Mörtl-Körner geht als OB-Kandidatin in den Wahlkampf

Bündnis 90/Die Grünen will erste Oberbürgermeisterin Traunsteins stellen

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Traunstein - Mit Stadträtin Burgi Mörtl-Körner geht Traunsteins Bündnis 90/Die Grünen wie schon 2014 in den Kommunalwahlkampf 2020. Bei der Aufstellungsversammlung im Gasthaus Sailer-Keller setzte sie sich bereits im ersten Wahlgang mit 19:5 Stimmen gegenüber ihrem Mitbewerber Stadtrat Wilfried Schott durch.

Getragen vom Umfragehoch der Bundespartei, gab der Traunsteiner Ortsverband als ambitioniertes Wahlziel aus, nicht nur die erste Oberbürgermeisterin in Traunstein zu stellen, sondern auch bis zehn Stadtratsmandate, also ein Drittel des 2020 auf 30 Sitze erweiterten Stadtrats, zu erringen. 

Traunstein sei reif für einen grünen Oberbürgermeister und für die erste Frau in diesem Amt, bekräftigte Kreissprecherin Helga Mandl, die Mörtl-Körner als „Kandidatin und Zugpferd für ein starkes grünes Ergebnis“ vorschlug. 

Sie sei eine fleißige und engagierte Macherin. Heute sei es wichtiger denn je, das den Bürgern Politik erklärt werde. Als Lehrerin habe sie die Begabung dazu, dies zu tun. Zehn Stadträte zu stellen, müsse das weitere Wahlziel sein. Aus Zeitgründen stellten die Kandidaten ihre Vorstellungen dann nur punktuell vor. 

Beim kommunalen Klima- und Umweltschutz sei ein Umdenken notwendig, meinte Mörtl-Körner. Er sei neuerdings auch ein politisches Thema für die Jugend. Als Oberbürgermeisterin werde sie klimapolitisch etwas ändern. Es sei Zeit zum Umdenken und Handeln. Für Traunstein stellte sie sich ein Mobilitätsmanagement vor, um den motorisierten Individualverkehr zu vermeiden. 

Die Stadt müsse in den bezahlbaren Wohnungsbau investieren, auch wenn dadurch die Schulden stiegen. Eine städtische Wohnbaugesellschaft sei notwendig, damit die Wohnungen langfristig im Besitz der Stadt blieben. Als Strategie gab sie Flächen sparenden Wohnungsbau mit Energie-Plus-Standard aus. Parkplätze gehörten unter die Straße. 

Bei der Kinder- und Jugendbetreuung sei Traunstein auf einem guten Weg. Die Jugend brauche jedoch neben den Vereinen eigene Räume, für Veranstaltungen, Konzerte und Ähnliches. Ein Oberzentrum und eine familienfreundliche Stadt ohne Jugendzentrum, in dem sich Jugendliche ab 16 Jahre treffen können, sei nicht tragbar. Der derzeitige Jugendtreff sei viel zu klein. 

Es gebe noch viele weitere Dinge in Traunstein, für die sich sie mit aller Kraft einsetzen wolle, unterstrich Mörtl-Körner. Sie könne dies aber nicht allein bewältigen, sondern brauche dafür eine politische Mehrheit, die überparteiliche Zusammenarbeit und einen respektvollen Umgang mit der Stadtverwaltung. 

Im Klimaschutz mache Traunstein viel, aber nur kleine Schritte, bemängelte Schott bei seiner Vorstellung. Sein Wunschprojekt sei ein Windpark. Die Stadt müsse den Klimaschutz stärken und in CO2-Einsparungen aktiv investieren. Die Ökologie müsse Vorrang haben. Deshalb setzte er sich beim Wohnungsbau für energetisch optimal gebaute Wohnungen ein. Man müsse mit der CO2-Einsparung ernst machen, jedoch auch auf die soziale Komponente schauen. 

Beim Verkehr sei derVorrang für Fußgänger und Fahrradfahrer wichtig. Traunstein sei noch eine Autofahrerstadt. Der Weg der Städte werde zukünftig zu den Fahrrädern führen, weil diese sonst im Straßenverkehr ersticken würden. 

Auch Schott trat vehement für ein Jugendzentrum ein, weil für ihn die Jugend im Freizeitbereich ganz schwach vertreten sei. Sein Ziel war es daher ebenfalls, ein Jugendzentrum zu bauen. Ferner sprach er sich für eine sparsame Ausweisung von Bauland für privates und gewerbliches Bauen aus. 

Schott wollte keine Neuausweisungen von Grundstücken mehr, sondern in den Städten verdichten und Leerstände beleben. Ausnahmen waren für ihn Kammer und Rettenbach. Diese Ortsteile müssten wachsen, weil es sonst schwierig sei, eine Belebung zu bekommen, so seine Meinung.

Es gebe viele Beschwerden über die Stadtverwaltung. Ihre Führung sei originäre Aufgabe des Oberbürgermeisters. Deshalb werde er sich sehr dafür einsetzen, dass in der Stadtverwaltung stringenter gehandelt werde. 

Die Stadt habe aktuell 24 Millionen Euro Schulden, die in Richtung 30 Millionen Euro gingen, sagte er. Man müsse schauen, die Schulden maßvoll abzubauen. In diesem Zusammenhang kritisierte er die Sanierung der Klosterkirche. Abzüglich der Zuschüsse von 5,7 Millionen Euro werde sie der Stadt nach derzeitigem Stand unter dem Strich rund 7,5 Millionen Euro kosten. Dafür hätte man zwei Kindergärten bauen können, so Schott. 

Bjr

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