Debatte um Kosten für Klosterkirche erneut entbrannt

"Es gibt auch viele Befürworter, nur die schreien nicht so laut"

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Die Verzögerungen betreffen vor allem den Südflügel und die Außenanlagen der Klosterkirche. Der Klosterhof und der Pausenhof der Schule sollen im Sommer fertig sein, die Sommerkonzerte können stattfinden. Hier eine Visualisierung, wie es künftig ausschauen soll. 

Traunstein - Die neuesten Kostensteigerungen und Verzögerungen sind Wasser auf die Mühlen der Klosterkirchen-Kritiker - im Stadtrat entbrannte jetzt wieder eine heftige Debatte. 

Weil eine Firma für Putz- und Malerarbeiten aus Fürth ihre Arbeiten am "Kulturforum Klosterkirche" offensichtlich nicht machen kann oder will, gab es von der Stadt jetzt eine Kündigung - doch das hat auch Folgen: Erst im Spätherbst 2019 soll alles fertig sein, das Gerüst muss länger stehen bleiben und dementsprechend gehen auch die Kosten wieder hinauf. Momentan liegt man bei 11,1 Millionen Euro, die Prognose lautet auf 12,2 Millionen Euro. Gut die Hälfte wird die Stadt selbst zahlen müssen.


Mit 21:3 wurde am Donnerstag im Stadtrat erneut zugestimmt. Die Gegenstimmen kamen von Christian Hümmer, Nikolaus Schneider und Stefan Namberger. Davor gab es eine heftige Debatte zu Kosten und Verzögerungen. War das vorhersehbar? Welche Konsequenzen müssen jetzt gezogen werden? Wo kann jetzt noch gespart werden? Kaum ein Redebeitrag kam ohne Emotionen aus. Wir geben die wichtigsten Statements gekürzt wieder. 

Oberbürgermeister Christian Kegel

"Man muss bei dem Thema 30, 35 Jahre zurückgehen, als die Kirche der Stadt geschenkt wurde. Eine Generalsanierung gab es seitdem nie, aber es war klar, dass das mal auf uns zukommen wird. Was ist die Konsequenz, sollen wir die Baustelle wegen den Kosten jetzt einstellen? Unser Ziel war ja von Anfang an auch, durch die Klosterkirche die ganze Ludwigstraße aufzuwerten. Wir haben insgesamt jetzt ein Jahr Zeit verloren. Auf die ganze Umsetzungsphase gesehen ist das nicht viel, aber dieses eine Jahr kommt jetzt leider in der teuersten Phase."


Christian Hümmer (CSU)

"Schon bei den Haushaltsverhandlungen 2017 haben wir eigentlich gesagt, dass bei neun Millionen Euro endgültig Schluss sein muss. Jetzt liegen wir bei einer Prognose von 12,1 Millionen Euro, allein im letzten Vierteljahr ist das um eine Million Euro hinaufgegangen. Da kann ich nicht mehr zustimmen. Ein konkreter Sparvorschlag: Den Bereich vor der Klosterkirche und die Ludwigstraße zu pflastern bringt keinem was, allein schon weil viele Busse und Lastwägen dort drüberfahren."

Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD)

"Der Stadtrat hat sich immer wieder mehrheitlich für die Sanierung entschieden, dann muss man das auch mittragen. Es bringt doch nichts, wenn wir immer und immer wieder von vorne anfangen. Irgendwann muss es auch mal gut sein. Außerdem gibt es auch viele Befürworter der Klosterkirche, nur die schreien nicht so laut."

Sepp Kaiser (UW)

"Augen zu und durch, wir müssen das jetzt fertig machen. Den Vorplatz können wir meinetwegen pflastern, aber nicht die Straße. Wir haben ja jetzt beim Schneechaos gesehen, was passiert, wenn wir die Ludwigstraße sperren. Wenn dort wirklich gepflastert wird, dann muss für sechs bis acht Wochen gesperrt werden. 750.000 Euro sind dafür eingeplant. Auch wenn wir dann Fördergelder verlieren, sollten wir uns das Geld einsparen."

Karl Schulz (CSU)

"Ich bin ein großer Befürworter der Klosterkirche, aber die Kette der Kostensteigerungen reißt einfach nicht ab. Hier bleibt uns jetzt leider nichts anderes, als bis zur allerletzten Schlussrechnung mit den Zähnen zu knirschen. Wir brauchen künftig ein stringenteres Projektmanagement. Kosten, Zeit, Leistung, Kundenzufriedenheit - das sind die vier Ziele eines jeden Projektmanagements und keines davon haben wir eingehalten."

Burgi Mörtl-Körner (Grüne)

"Auch wenn es traurig ist, aber die Kosten steigen doch bei vielen Projekten. Lasst uns doch mal gute Stimmung machen: Wir schaffen hier was Positives für die Ludwigstraße und für ganz Traunstein. Aber hier wird das permanent zerredet und wir bringen die Leute gegeneinander auf. Hoffentlich war das heute die letzte Diskussion."

xe

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