Traunsteiner Feuerwehr zieht Resümee

"Wir haben unsere Kapazitätsgrenze erreicht!"

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Die Feuerwehr Traunstein wurde im ersten Halbjahr zu mehr als 500 Einsätzen alarmiert. Das sind fast doppelt so viele wie im gesamten vorherigen Jahr. Von Kleinigkeiten bis hin zum Katastrophenalarm sind sie täglich im Einsatz. Christian Schulz und Andreas Zeiser informierten nun im Gespräch, dass die Kapazitätsgrenze erreicht sei. Gleichzeitig sind sie sehr stolz auf ihre 103 Ehrenamtlichen. Ohne das enorme freiwillige Engagement sei das Pensum ohnehin nicht zu schaffen.

Traunstein - Die Feuerwehr wurde im ersten Halbjahr zu 504 Einsätzen gerufen. Das sind fast doppelt so viel wie im Gesamtjahr 2018. Jetzt ziehen die Traunsteiner Kommandanten Bilanz und rühren die Werbetrommel.

Im Gespräch mit chiemgau24.de informierten die beiden Traunsteiner Kommandanten Christian Schulz und Andreas Zeiser über die hohe Auslastung der Traunsteiner Feuerwehr. 2019 verzeichnet die Wehr mit 504 Einsätzen und annähernd 6000 Einsatzstunden im ersten Halbjahr fast doppelt so viel, wie im gesamten Vorjahr. 

Großen Respekt zollen sie dabei ihren 103 Aktiven aber auch deren Arbeitgeber für die meist unkomplizierte Freistellung bei Einsätzen. Probleme sehen sie insbesondere bei der Nutzungsdauer der Fahrzeuge und Ausrüstung und dem steigenden Verwaltungsaufwand. 

Die hohe Auslastung rührt nicht alleine auf die „Schneelage“ zu Jahresbeginn. Hier waren die Feuerwehren der Stadt, also die Kernstadtwehr sowie die Wehren aus Haslach, Hochberg, Kammer und Wolkersdorf über Tage hinweg stark gefordert. Unterstützt wurden sie zusätzlich vom einem „Hilfeleistungskontingent Bayern“ aus Freising. 

Darüber hinaus galt es zwei Gebäudeeinstürze abzuarbeiten und eine extrem zeitaufwändige Vermisstensuche durchzuführen. Neben den insgesamt 415 technischen Einsätzen, wurden Traunsteins Florianjünger zu 48 Brandeinsätzen und drei Gefahrguteinsätzen gerufen. 

Im gesamten ersten Halbjahr sei kaum ein Tag vergangen, an dem Traunsteins Feuerwehler nicht zu einem Einsatz ausrücken mussten. „Es waren Tage dabei, an denen sind wir drei bzw. viermal alarmiert worden“, so Andreas Zeiser. "Wir sind schon sehr stolz auf unsere ehrenamtlichen Aktiven. Ohne deren unermüdliches Engagement wären wir absolut aufgeschmissen“, freut sich der zweite Kommandant. 

Ohne die verständnisvollen Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter bei Alarmen freistellen oder die Selbstständigen, wären unsere Strukturen nicht mehr haltbar, da sind sich beide Kommandanten einig. 

2019 konnten durch die Traunsteiner Feuerwehr fast 50 Personen gerettet oder medizinisch erstversorgt werden. Das sind dann die Momente, in denen wir glücklich von den Einsätzen nach Hause fahren, erklärt Schulz. Belastend sind die Einsätze, bei denen Menschen verstorben sind. 

Was jedoch kaum in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird ist, dass im Hintergrund ganz viel Aus- und Weiterbildung läuft. Die Aktiven müssen die Ausrüstung beherrschen, um sie im Notfall sicher zum Einsatz zu bringen. Aber auch in Sachen Brandschutzerziehung, Feuerlöschunterweisung und vorbeugenden Brandschutz ist die Feuerwehr gefordert. Beispielsweise haben in diesem Jahr bereits mehr als 180 Personen eine Feuerlöschunterweisung durch die ehrenamtlichen Einsatzkräfte erhalten. 

Christian Schulz erklärt, dass mit den steigenden Einsatzzahlen auch der Verwaltungsaufwand deutlich in die Höhe geht. Der Einsatz endet ja nicht mit dem Kommando „Feuer aus“, so der Kommandant. Insbesondere für die Führungskräfte wartet dann noch jede Menge Büroarbeit, ehe ein Einsatz abgeschlossen ist. 

Darüber hinaus hat er Bedenken, dass die geplante Nutzungsdauer der Fahrzeuge und Geräte von mindestens 25 Jahren eingehalten werden kann. Die hohe Beanspruchung der Ausrüstung führt zu einem schnelleren Verschleiß und somit sieht er die Beschaffungsplanungen als nicht mehr haltbar. 

Abschließend rühren die Beiden noch die Werbetrommel für Menschen die sich für die Feuerwehr interessieren. Für die Traunsteiner Kommandanten ist und bleibt die Feuerwehr das schönste Ehrenamt auf der Welt. Die große Gemeinschaft, sich gegenseitig zu unterstützen, an einem Strang ziehen und Anderen in einer Notlage zu helfen, das gibt ein gutes Gefühl. 

Mitmachen können dabei fast Alle. Egal ob Frau oder Mann, Klein oder Groß, Latzhosen- oder Anzugträger, heller oder dunkler Hauttyp, viele oder wenige Haare sowie Einheimische oder „Zuagroasde“. Jeder findet innerhalb der Feuerwehr eine Aufgabe, die Spaß macht. Entscheidend ist, sich in ein Team zu integrieren sowie Mensch und Tier im Notfall helfen zu wollen. 

Informieren kann man sich unter www.Feuerwehr-Traunstein.dewww.KFV-Traunstein.de oder direkt bei den jeweiligen Feuerwehren vor Ort.

hob

Feuerwehr zieht Resümee für das erste Halbjahr 2019

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