Turnverein beteiligt sich an Turnhallenneubau

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Der Turnverein Traunstein wird seine zwei eigenen Sporthallen aufgeben.

Traunstein - Bereits im Jahr 2008 war es im Gespräch, nun steht es fest: Der TV Traunstein beteiligt sich am Turnhallenneubau des Anette-Kolb-Gymnasiums. Was ihn dazu bewog:

Der TV Traunstein ist der einzige Verein weit und breit mit zwei eigenen Sporthallen. Er gibt seine beiden sanierungsbedürftigen Hallen nun auf, um mit einer Beteiligung am Turnhallenneubau des Annette-Kolb-Gymnasiums durch den Landkreis den sicheren Sportbetrieb in einer zeitgemäßen, attraktiven 3-fach-Turnhalle gewährleisten zu können. Damit wird die Zukunft des Vereins auf ein solides Fundament gestellt.

Das Ergebnis der Standfähigkeitsprüfung wenige Tage nach dem Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall 2006 war mehr als alarmierend. Die statische Berechnung ergab 85 kg/m² für die Franz-Eyrich-Halle, Baujahr 1922, und 157 kg/m² für die Kurt-Binder-Halle, Baujahr 1969, gefordert sind aber 240 kg/m² für den Standort Traunstein. In einem Vertrag mit der Stadt wurde vereinbart, die anstehende Schneelast laufend zu messen und bei Überschreiten die Halle sofort zu sperren oder den Schnee abzuräumen.

Hallen sind beide nicht mehr benutzbar

Den Hochbau könnten wir als Eigentümer zwar mit viel Geld ertüchtigen, nicht jedoch die Fundamente, die vom alten Wilhelmi-Sudhaus übernommen wurden. Der Parkettboden in der Franz-Eyrich-Halle ist auf gestampftem Lehm gelagert und weist eine irreparable Höhendifferenz von 15 cm auf. Wettkämpfe sind hier z. B. in der Disziplin Basketball wegen der Säulen ohnehin schon seit langem nicht mehr zulässig, andere werden nur fallweise genehmigt, Ringen benötigt eine Ausnahmegenehmigung. Das Dachblech ist bereits zu dünn, um es erneut zwecks Korrosionsschutz behandeln zu können. Aufgrund geänderter Vorschriften (Abstand von der Grundlinie zur Wand) ist ein Punktspielbetrieb künftig auch in der Kurt-Binder-Halle nicht mehr möglich. Diese Gegebenheiten, die mehr als schlechten Isolierwerte und die weggefallenen Anmietungen (22 statt vorher 76 Wochenstunden) durch Schulen, die inzwischen eigene Turnhallen errichtet haben, zwingen uns zur Aufgabe der Hallen – sehr zum Leidwesen besonders der älteren Traunsteiner, die die Franz-Eyrich-Halle vor allem auch als Veranstaltungssaal in bester Erinnerung haben.

Pläne für eine Beteiligung an einem Turnhallenbau wurden bereits seit 2008 geschmiedet. Letztlich ließ sich eine Beteiligung am ohnehin geplanten Bau einer Turnhalle am Annette-Kolb-Gymnasium durch einen Vertrag zwischen Landkreis und Stadt Traunstein realisieren.

Stadt Traunstein subventioniert die Unterhaltskosten

Der Verein steht durch ausschließlich ehrenamtliches Wirken der Verantwortlichen gesund und schuldenfrei da. Die im Laufe der Jahre für einen angedachten Erweiterungsbau gebildeten Rücklagen haben ihn trotz drastisch gesunkener Mieteinnahmen und ausufernder Energiekosten liquide und damit handlungsfähig erhalten, die Mitgliedsbeiträge entsprechen dabei denen vergleichbarer Vereine. Dankenswerterweise subventioniert die Stadt Traunstein die immensen Unterhaltskosten mit einem nicht unerheblichen Betrag. Immerhin trägt sie auch die Nutzungskosten der im Stadtverband organisierten örtlichen Sportvereine in anderen Turnhallen. Unser Beitrag für die Mitnutzung der AKG-Halle besteht darin, die Mehrkosten für die Erweiterung von einer 2-fach- auf eine 3-fach-Halle durch den Verkauf unserer Immobilie mit zu finanzieren. Einen besonders positiven Nebeneffekt hat die Doppelnutzung – tagsüber Schule, abends Turnverein – auch im Hinblick auf die enorme Energiekosteneinsparung.

Die Planungen für ein Tagungshotel auf dem Gelände des TVT und dem angrenzenden Grundstück der Stadt haben sich zerschlagen, obwohl ein Stadtratsbeschluss diesen Standort bereits mehrheitlich befürwortet hatte.

Die Investoren zogen sich zurück

Die Investoren haben sich unter anderem zurückgezogen, weil das Landesamt für Denkmalpflege mit Beteiligung der Regierung von Oberbayern laut Protokoll der Meinung ist, „...dass die vom Vorhabensträger wirtschaftlich für erforderlich gehaltene Baumasse mit rund 200 Betten die städtebaulichen Maßstäbe des Ensembles sprengen würde und daher mit dem Belang der Denkmalpflege nicht in Einklang zu bringen wäre. Unabhängig von der Gestaltung könne eine solche Baumasse auf den Grundstücken denkmalgerecht nicht verwirklicht werden“. Die veränderten Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat nach der Kommunalwahl haben zusätzlich zum Rückzug der Investoren beigetragen.

Alt-Traunstein hat nun viele Möglichkeiten

Das gibt dem Förderverein Alt-Traunstein nun die Chance, seine Vorstellungen über einen Park zu realisieren, der die historische Bedeutung der Saline für die Stadtentwicklung in Erinnerung ruft und dokumentiert. Zugleich wird der freie Blick auf die Fassaden der Salinenhäuser gewährt – sozusagen die Visitenkarte an der Zufahrt zur Stadt. Der Förderverein Alt-Traunstein ist bereit, 1 Million Euro zweckgebunden als Spende zur Verfügung zu stellen. Damit wird die Stadt in die Lage versetzt, ihr Vorkaufsrecht für das Areal des TVT wahrzunehmen sowie den Abbruch der beiden Hallen zu finanzieren. Das Areal steht dann auch für eine eventuelle erneute Bewerbung um die Landesgartenschau 2022 zur Verfügung.

Der Turnverein kann mit privilegiertem Nutzungsrecht auf Dauer in einer modernen, attraktiven Turnhalle gemeinsam mit dem AKG seine Zukunft gesichert gestalten - sehr zur Freude aller aktiven Sportlerinnen und Sportler.

Pressemeldung des TV Traunstein

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