Diskussion um Wohnbebauung und Hochwassergefahren

Daxerau: "Optimaler Standort" oder "nicht zu versichern"?

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Traunstein - Soll auf dem Gelände des alten Tennis-Centers ein großes Baugebiet entstehen? Bedenken um Hochwassergefahren bleiben bestehen, für andere ist es dagegen ein "optimaler Standort".

"Ist es überhaupt möglich, sein Haus in dieser Lage zu versichern? Die Zukunft der Klimaerwärmung wird Überraschungen bringen, das hat man in Simbach gesehen. Ich traue mich hier nicht zuzustimmen, weil ich Angst habe, dass etwas Schlimmeres passieren kann" - im Planungsausschuss war Grünen-Rätin Burgi Mörtl-Körner mit ihren Bedenken alleine, doch die Öffentlichkeitsbeteiligung zeigt, dass sie nicht die einzige ist, die sich sorgt.

Daxerau liegt im Überschwemmungsgebiet bei Extremhochwasser - noch

Bei einem "Extremhochwasser" wäre nicht nur die Daxerau, sondern die gesamte untere Stadt betroffen.

Es geht um die Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplanes für die Daxerau. Auf dem Areal des ehemaligen Tennis-Centers soll Wohnraum entstehen. Doch das Gebiet liegt im Überschwemmungsgebiet bei einem Extremhochwasser ("HQ-Extrem") von Traun und Röthelbach - zumindest noch. Schon seit Monaten läuft ein Verfahren beim Wasserwirtschaftsamt, die Überschwemmungsgebiete in Traunstein neu zu definieren. Die Daxerau würde dann aus dieser Kategorie herausgenommen, doch noch ist das nicht geschehen.

Nun wurden die Bedenken von Behörden und Privatpersonen im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung ausgewertet. Die Einwände drehen sich vor allem um eine mögliche Hochwasserproblematik, aber auch um Lärm (Schießanlage der Jagdschützen, Eisstocksport am Röthelbachweiher, Schwimmbad) oder eine schwierige Anbindung an die B306. Aber: Alle bisherigen Gutachten von Privatfirmen zum Wasserrecht, die sich für eine Bebauung aussprechen, gingen auch ans Wasserwirtschaftsamt - und das widersprach nicht.

Neue Ampel an Einmündung zur B306?

"Für ein hundertjähriges Hochwasser ist die Daxerau gewappnet", beschwichtigte Bernhard Glaßl vom Bauamt. Auch die meisten Ausschussmitglieder sprachen sich offen für Wohnbebauung dort aus: "Das Gebiet ist gut erschlossen, es ist zum Teil schon bebaut, nichts muss abgeholzt werden und wir brauchen Wohnungen. Das ist ein optimaler Standort", so Wolfgang Osenstätter. Wegen der problematischen Anbindung an die B306 will die Stadt untersuchen, ob dort eine Ampel gebaut werden kann: "Durch das Schwimmbad ist die Kreuzung eh schon manchmal überlastet", so Glaßl. 

Fakt ist aber auch: Noch immer steckt die Stadt mitten im Flächennutzungsplanverfahren, abgeschlossen ist es noch nicht. Auch der Stadtrat muss am kommenden Donnerstag noch zustimmen. Geht es in einem nächsten Schritt im Bebauungsplan dann um die Details, werden die Öffentlichkeit und ihre Bedenken wiederum eingebunden. 

xe

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