Nur 46 Prozent können stabile Seitenlage

Nur jeder Fünfte könnte Sie wiederbeleben

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Traunstein - Obwohl ein Kurs Vorschrift für den Führerschein ist, kann kaum jemand korrekt erste Hilfe leisten. Das BRK will zum Welt-Erste-Hilfe-Tag verstärkt Kurse anbieten.

Die Bereitschaft, verletzten oder erkrankten Mitbürgern im Notfall Hilfe zu leisten, sollte eine Selbstverständlichkeit sein und ist es für die allermeisten Menschen auch. Doch um den Betroffenen wirklich effektiv und bedarfsgerecht helfen zu können, sind Kenntnisse in Erster Hilfe erforderlich. Diese sind in der Bevölkerung immer noch weit weniger verbreitet als die prinzipielle Bereitschaft zu helfen.

Aus diesem Grund will das Rote Kreuz mit dem Welt-Erste-Hilfe-Tag am 13. September  auf die Wichtigkeit von Wissen und Fertigkeiten im Bereich der Ersten Hilfe hinweisen. Begriffe wie stabile Seitenlage oder Herzdruckmassage sind den meisten Menschen ein Begriff, doch die praktische Anwendung stellt viele vor Probleme – erst recht, wenn die Stresssituation eines echten Notfalls hinzukommt.

Eine Befragung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Zusammenarbeit mit dem ADAC ergab beispielsweise, dass nur jeder dritte deutsche Autofahrer alle erforderlichen Erstmaß-nahmen am Unfallort kennt. Jeweils weniger als die Hälfte der Befragten konnten einen Verletzten korrekt in der Seitenlage stabilisieren (46 Prozent) oder wussten, was bei einem Atemstillstand zu tun ist (41 Prozent). Und nur jeder Fünfte (20 Prozent) konnte die lebensrettende Wiederbelebung  fachgerecht durchführen. Das Beispiel Straßenverkehr zeigt außerdem, wie leicht man selbst in die Situation geraten kann, Erste Hilfe leisten zu müssen oder als Geschädigter auf sie angewiesen zu sein. 2,4 Millionen Unfälle wurden im Jahr 2013 auf den deutschen Straßen registriert. 374000 Personen wurden dabei verletzt, 3340 Menschen starben.

 Bedenkt man nun, dass der Straßenverkehr nur ein Bereich des täglichen Lebens ist, der Gefahren birgt, wird schnell klar, dass ein Notfall jeden treffen kann. Manche Menschen zögern im Notfall, Erste Hilfe zu leisten, weil sie nicht wissen, was zu tun ist und Angst haben, die Situation durch falsches Handeln noch schlimmer zu machen. Dabei sind im Notfall gerade die ersten Minuten von großer Bedeutung, da die Zeit bis zum Eintreffen von organisierter Hilfe überbrückt werden muss. „Für den Rettungsdienst ist es wichtig, dass der Ersthelfer was tut“,  betont Hermann Schramm, der Leiter des Rettungsdienstes beim Bayerischen Roten Kreuz, Kreisverband Traunstein. Sogar mit geringen Erste-Hilfe-Kenntnissen kann man dem Verletzten helfen, indem man ihn nicht alleine lässt, einen Notruf absetzt und die Unfallstelle absichert. Die Befürchtung, im Notfall überfordert zu sein, kann man sich selbst leicht durch eine Erste-Hilfe-Ausbildung bzw. einen Auffrischungskurs nehmen.

 Der BRK-Kreisverband Traunstein bietet für die Bevölkerung eine Vielzahl an Ausbildungsmöglichkeiten  in Erster Hilfe an. Neben der klassischen Erste-Hilfe-Grundausbildung, der Erste-Hilfe-Fortbildung, der Sanitätsausbildung oder den lebensrettenden Sofortmaßnahmen (LSM) gibt es auch Kurse, die auf bestimmte Alters- oder Berufsgruppen zugeschnitten sind. Die Jüngsten können die Erste Hilfe in den Trau-Dich-Kursen in Kindergärten auf spielerischer Weise erlernen. An Schulen werden diese Kenntnisse in den Kursen Juniorhelfer (3. und 4. Klasse), Spezialtraining für Lehrkräfte und Erste Hilfe in Schulen vermittelt. Das Personal einer Arztpraxis kann durch ein Notfalltraining geschult werden. Ebenfalls angeboten wird die Ausbildung zum Betriebssanitäter. Und im Bereich der Frühdefibrillation gibt es einen Grundlehrgang sowie einen Auffrischungskurs.

Auf Wunsch können für Betriebe, Vereine oder Behörden auch Sondertermine vereinbart werden. Der BRK-Kreisverband Traunstein hat im vergangenen Jahr rund 360 Kurse abgehalten und dabei mehr als 4500 Bürger aller Altersgruppen in Erster Hilfe ausgebildet.  Das entspricht knapp 2,7 Prozent der Landkreisbevölkerung. Für viele der Teilnehmer war es der erste Kurs, nicht wenige Bürger besuchten aber auch Auffrischungskurse, da mit der Zeit die Kenntnisse aus früheren Kursen etwas in Vergessenheit geraten sind. Gemeinsam haben sie nun in jedem Fall eines: Im Notfall können sie ihren Mitmenschen wirksam helfen.

Presseinformatio Bayerisches Rotes Kreuz Kreisverband Traunstein

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