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Dr. Lothar Seissiger im Corona-Interview - Teil I

„Man muss den Leuten kein Geld dafür bieten, dass sie sich impfen lassen“

Dr. med. Lothar Seissiger aus Siegsdorf hat viel Erfahrung mit den COVID-Impfungen.
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Dr. med. Lothar Seissiger aus Siegsdorf hat schon mehrere hundert COVID-Impfungen durchgeführt.

Dr. med. Lothar Seissiger ist einer renommiertesten Pandemie-Mediziner im Chiemgau, auch, weil er als Mann der ersten Stunde Covid-Impfungen durchführt. Im Gespräch mit chiemgau24.de erklärt er, worauf die Maßnahmen der Regierung im Winter der Vierten Corona-Welle abzielen. Und bezieht klar Stellung, ob er für oder gegen eine Impfpflicht ist. Teil eins unserer dreiteiligen Serie.

Siegsdorf - Es ist nicht das erste Mal, dass sich Dr. Lothar Seissiger gegenüber chiemgau24.de zur Corona-Pandemie und den Impfungen äußert. Bereits im Februar 2021 teilte er seine Erfahrungen aus der ersten großen Covid-Impfkampagne mit unseren Leserinnen und Lesern. Dabei war er oft im Impfzentrum Ainring und mit mobilen Impfteams unterwegs. Wie es aktuell mitten in der Vierten Welle der Pandemie steht, erklärt der Arzt in unserem Exklusiv-Interview.

Herr Dr. Seissiger, in Zeitung, Fernsehen und Radio laufen Werbespots zur Corona-Impfung. Howard Carpendale zeigt sich beim Termin zum „Boostern“. Was halten Sie davon?

Seissiger: Die einzige echte Chance, die Pandemie zu überwinden, besteht darin, die Durchimpfungsrate zu erhöhen. Das versucht die Politik unter Beratung der Virologen mit allen Mitteln durchzusetzen.

Der Impuls zum Impfen sollte von innen kommen - „Bin aber trotzdem für eine Impfpflicht“

Sind denn tatsächlich alle Mittel recht?

Seissiger: Nein. Geld würde ich niemandem dafür bieten, dass er sich gegen Covid impfen lässt. Der Impuls sollte von den Menschen selbst kommen, eine gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Daher stehen Beraten und Überzeugen mit fundierten Argumenten über allem.

Mehr aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie

Sind Sie für eine Impfpflicht?

Seissiger. Ja. Und zwar für eine allgemeine Impfpflicht, da eine Beschränkung auf bestimmte Berufsgruppen den übrigen Skeptikern wieder Argumente liefern würde. Daher müssen alle eine gemeinschaftliche Verantwortung dafür übernehmen, damit wir diese Pandemie besiegen können.

Kommen dann auch die sogenannten „Totimpfstoffe“ wie Novavax in Betracht?

Seissiger: Prinzipiell ja. Aber diese Zulassung kommt frühestens im Februar/März 2022. Da müssen wir noch die Phase-III-Studie abwarten. Zum Brechen der Infektions-Welle müssen wir aber jetzt handeln.

Impfzentren wurden heruntergefahren und das Testen praktisch eingestellt

Viele fragen sich - vor allem Geimpfte und Genesene - wie es aktuell wieder so weit kommen konnte.

Seissinger: Die Warnungen vor einer Vierten Corona-Welle gab es bereits im Sommer 2021. Doch es hatte sich eine Art Euphorie breit gemacht, alles wieder zu öffnen. Auch deswegen gab es Fehlentscheidungen aus der Politik, den Betrieb der Impfzentren zu reduzieren und Testzentren sogar großflächig zu schließen. Ein vermeidbarer Fehler.

Aktuell wird wieder deutlich mehr getestet: Ein Abstrich wird in einem Labor auf das Coronavirus untersucht.

Und dann entstand dieser erzwungene Aktionismus?

Seissinger: Sozusagen. Echte Impfskeptiker lassen sich nicht mit Argumenten überzeugen. Aber: Die Verschärfungen in Richtung 3G, 3G-Plus, 2G und 2G-Plus haben Druck aufgebaut. Und scheinbar funktioniert ein Großteil der Bevölkerung nur über Druck, damit etwas passiert. Seitdem lassen sich wieder deutlich mehr Menschen impfen.

Damit sie nicht ausgeschlossen werden?

Seissinger: Natürlich auch. Jedes Argument für die Impfung ist ein gutes Argument. „Jetzt lasse ich mich halt doch impfen, damit ich dies und das wieder tun darf“, höre ich oft in meiner Praxis. Doch leider müssen jetzt alle Bevölkerungsgruppen wieder zurück stecken wegen des regionalen Lockdowns. Ich möchte auch gerne wieder im Landkreis Traunstein essen gehen oder ein Konzert besuchen. Darauf verzichten wir mit Blick aufs große Ganze.

Absichtliches Anstecken ein unverzeihliches „No Go“

Es soll „Corona-Partys“ geben, bei denen sich Menschen absichtlich anstecken, um danach „genesen“ zu sein.

Seissiger: Das ist hoch riskant und gefährlich. Auch ich habe von Familien aus dem Raum Ruhpolding gehört, die sich dahingehend zusammengetan haben. Oder Kinder wurden positiv auf Covid-19 getestet und trotzdem in den Kindergarten geschickt. All diese Dinge zeugen von großem Unverständnis und machen alles noch schlimmer. Bitte nicht nachmachen!

Wie genau die mRNA- und Vektor-Impfstoffe funktionieren, wie Infektionsketten entstehen, das erfahrt ihr in Teil II unseres Interviews mit Dr. med. Lothar Seissiger.

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