Bürgerinitiative will keinen Neubau in Wolkersdorf

"Nur ein erstes Signal": 355 Unterschriften gegen Rinderzuchtverband

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Peter Hierstetter (links) mit weiteren Unterstützern der Bürgerinitiative Wolkersdorf. Die Wiese, auf dem das Foto entstand, will die Stadt dem Rinderzuchtverband für einen Neubau verkaufen. 
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Traunstein - Gerade mal eine gute Woche gibt es die Bürgerinitiative gegen den Neubau des Rinderzuchtverbandes in Wolkersdorf - und schon hat man 355 Unterschriften dagegen gesammelt. Wie geht es nun weiter?

In den Augen von Peter Hierstetter sind sie nur ein "erstes Signal": 355 Unterschriften - nicht nur, aber vor allem aus Wolkersdorf - übergab die Bürgerinitiative am Donnerstagmittag Oberbürgermeister Christian Kegel. "Das zeigt, dass wir nicht nur ein paar Versprengte sind, sondern dass es eine breite Front gibt", so Hierstetter gegenüber chiemgau24.de. Die Bürgerinitiative will den geplanten Neubau des Rinderzuchtverbands (RZV) südlich von Wolkersdorf verhindern. Es geht vor allem um die Halle, in der dreimal monatlich Viehversteigerungen abgehalten werden. 

Thema schon am Dienstag wieder in Ausschuss des Stadtrates

Wie geht es nun weiter? Beschlossen hat der Stadtrat bisher nur, dass das Erbbaurecht des Rinderzuchtverbandes am Festplatz ausläuft und dass man dem RZV im Gegenzug die 15.000-Quadratmeter-Fläche bei Wolkersdorf verkauft - sie gehört bisher der Stadt. Alle weiteren Hürden des Verwaltungsweges sind aber noch nicht übersprungen. Schon am kommenden Dienstag wird aber der Planungsausschuss über die Änderung des Flächennutzungsplanes in Wolkersdorf beraten - bisher war dort Wohnbebauung vorgesehen, nun soll ein "Sondergebiet Rinderzuchtverband" daraus werden.

An jener Stelle will der Rinderzuchtverband den Neubau für die Viehversteigerungen errichten. Der Stall soll in Ost-West-Richtung gebaut werden, nicht in Nord-Süd-Richtung wie in der Grafik.

Am Donnerstag, 24. Oktober, lädt die Bürgerinitiative dann zu einer Infoveranstaltung im Sternbräu am Stadtplatz, Beginn 18.30 Uhr. Peter Hierstetter rechnet mit großem Interesse. Für die Bürgerinitiative ist es auch nicht ausgeschlossen, noch ein Bürgerbegehren zu starten, das in einen Bürgerentscheid münden könnte. "Wenn notwendig, werden wir diese Karte spielen. Ich scheue das nicht", so Hierstetter gegenüber chiemgau24.de.

RZV und die Wolkersdorfer: Die jeweiligen Standpunkte

Der Rinderzuchtverband will bei Wolkersdorf neu bauen, weil man nach dem Dacheinsturz des Stalls an der Chiemgau-Halle dort nur mit Provisorien die Kälberversteigerungen durchführen kann. Ein Neubau an alter Stelle käme den RZV nach eigenen Angaben wohl teurer, außerdem könnte man in Wolkersdorf auf eigenem Grund bauen. Wenn alles glatt geht, könnte frühestens 2021 die neue Halle bei Wolkersdorf stehen. 

Die Wolkersdorfer befürchten dagegen mehr Lärm und Gestank durch den steigenden Verkehr und die Tiere.Außerdem beklagen einige die Flächenversiegelung - es handle sich hier um eine der wenigen Stadteinfahrten, die noch ohne Gewerbegebiete auskommen. So ist eine weitere Befürchtung, dass mit dem Rinderzuchtverband nur ein erster Schritt gemacht wird und später klassische Gewerbebetriebe südlich von Wolkersdorf folgen könnten. 

xe

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