Pressemitteilung Unabhängige Wähler Traunstein e.V.

Erneuerbare Energie und Wertschöpfung vor Ort

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Besichtigung und Diskussion im Maschinenraum der Wasserkraftwerke Haslach

Traunstein - "Die Müller sind die Pioniere der Wasserkraft!" So begann Hans Gfaller, Geschäftsführer der Haslacher Mühle, seine Führung für die Unabhängigen Wähler Traunstein e. V. durch seine beiden Wasserkraftwerke.

Die dazugehörige Mühle im Traunsteiner Stadtteil Haslach gibt es schon seit fast 1000 Jahren und wird von der Familie Gfaller inzwischen schon in der 4. Generation mit derzeit vier Beschäftigten betrieben. Die Stromversorgung für die 60 Elektromotoren dieser Getreidemühle erfolgt aus den betriebseigenen, beiden Wasserkraftwerken.

Schon 1937, also vor fast 100 Jahren, wurde dazu bereits eine "Francis-Turbine" mit einem Leistungsvermögen von 110 Kilowatt in Betrieb genommen. Sie liefert seitdem nicht nur für die Mühle, sondern obendrein auch für die angeschlossenen Traunsteiner Bürger "ökologischen Strom" aus der Wasserkraft.

"Im Rahmen der Erstellung des Hochwasserschutzes an der Traun in Haslach und der Daxerau konnte mit dem einhergehenden Zusammenschluss des Haslacher und des Traunsteiner Mühlbaches die Ausleitekapazität am Seiboldsdorfer Wehr von 6,2 auf 10 cbm pro Sekunde erhöht werden. Diese Maßnahme ermöglichte in der Summe nicht nur einen tatsächlich funktionierenden Hochwasserschutz für die Wohn- und Gewerbegebiete, einschließlich Daxerau, in Traunstein-Süd, sondern auch den Neubau von 2 weiteren Wasserkraftwerken durch die Firma Gfaller-Mehl - in Haslach - und die Stadtwerke Traunstein am Schwimmbad", so Hans Gfaller bei seinem Vortrag. Sein neues E-Werk, das 2012 in Betrieb genommen wurde, habe mit einer "Dive-Turbine" als Triebwerk eine Leistung von 120 Kilowatt. So würden durch die Anlagen der Familie Gfaller jährlich 1,2 Megawattstunden Strom erzeugt werden. Insgesamt könnten damit, zusammen mit den anderen Wasserkraftwerken an diesem Mühlbach, 1500 Haushalte mit ökologisch erzeugtem, sauberem Strom versorgt werden.

Gfaller erklärte weiter, dass nebenbei mit diesem Projekt zusätzlich eine Fischtreppe und ein Biotop als ökologische Verbesserungen geschaffen worden wären. In der anschließenden Diskussion beim Wirt am Hochberg, lobte UW-Pressereferent Herbert Ertl die örtliche Wasserkraft als eine Energieerzeugung, mit der der Strom auch ohne riesige Zuführungstrassen direkt zu den Verbrauchern käme. Im Gegensatz zu den hässlichen Windkrafträdern würden diese Anlagen sich auch optimal in unsere wunderschöne Chiemgauer Landschaft einfügen. Dem ergänzte Geschäftsführer Hans Gfaller, dass auch der Vorwurf der "Fisch-Heckselei" überhaupt nicht zuträfe, da neben einem Rechen, der den Schachteingang abdecke, eine Nebenstrecke für Fische zusätzlichen Schutz biete, da ja nicht die gesamte Wassermenge durch Turbinenschacht fließe.

"Versuche der TU München in einem Forschungsprojekt zu diesem Thema haben obendrein gezeigt, dass die Fische immer einer horizontalen Strömung folgen, d. h. sie 'fallen' nicht in einen Turbinenschacht und können so die Anlage gefahrlos passieren"

, sagte UW-Schriftführer Tobi Steinberger dazu, der gleichzeitig auch Hobbyangler ist.

Der Vorsitzende der Unabhängigen Wähler Traunstein e. V. Ernst Haider resümierte, dass das Projekt Haslacher Mühle zusammen mit der Schaffung des funktionierenden Hochwasserschutzes ein positives Beispiel für die Aufwertung eines Stadtteiles in Einheit mit der Gewinnung "grüner" Energie sei. Das Ganze wäre unter Einhaltung, ja sogar Verbesserung ökologischer Gesichtspunkte abgewickelt worden. Er führte weiterhin aus: "Außerdem bleibt dabei die gesamte Wertschöpfung in der Stadt Traunstein und das sehen wir insgesamt sehr positiv!"

Pressemitteilung Unabhängige Wähler Traunstein e.V.

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