Christian Hümmer gemeinsamer OB-Kandidat von UW und CSU

"Wir haben alle Chancen für einen Kurswechsel in Traunstein"

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UW-Fraktionsvorsitzender Ernst Haider (rechts) gratuliert am Freitagabend Christian Hümmer (CSU) zur Nominierung als gemeinsamen Oberbürgermeister-Kandidaten der beiden Fraktionen. 
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Traunstein - CSU und UW werden zur Oberbürgermeisterwahl im kommenden Jahr einen gemeinsamen Kandidaten aufstellen: Christian Hümmer ist nominiert und umriss auch gleich sein Programm. 

Es herrschte Aufbruchstimmung am Freitagabend im Vereinshaus an der Traunerstraße: "Schlagen wir ein neues Kapitel auf. Wir haben alle Chancen für einen Kurswechsel in Traunstein", so CSU-Fraktionsvorsitzender Christian Hümmer. Mit 142 der 149 abgegebenen Stimmen wurde er von CSU und UW zum gemeinsamen Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 15. März 2020 bestimmt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Wichtigste Themen: Kinder und Wohnraum für Familien

Hümmer umriss auch gleich sein mögliches Programm: "An erster Stelle stehen Wohnraum und die Kinder", bezahlbaren Wohnraum für junge Familien wolle er zur "Chefsache" machen. "Solange unsere Kinder nicht ordentliche Möbel in der Schule haben, solange wird es in Traunstein keine Prestigeobjekte mehr geben", so der Vater zweier Buben - eine Anspielung auf die Klosterkirche? Auch hier konnte er sich eine Anmerkung nicht verkneifen: "Die Kostenentwicklung ist ein Desaster, das müssen wir zügig in den Griff kriegen."

Der Geh- und Radweg nach Siegsdorf, die Kosten für die Klosterkirchen-Sanierung oder das Schulessen - Hümmer sprach in seiner Bewerbungsrede viele populäre Themen an. 

Der CSU-Fraktionschef griff in seiner Rede vor allem viele populäre Themen auf: Einen asphaltierten Spazierweg an der Traun brauche kein Mensch, auch würde es keine Discounter mehr auf der grünen Wiese geben. Hümmer sprach sich für eine schnelle Entwicklung des Bahnhofsareal-West und für ein Parkhaus am Klosterberg aus - und er brachte ein neues Stadtfest ins Spiel: "Ich werde alle Initiativen dafür unterstützen." 

"Ich stehe für eine Politik, die nicht nur vor sich hinwurstelt", betonte der Fachanwalt für Verwaltungsrecht. Als Beispiele nannte er die "ausgeprägte Gutachteritis" in Traunstein. "Manche Dinge muss man einfach machen und zwar geräuschlos. Zum Beispiel, dass das Schwimmbadklo nicht zugesperrt wird, nur weil die Putzkraft krank ist oder dass es gesundes Essen in unseren Schulen gibt." 

Hümmer betont konservatives Profil

Hümmer legte in seiner Bewerbungsrede auch Wert auf ein konservatives Profil: "Wir spüren doch alle, dass sich die Gesellschaft und die Welt in dramatischer Weise verändern und das wird auch an Traunstein nicht spurlos vorbeigehen. Bei uns ist die Welt noch in Ordnung, Traunstein ist eine Wohlfühlstadt. Aber es müssen auch die Weichen dafür gestellt werden, dass Traunstein unser Rückzugsort und unsere Heimat bleibt." 

Mit Hümmer könnte Traunstein das erste Mal seit 1952 wieder einen CSU-Oberbürgermeister bekommen. Seit Rupert Berger direkt nach dem Zweiten Weltkrieg waren ausschließlich Männer von UW und SPD Chefs im Rathaus. "Vor allem bei den großen Themen gibt es gemeinsame Standpunkte zwischen unseren Fraktionen", so UW-Fraktionschef Ernst Haider. Darum haben man sich auf einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt.

xe

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