Notfallpatienten: Der Nikolaus kam mit Christoph 14

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Traunstein - Die Hubschrauber-Crew brachte den Nikolaus zu den kleinen Notfallpatienten, damit sie ihre Erlebnisse besser verarbeiten können.

Mittlerweile im vierten Jahr in Folge kam am vergangenen Donnerstag der Nikolaus mit dem Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ zu insgesamt 45 Kindern, die im vergangenen Jahr nach einem medizinischen Notfall innerhalb von wenigen Minuten durch die Mannschaft versorgt und teilweise auch zu Krankenhäusern geflogen wurden. Bei der Veranstaltung im Hangar am Klinikum Traunstein waren rund 250 geladene Gäste dabei, darunter Eltern und Geschwister der kleinen Patienten, Kinder von Mitarbeitern und Patienten der Kinderstation des Klinikums. Stationspilot Markus Pabst und Rettungsassistent Thomas Mayer schwebten im letzten Tageslicht mit dem heiligen Nikolaus an Bord auf dem Dachlandeplatz ein.

„Ein mittlerweile schon traditionelles Ereignis, das jedes Jahr erneut Kinderaugen funkeln und auch die Herzen der Erwachsenen höher schlagen lässt. Wir wollen den Buben und Mädchen damit eine kleine Freude machen und helfen, die teilweise schlimmen Erlebnisse besser zu verarbeiten“, erklärt Stationsleiter und Rettungsassistent Robert Portenkirchner vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK), der die Gäste während der Wartezeit auf den heiligen Mann begrüßt und durchs Programm führt. Die jungen Stadtmusikanten aus Traunstein sorgen mit weihnachtlichen Liedern für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Plötzlich aber sind am Himmel kleine Lichter zu erkennen und ein Dröhnen wird laut und lauter. Gebannt starren die vielen funkelnden Kinderaugen in den dunklen Abendhimmel und beobachten, wie die Scheinwerfer näher kommen; und bald ist der orangefarbene Rettungshubschrauber zu erkennen, der in einem weiten Bogen zu seinem Landeplatz auf dem Dach des Traunsteiner Klinikums fliegt und sanft auf seiner Plattform aufsetzt.

Als die Rotorblätter still stehen, stürmen die Kinder zum Hubschrauber, denn schon während der Landung war der besondere Passagier im roten Gewand mit weißem, wallenden Bart und hoher Mütze durchs Fenster zu erkennen: der Nikolaus ist mit dabei und winkt! Langsam klettert er aus der engen Kabine, begrüßt die Kinder und lädt sie in den warmen Hangar ein. Dort lässt er sich auf einem Sessel nieder und wird von allen Seiten umringt. Er unterhält sich lange und intensiv bei Lebkuchen und Kinderpunsch mit jedem der früheren Patienten, die ihre persönlichen Erlebnisse schildern, bevor sie mit einem kleinen Säckchen voller Süßigkeiten und Spielzeug beschenkt werden. Die Kinder strahlen; doch so manche Elternaugen werden feucht bei den wiederkehrenden Erinnerungen an ihr Schicksal mit „Christoph 14“. Nicht jeder hat die Erlebnisse schon vollständig verarbeitet.

Dr. Markus Ewald, leitender Hubschraubernotarzt, schlüpft später, als viele der Kinder den Hangar von „Christoph 14“ mit ihren Eltern wieder verlassen haben, aus dem Nikolauskostüm. „Als wir im Landeanflug waren und ich die vielen Kinder sah, war ich sehr berührt“, erinnert er sich. „Fast alle aus unserer Mannschaft sind Familienväter oder -mütter und uns berühren die Unfälle mit Kindern und Jugendlichen besonders. Deshalb ist dieser Nikolausflug für jeden von uns immer wieder ein besonderes Erlebnis, wenn wir unsere kleinen Patienten wiedersehen!“ Die im Förderverein „Rettungszentrum Traunstein – Christoph 14 e. V.“ engagierte Crew aus Notärzten, Piloten und Rettungsassistenten hatte die Veranstaltung erneut organisiert und den Flug und die Geschenke gesponsert.

Der Rettungshubschrauber in Traunstein ist ein richtiges Patchwork-Projekt: Die Station wird vom Landesverband des BRK betrieben. Den modernen Hubschrauber vom Typ EC135T2i stellt das Bundesinnenministerium über das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zur Verfügung. Beamte der Bundespolizei-Fliegergruppe kommen als Piloten zum Einsatz. Die Luftrettungsassistenten werden vom BRK-Kreisverband Traunstein, die Notärzte vom Klinikum Traunstein gestellt.

Pressemitteilung BRK Berchtesgadener Land

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