FFW Hochberg zieht Bilanz für 2016

Einsatzfahrzeug ist "tickende Zeitbombe"

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Traunstein - Die Freiwillige Feuerwehr Hochberg hatte im vergangenen Jahr zwölf Einsätze mit 182 Einsatzstunden. Einsatzschwerpunkt bei den neun technischen Hilfeleistungen waren sechs Verkehrsunfälle auf der Südspange, wie 2. Kommandant Franz Geisreiter berichtete.

Drei Einsätze betrafen sonstige Tätigkeiten wie zum Beispiel Verkehrsabsicherung. Brandeinsätze gab es keine. Bei 21 Übungen wurden die Grundkenntnisse vertieft. Besonderes Augenmerk richteten die Hochberger Einsatzkräfte dabei auf die Wasserversorgung, die auf dem Hochberg wegen der topografischen Verhältnisse ein großes Problem darstellt. Eine Großübung wurde zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Kammer abgehalten.

Geisreiter erinnerte die Bevölkerung an die Einbaupflicht von Rauchmeldern, die am 1. Januar 2017 für bestehenden Wohnraum gilt. Das Problem sei bei Bränden meistens nicht der Tod durch Feuer, sondern durch Ersticken. Wegen der vielen Elektrogeräte in den Haushalten riet er ebenfalls zum Kauf eines Feuerlöschers. Er sprach zudem die Hoffnung aus, dass bald mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses begonnen werde, denn die Hochberger Feuerwehr werde besonders wegen ihrer Ortskenntnis dringend gebraucht.

Den Ausblick auf das laufende Jahr gab 1. Kommandant Thomas Hasenöhrl. Vorgesehen sind 24 Übungen, eine Übung mit der Kammerer Wehr sowie eine Großübung mit den vier anderen Traunsteiner Feuerwehren in Wolkersdorf. Geplant sind die Teilnahme an einem Funklehrgang, an einem Lehrgang für Atemschutzgeräteträger und die Besichtigung der Integrierten Leitstelle (ILS) in Traunstein. Abgelegt werden soll das Leistungsabzeichen „Die Gruppe im Löscheinsatz“. Mit der personellen Ausstattung war Hasenöhrl zufrieden. Seit 2015 verzeichnete die Hochberger Feuerwehr acht Neuzugänge, sodass sie aktuell über 39 Aktive verfügt. Dadurch sei auch die Tagesalarmbereitschaft besser geworden. Wegen der langen Anfahrtszeiten müsse man jedoch die Ausrückzeiten noch verbessern. Die Übungsbeteiligung bezeichnete er als sehr gut.

Neubau des Feuerwehrhauses ein Problem

Die Gesamtsituation sei wegen des Feuerwehrhauses und der damit verbundenen Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeugs nicht ganz unproblematisch. Die Fahrzeugbeschaffung sei nämlich aus Platzgründen nicht möglich, solange der Neubau des Feuerwehrhauses nicht geklärt sei. Oberbürgermeister Christian Kegel erklärte, die Stadt versuche seit Jahren, beim Feuerwehrhaus eine Lösung zu schaffen. Eine Machbarkeitsstudie habe den Abriss und Neubau an gleicher Stelle vorgeschlagen. Dies sei jedoch aus verschiedenen Gründen gescheitert, sodass man den gleichen Stand habe wie zuvor. Jetzt sei die Stadt auf der Suche nach einem Grundstück. Man habe sich vorgenommen, die Grundstücksfrage bis Juni zu klären. Auf nähere Einzelheiten wollte der Oberbürgermeister mit Blick auf laufende Verhandlungen nicht eingehen. Er betonte jedoch: „Das Thema brennt uns wie Euch auf den Nägeln.“ Am jetzigen Standort werde es nicht weitergehen. Auch die Stadt wolle, dass die Feuerwehr Hochberg endlich ihr neues Feuerwehrhaus und damit auch ihr neues Fahrzeug bekomme. Die Feuerwehr sei ein wichtiger Bestandteil der Hochberger Dorfgemeinschaft. Kegel dankte deshalb für die Geduld beim Feuerwehrhaus und für die hervorragende Zusammenarbeit.

Außerdem stellte er fest, dass der Unfallschwerpunkt auf der Südspange demnächst durch eine Ampelanlage entschärft werde. Kreisbrandrat Hans Gnadl lobte die acht Neuzugänge mit „Frauenpower“. Die Feuerwehr sei keine Männerdomäne mehr. Frauen seien wichtig für die Tageseinsätze. Zudem sei der Umgangston nicht mehr sei rau. Die Hochberger Wehr habe außerdem eine wunderbare Mischung aus Jung und Alt. „Die Hochberger Feuerwehr lebt und das wissen wir zu schätzen“, betonte er. Er sprach die Hoffnung aus, dass er Mitte des Jahres in der Zeitung lese, die Grundstücksverhandlungen für das neue Feuerwehrhaus seien erfolgreich verlaufen.

Gnadl: "Das ist eine tickende Zeitbombe"

Die Feuerwehr brauche dringend einen Raum für Ausbildung und Schulung sowie Waschgelegenheiten. Das Einsatzfahrzeug sei nicht mehr zeitgemäß und es gebe keine Ersatzteile mehr. „Das ist eine tickende Zeitbombe“, so Gnadl. Der Stadt Traunstein gab er den Rat, an diesem Thema dran zu bleiben, damit sie die Hochberger Feuerwehrleute nicht vergraule. Zusammen mit Kreisbrandinspektor Manfred Unterstein ehrte der Kreisbrandrat Christian Maier, Helmut Steininger und Georg Vitzthum mit dem silbernen Feuerwehrehrenzeichen für 25 Jahre aktive Dienstzeit. Vom Vorstand des Feuerwehrvereins, Christian Strasser, bekamen sie ein Bierkürgerl, weil sie ebenfalls auf 25 Jahre Mitgliedschaft im Feuerwehrverein zurückblicken können. Vorstand Strasser blickte auf das vergangene Jahr zurück.

Der Verein nahm am Florianitag in Haslach, an der Eröffnung des Traunsteiner Frühlingsfestes, am Jahrtag auf dem Hochberg und der der Primiz von Dr. Benjamin Bihl teil. Ein Erfolg waren wiederum das Kinderfest und das Fußballspiel mit dem Trachtenverein Hochberg. In diesem Jahr stehen bereits der Florianitag in Haslach, die Eröffnung des Frühlingsfestes, der Hochberger Jahrtag, das 125. Gründungsjubiläum des GTEV „Trauntal“ Traunstein, das Kinderfest und das Jahresabschlussessen auf dem Terminkalender.

Bjr

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