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Nachhaltige Bauweisen

Campus Traunstein als Holzbau?

1. Von links: Prof. Astner, 1. Von rechts: Herr Strohmeyer, 2. Von rechts: Herr Aschauer, 3. Von rechts: Frau Köster.
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1. Von links: Prof. Astner, 1. Von rechts: Herr Strohmeyer, 2. Von rechts: Herr Aschauer, 3. Von rechts: Frau Köster.

Im Zuge der kommenden Planungen für den Campus Traunstein besuchte die Traunsteiner Kreistagsfraktion von BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN zusammen mit Herrn Aschauer, Sachgebietsleiter des Hochbaus im Landratsamt Traunstein, und Herrn Strohmeyer, Gruppenleiter kaufmännischer Hochbau, die Baustelle des Campus Rosenheim, um sich über nachhaltige Bauweisen zu informieren.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Traunstein - Der Campus Rosenheim ist ein überregionales Leuchtturmprojekt für nachhaltiges Bauen. Auf dem ehemaligen 10.000 qm großen Hubauer-Gelände entstehen studentische Wohnungen und ein 6-stöckiges Boardinghaus in Holzhybrid-Bauweise. Professor Peter M. Astner, Lehrbeauftragter für Baurecht der Fachhochschule Rosenheim und Bauherr, informierte eingangs, zusammen mit der Architektin, Frau Köster, über das Konzept des Bauvorhabens.

Anstoß für die Planungen gab die Wohnungsnot der Studierenden und die Notwendigkeit der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Neben den Wohnungen sollen auf dem Gelände ein Boardinghouse und ein Gewerbebau entstehen. Die Intention der Nachhaltigkeit zeige sich auch, so der Bauherr, in der Gestaltung der Wohnanlage als gestapeltes Dorf, so konnte man Flächenfraß vermeiden, in begrünten Dächern und der Deckung des Strombedarfs durch eine eigene Photovoltaikanlage. Es wurde auch das komplette Abbruchmaterial des alten Industriegeländes für das neue Gelände verwendet. Dadurch wird voraussichtlich der höchste Standard „Platin“ der DGNB – Zertifizierung der deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen erreicht werden. In die Zertifizierung floss auch die Rückbaubarkeit des Gebäudes mit ein.

Die Architektin, Frau Köster, ergänzte, dass neben der Nachhaltigkeit auch die Qualität des Wohnens für die Studierenden und Gäste in den Planungen immer berücksichtigt wurden. Man wolle die Studentinnen und Studenten für das Wohnen begeistern. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Kreistagsfraktion, Kathi Hallweger, zeigte sich sehr beeindruckt von dem Konzept, weil es in dem Vorhaben nicht nur um Wohnen gehe, sondern um „gemeinsames Leben“. Kreisrätin Margarete Winnichner stellte das Kriterium der Regionalität heraus. „Starke regionale Wertschöpfung und soziales Engagement können im ländlichen Raum viel bewegen.“ Für die GRÜNEN sei deshalb immer von hohem Stellenwert, dass einheimische Betriebe die Bauvorhaben durchführen. Herr Astner bekräftigte, dass dies beim Neubau des Campus Rosenheim gegeben sei, es arbeiten fast ausschließlich Baufirmen aus der Region auf der Baustelle.

Kreisrat Geistanger, von Beruf Zimmerermeister, zeigte sich hocherfreut, dass die Appartements für die Studentinnen und Studenten in Holzbauweise erstellt werden. Er wies darauf hin, dass mit Holz ein Baustoff zur Verfügung steht, der regional erzeugt und verarbeitet werden kann. Außerdem sei Holz, solange das Gebäude genutzt wird, ein bedeutender Kohlenstoffspeicher und trage somit dazu bei, das regionale Klima vor zusätzlichen CO2 Emissionen zu schützen. Holz leiste einen wichtigen Beitrag, um die Herstellungsenergien von Gebäuden zu vermindern.

Hinsichtlich der Baukosten waren sich der Bauherr und die grüne Kreistagsfraktion einig, dass die Mehrkosten durch Holzbauweise, wenn überhaupt, gering zu Buche schlagen. Bürgermeister Stefan Schneider meinte, dass ein „erfahrener „Holzplaner“ das erreichen könne. Außerdem senke die kürzere Bauzeit bei Holzbauweise die Kosten und die Möglichkeit der früheren Vermietung erhöhen die Einnahmen.

In der Diskussion über die Holzbauweise ist nach Meinung von Kreisrat Sepp Hohlweger oft der Brandschutz ein Thema. Seiner Einschätzung nach sei das Problem aber durch einen guten Statiker und Brandschutzbeauftragten beherrschbar. Professor Astner konnte dies Beurteilung des Kreisrates bestätigen.

Am Ende des Nachmittags bedankte sich der Fraktionsvorsitzende der Kreistagsfraktion, Christoph Bauhofer, bei den Gastgebern für die interessanten Ausführungen und freute sich, dass auch das Landratsamt Traunstein an der Besichtigung teilgenommen hat. Das erkläre Ziel der Kreistagsfraktion ist es, dass auch beim Campus Traunstein neue Wege im Puncto Nachhaltigkeit gegangen werden. Das Projekt Campus Rosenheim, das abseits von KFW-Förderung, keinerlei öffentliche Gelder bekommt, zeigt doch sehr deutlich, dass vieles möglich ist, wenn der Wille und die richtigen Partner vorhanden sind.

Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen - Kreistagsfraktion

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