Trotz Rückzieher des Rinderzuchtverbands

Bürgerinitiative rüstet für Bürgerbegehren: "Sind eine breite Macht"

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Oberbürgermeister Kegel fand das Plakat der Bürgerinitiative "erschreckend" - die durchgestrichene Kuh würde das Tier und den ganzen Bauernstand diskreditieren, so Kegel. "Natürlich nehmen wir ein Bild das polarisiert und das hat es", so dagegen Peter Hierstetter, links im Bild, mit seinen Mitstreitern Dr. Thomas Hack und Claudia Brunner. Man sei aber weder gegen die Natur, noch gegen das Tierwohl, noch wolle man den Rinderzuchtverband zerstören.  
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Traunstein - Der Rinderzuchtverband zieht seine Neubau-Pläne in Wolkersdorf erstmal zurück: "Jetzt können wir durchatmen", so Peter Hierstetter von der Bürgerinitiative - und trotzdem rüstet sie für ein Bürgerbegehren.

Die Stimmung bei der Bürgerinitiative war spürbar gelockert: "Wir sind jetzt an einem Punkt, wo wir mal durchatmen können", so Peter Hierstetter beim Infoabend am Donnerstag im Hofbräustüberl am Stadtplatz. Der Rinderzuchtverband zog am Donnerstagmorgen seine Pläne für den Neubau in Wolkersdorf überraschend zurück - es gäbe neue Grundstücksangebote, die man prüfen wolle. "Aber wenn die Grundstücke nicht passen, kann es wieder ganz schnell gehen", vermutet Dr. Thomas Hack von der Bürgerinitiative.

Bürgerinitiative: "...dann kommt es zum Bürgerbegehren"

Deswegen wurde am Donnerstag nicht lange gefackelt: Die Bürgerinitiative Wolkersdorf gründete sich mit drei offiziellen Vertretern - Peter Hierstetter, Dr. Thomas Hack, Claudia Brunner - jetzt auch formaljuristisch. Außerdem wurden die rund 130 Interessierten schon mal aufgeklärt, wie ein Bürgerbegehren und ein anschließender Bürgerentscheid ablaufen würden. "Wenn der Rinderzuchtverband die Pläne wieder aufnimmt, kommt es zum Bürgerbegehren", so Hack klipp und klar. 1760 Unterschriften bräuchte man um einen Bürgerentscheid zu erzwingen.

Rund 130 Interessierte kamen am Donnerstagabend ins Hofbräustüberl zum Infoabend der Bürgerinitiative. 

Im Unterschriftensammeln sind die Wolkersdorfer ohnehin schon geübt: 355 wurden Oberbürgermeister Christian Kegel am 10. Oktober bereits übergeben - "um zu zeigen, dass wir eine breite Macht sind", so Hierstetter. Inzwischen könnte man die gleiche Anzahl nochmal im Rathaus abliefern. Wichtige Signale für die Bürgerinitiative waren laut Hierstetter auch die Ablehnung im Planungsausschuss vorige Woche und die Podiumsdiskussion am Montag: "Tapfere Nachbarinnen haben uns ein Bild davon gegeben, wie es wirklich ist, neben der Chiemgau-Halle zu leben."

"In Wolkersdorf leisten wir unseren Beitrag schon zur Genüge"

Noch einmal fasste Hierstetter die Gegenargumente zum Rinderzuchtverband in Wolkersdorf zusammen: Mehr Verkehr, weniger Wohnbaumöglichkeiten, eine Abwertung der Grundstücke und der Beginn eines neuen Gewerbegebiets - "wir haben bereits Kiesgruben und das Gewerbegebiet im Westen, in Wolkersdorf leisten wir unseren Beitrag also schon zur Genüge", so Hierstetter. Auch die Stadt würde mit der RZV-Ansiedlung einen Millionenverlust machen, im Vergleich zu einem Baugebiet für Familien.

"Der Rinderzuchtverband in Wolkersdorf, das wäre keine Win-Win-Situation, sondern eher eine Loose-Loose-Situation gewesen", meinte CSU-Fraktionschef Christian Hümmer beim Infoabend - weder Gewerbe, noch eine Wohnbebauung hätte sich dort in Zukunft vernünftig entwickeln können. Stadtrat Wolfgang Wörner erklärte auch nochmal die beiden jüngsten Gegenstimmen der Grünen-Fraktion: "Wir wollen, dass der Rinderzuchtverband bleibt, wo er ist." Für den Rinderzuchtverband scheint das aber keine Alternative zu sein. Immer wieder betonte der RZV, dass man am Festplatz keine Zukunft mehr sehe. 

xe

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