Rund 140 Teilnehmer in Traunstein

„Es gibt kein Recht auf Kohlebagger-Fahren": FridaysForFuture meldet sich zurück

Rund 130 Teilnehmer versammelten sich zur Fridays-for-Future-Kundgebung am 25. September im Traunsteiner Stadtpark
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Rund 130 Teilnehmer versammelten sich zur Fridays-for-Future-Kundgebung am 25. September im Traunsteiner Stadtpark. „Es gibt kein Recht auf Kohlebagger-Fahren“, so einer der Slogans auf der Demo.

Traunstein - Es war der erste bundesweite Klimastreik seit der Corona-Pandemie: In Traunstein wurde akkurat auf die Einhaltung der Hygieneregeln geachtet - und die politischen Ziele erneuert.

Waldbrände in Kalifornien, der Kohlenabbau in Deutschland, das Artensterben in Bayern oder neue Kiesgruben im Chiemgau - thematisch war die Kundgebung von „Fridays for Future“ am Freitag, 25. September, in Traunstein breit gefächert. Rund 130 Teilnehmer kamen im Stadtpark bei andauernden Regenfällen zusammen. Während zu Beginn der Demos Anfang 2019 fast ausschließlich Schüler auf die Straße gingen, stellten sie in Traunstein augenscheinlich eher eine Minderheit dar. Ähnliche Kundgebungen gab es am frühen Freitagnachmittag auch in Bad Reichenhall, Burghausen, Prien, Rosenheim und Waldkraiburg.


Erste Fridays-for-Future-Demonstration seit Corona in Traunstein

„Nur durch und mit Euch ist Bewegung in die Sache gekommen“, bedankte sich Rednerin Beate Rutkowski vom Bund Naturschutz bei den jungen Organisatoren der Kundgebung. Alle Entscheidungen auf kommunaler Ebene müssten auf ihre Auswirkungen auf den Klimaschutz hin untersucht werden, forderte sie. In einzelnen Städten der Region wird das seit kurzem gemacht. Außerdem warnte sie davor, Wiesen und Wälder für den Kiesabbau zu Opfern.


Viele der Teilnehmer brachten selbstgebastelte Schilder und Transparente mit - wie gegen ein Kiesabbauprojekt bei Seeon (im Hintergrund).

Redner Luca warnte vor der Zerstörung von Lebensräumen durch Waldbrände. „Wir fordern sofortige Maßnahmen gegen das Artensterben, denn wir haben keinen zweiten Planeten“, so der junge Mann. Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Sengl schloss sich an: „Wenn die Politik beim Klimawandel genauso entschlossen handeln würde, wie bei Corona, wären wir schon viel weiter."

Die Pandemie habe hoffentlich den Blick vieler Menschen geschärft: „Vielleicht wissen wir jetzt endlich, dass langsam besser ist als schnell, nah besser als fern und weniger besser ist als mehr“, so Sengl. Der Lebensstil in den reichen Nationen sei zu verschwenderisch. Passend dazu rief ein junger Redner dazu auf, schon mit kleinen Dingen und beim Konsum einiges bewirken zu können: „Immer mehr regionale und biologische Lebensmittel in unseren Supermärkten sind das beste Beispiel."

Auch Landtagsabgeordnete Gisela Sengl (Grüne) hielt auf der Kundgebung eine kurze Rede.

Auf die Einhaltung des Hygienekonzepts für die Kundgebung legten die Organisatoren in Traunstein großen Wert. Das Tragen einer Maske war für alle Teilnehmer Pflicht, das Mikrofon wurde nach jedem Redebeitrag desinfiziert und über Lautsprecher wurde wiederholt dazu aufgefordert, Mindestabstände zwischen Gruppen bzw. Personen einzuhalten.

xe

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