Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Forstwettbewerb im Bürgerwald ein voller Erfolg 

Angehende Landwirte aus dem BGL und Traunstein: Waldarbeit will gelernt sein

Forstwettbewerb der Auszubildenden Landwirtschaft im Bürgerwald Traunstein
+
Mit voller Konzentration zeigt eine Kandidatin das Fallkerbschneiden mit Fällschnitt. 

Ein Baustein in der Berufsausbildung zum Landwirt ist der forstliche Wettbewerb. Für zukünftige Landwirte, die die Berufsschule in Traunstein besuchen, wird er  alle zwei Jahre vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein im Traunsteiner Bürgerwald ausgerichtet.

Traunstein/Berchtesgadener Land - In diesem Jahr haben 37 Auszubildende, die im ersten und zweiten betrieblichen Ausbildungsjahr stehen, daran teilgenommen. Die Organisation oblag dem Berater für Bildungsfragen am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF ) Traunstein, Alfons Osenstätter. Die Ausrichtung des Wettbewerbes wurde von den Revierleiterinnen und Revierleitern des Forstbereiches sowie den Forstwirtschaftsmeistern des Bergwalderlebniszentrums des AELFs sichergestellt.

Bürgerwald Traunstein: Wettbewerb für angehende Landwirte

Nach einem Tag Vorbereitungszeit mit einem Theorieteil gefolgt von praktischen Übungen im Wald, begann am zweiten Tag der eigentliche Wettbewerb. Dabei war das Tragen einer vorschriftsmäßigen Schutzausrüstung und das Vorhalten einer eigenen Motorsäge Pflicht. An vier Stationen ging es um die Themen Pflanzung, Fallkerbschneiden mit Fällschnitt, Kombinationsschnitt und Präzisionschnitt.

An jeder Station bekamen die Teilnehmer Punkte für ihr Können, je nachdem ob und in welchem Umfang die festgelegten Bewertungskriterien erfüllt worden sind. Maximal konnten 350 Punkte erzielt werden. Mit 316 Punkten belegte Ludwig Peter Moritz den ersten Platz, gefolgt von Ludwig Minckwitz mit 309 Punkten und Quirin Maier mit 305 Punkten. Der Sieger konnte sich über eine neue Motorsäge im Wert von 400 Euro freuen, die die Firma Endress gesponsert hatte. Deren Vertreter Martin Standl hat den Wettbewerb mitverfolgt. 

Die Besten: Sie erzielten die höchsten Punktzahlen (v.l.): Ludwig Minckwitz (Platz 2), Ludwig Peter Moritz (Platz 1) und Quirin Maier (Platz 3).  

„Achtung, Baum fällt!“ Der sicherheitstechnische Warnruf eines Wettbewerbteilnehmers an der ersten Station gehörte zur Simulation einer Baumfällung, die hier die Aufgabe war. Forstwirtschaftsmeister Josef Mörtel erklärte worauf es ankommt. Neben dem richtigen Umgang mit der Motorsäge, musste der Fallkerb in Richtung eines festgesetzten Zielpflocks richtig gesetzt werden. Nach dem schon angesprochenen Warnruf erfolgte der Fällschnitt mit Achtung auf die passende Bruchstufe und Bruchleiste. Dies alles musste in maximal vier Minuten geschehen. 

Die Abtrennung von drei bis acht Zentimeter dicken Scheiben von einem circa dreißig Zentimeter dicken liegenden Stamm durch einen sauberen Kombinationsschnitt war die nächste Aufgabe für die Teilnehmer. Mit der Motorsäge musste der Schnitt etwa bis zur Stammmitte, zuerst von oben, dann von unten durchgeführt werden. Die beiden Schnitte sollten möglichst genau aufeinander passen, so dass man auf der Scheibe möglichst keine Abweichung hatte, denn dafür gab es Punktabzüge. Bewerter Forstwirt Reinhard Koch, der diese Station schon seit 2008 betreut, vermaß den Unterschied ganz genau und setzte das Ergebnis in Punkte um. 

Auch beim dem Präzisionsschnitt ging es um das Absägen einer ähnlichen Scheibe wie beim Kombinationsschnitt, diesmal aber mit einem präzise ausgeführten Stechschnitt, mit einer Schnittführung nach unten und anschließend nach oben. Die abgeschnittenen Stammscheiben mussten, so der hier verantwortliche Forstwirt Josef Weiß, winkelgerecht zur Stammscheibe sein. Einigen Bewerbern gelang dies bereits sehr gut, andere müssen wohl  bis zu einem optimalen Schnitt noch üben. 

Zur nachhaltigen Bewirtschaftung eines Waldes gehört auch die Pflanzung zur Begründung der nächsten Waldgeneration. Hier spielt nicht nur die Herkunft und Qualität der Jungpflanzen eine große Rolle, sondern auch die korrekte Ausführung des Pflanzvorgangs. Unter den kritischen Augen von Förster Hans-Peter Heinisch führten die Wettbewerbsteilnehmer die für den Forst typische Hohlspatenpflanzung mit jungen  Buchen durch. Unter anderem achteten die Prüfer auf die richtige Aushebung des Pflanzlochs, die Tiefe und Stellung der Pflanzen im Boden und die Einhaltung der Pflanzabstände. 

„Viele Landwirte sind auch Waldbesitzer und müssen die praktischen Fähigkeiten zur Bewirtschaftung ihres Waldes mit sich bringen“, so Wolfgang Madl, Bereichsleiter Forsten am AELf Traunstein, der am Ende des Tages in Vertretung von Amtsleiter Alfons Leitenbacher die Siegerehrung vorgenommen hat. „Deshalb unterstützen wir als AELF diese Veranstaltung immer wieder gerne. Die Qualität der Arbeit im Wald, die richtige Pflege und Nutzung aber auch die Sicherheit derer, die sie ausführen, ist uns sehr wichtig“.  „Waldarbeit muss gelernt sein, in Theorie und Praxis“ ergänzte Franz Käsmeier, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung (WBV) Berchtesgaden Laufen, die ebenso wie die WBV Traunstein die Veranstaltung gesponsort hat. Im Wald sei  viel Potential  für die Waldbesitzer, das gerade in Zeiten der Energiewende zunehmend wichtig werde. Aus Sicht aller Beteiligten war es eine gelungene Veranstaltung, bei der die  Auszubildenden ihr Können bei der Waldarbeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben.

kon

Kommentare