in Krankenhäusern. Im September letzten Jahres wurde vom gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, dass Krankenhäuser und Praxen sich bei der Schmerztherapie nach Operationen stärker engagieren müssen. Daher haben wir uns den Anforderungen des G-BA gerne gestellt und unsere schmerztherapeutische Versorgung durch die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. prüfen lassen.

Im jetzt durchgeführten Zertifizierungsverfahren für die operativen Abteilungen & den Bereich für Kinder- und Jugendmedizin, ist die Durchführung einer spezifischen Patientenbefragung in Bezug auf das Schmerzmanagement eine wesentliche Anforderung. Die Ergebnisse dieser Befragung beeinflussen maßgeblich die Vergabe des Zertifikats und werden im Auditierungsprozess bewusst nachverfolgt. Die Ende Januar erfolgreich abgeschlossene Zertifizierung belegt die Zufriedenheit der Patienten mit der schmerztherapeutischen Versorgung im Klinikum Traunstein.

Pressemitteilung Kliniken Südöstbayern AG

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