Moderne digitale Ausstattung für die Maria-Ward-Schule in Sparz

Der neue Direktor Günther Miller zieht nach eineinhalb Jahren Bilanz

Die Mädchenrealschule Maria Ward in Sparz hier mit Schulleiter Günther Miller, der seit eineinhalb Jahren neuer Direktor ist.
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Die Mädchenrealschule Maria Ward in Sparz hier mit Schulleiter Günther Miller, der seit eineinhalb Jahren neuer Direktor ist.

„Sparz ist wirklich eine ganz besondere Schule mit eigenem Charme sowohl was Schülerinnen und Lehrer betrifft als auch die Lage und die Baulichkeiten“, sagt Direktor Günther Miller, der nun seit eineinhalb Jahren neuer Leiter der Erzbischöflichen Mädchenrealschule Maria Ward in Sparz ist.

Traunstein - Natürlich war das letzte Schuljahr völlig anders, als es sich er und wohl alle anderen auch vorgestellt haben. Wie in den meisten anderen Schulen auch gab es in den letzten Wochen nur online-Unterricht. „Die persönlichen Kontakte fehlen mit sehr“, sagt Günther Miller.

Den langen Lockdown haben Schule und ihr Träger, das Erzbischöfliche Ordinariat in München, dazu genutzt, die schon lange anstehende Digitalisierung der Schule in die Tat umzusetzen. „1,6 Millionen Euro sind im letzten Jahr verbaut worden“, sagt Miller. Bisher gab es in fast allen 40 sehr großen Klassenräumen noch die guten alten Wandtafeln, auf die mit Kreide geschrieben wurde. In den letzten Monaten wurden alle Räume auf Tafel-Systeme mit Touch-Screen umgerüstet und mit Beamern in vielen Räumen ausgestattet. Die Laptops wurden vor kurzem geliefert, sind noch in Kartons, aber demnächst startbereit.

Für die Digitalisierung der Schule wurden insgesamt zehn Kilometer Kabel verlegt – ein nicht immer einfaches Unterfangen, bei dem alten Gebäude, wo oft die Leitungen auf Putz verlegt und eingehaust wurden. Da gab es auch nette Überraschungen – zum Beispiel im Direktorat, wo in einer Ecke beim Öffnen des alten Parkettbodens gleichsam als Dämmmaterial eine alte Zeitung von 1907 gefunden wurde.

Denn die Mädchenrealschule Maria Ward in Sparz gründeten 1895 die Englischen Fräulein (Maria Ward Schwestern, Congregatio Jesu) als Höhere Töchterschule und spätere Mädchenmittelschule. Einen ersten größeren Umbau gab es 1907 – daher der Zeitungsfund.

Machbarkeitsstudie in Auftrag

Die Gebäude – neben dem dreistöckigen Schulhaus das Klostergebäude mit Kirchturm und den Wohnräumen der Ordensschwestern hinten, einem schönen Park sowie dem alten, unter Denkmalschutz stehenden Prälatenhaus müssen in den nächsten Jahren noch stark renoviert werden. Erst in dieser Woche bewilligte das Erzbischöfliche Ordinariat bei einer Sitzung der Schulbaukommission 50.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie, die untersuchen soll, wie die nicht von der Schule benötigten Teile des riesigen Anwesens genutzt werden könnten und wie die Schule auch energetisch saniert werden könnte. Noch gibt es Ölheizung und die kleinen Zimmer der Schwestern sind in großen Teilen nach ihrem Auszug noch unverändert original möbliert.

Die Kapelle in der Mädchenrealschule in Sparz, die zum Beispiel vor Lehrerkonferenzen für Andachten genutzt wird.

Im Schulhaus selbst sind breite, lange Gänge und knarzende Treppen, alle mit Parkettböden verlegt, sodass es bis zu Corona üblich war, dass alle, derzeit rund 570 Schülerinnen in der Schule immer Hausschuhe trugen, die sie morgens in zwölf relativ kleinen Garderobenzimmern anzogen. Deshalb war es auch nicht üblich, dass die Pausen im Freien verbracht wurden.

Corona änderte das, weil das Umziehen in den engen Garderoben nicht mehr möglich war, sodass die Schülerinnen jetzt – wenn denn mal Präsenzunterricht ist –Straßenschuhe tragen.

Selbstverständlich kommt der religiösen Erziehung im Sinne von Maria Ward ein hoher Stellenwert zu, sodass zum Beispiel alle Schülerinnen an einem christlichen Religionsunterricht teilnehmen müssen. Alle können aufgenommen werden, auch solche ohne Religionszugehörigkeit oder Musliminnen etc..

Eine der besten drei Schulen Oberbayerns

Günther Miller, Lehrer für Deutsch und katholische Religion, war vor der Schulleiterstelle an der Achental-Realschule sechs Jahre lang Konrektor an der Realschule in Altötting. Er wurde 1970 in Zwiesel im Bayerischen Wald geboren, wo er auch das Abitur absolvierte. Er studierte in Passau und war danach Referendar in Hauzenberg und Trostberg. Als fertig ausgebildeter Lehrer für Realschulen war er vier Jahre in Sonthofen und drei Jahre in Trostberg, bevor er als Konrektor nach Altötting wechselte.

Als Leiter der Achental-Realschule in Marquartstein konnte dort acht Jahre lang mit Digitalisierung und anderen Bauarbeiten viel Erfahrung sammeln. In Sparz ist er begeistert von der „sehr konzentrierten Arbeitsatmosphäre“ im Unterricht, dem „starken Gemeinschaftsgefühl“ und den hervorragenden Leistungen der Mädchen, sagt Miller im Gespräch mit chiemgau24.de. Bei den Abschlussprüfungen im Herbst gehörten die Maria Ward Schule in Sparz zu den besten drei Realschulen in Oberbayern.

Woran liegt das? „Da gibt es mehrere Faktoren“, sagt Miller.

Mädchen seien bekanntlich ehrgeiziger. Vielleicht spiele es auch eine Rolle, dass nur Schülerinnen, hier unterrichtet werden, erklärt Miller. Es gehe insgesamt im gesamten Schulhaus „unglaublich ruhig“ zu. Hinzu komme die ganz besondere Lage und Atmosphäre der Schule. Sein Lieblingsplatz zum Ausspannen sei oft der Kirchturm, von wo man einen wunderbaren Ausblick über Traunstein und die ganze Umgebung habe.

gi

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