Große Wohnbauoffensive im ganzen Landkreis

Fünfstöckiges Wohnheim am Traunsteiner Bahnhof geplant

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Die Güterhalle am Traunsteiner Bahnhof soll im Gegenzug abgerissen werden. 
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Traunstein - Der Landkreis geht beim Wohnbau in die Offensive: In den kommenden Jahren will das Landratsamt hunderte neue Wohnungen bauen - auch am Traunsteiner Bahnhof anstelle der Güterhalle.

Die Pläne werden konkreter: Der Landkreis plant, anstelle der Güterhalle am Traunsteiner Bahnhof, ein Wohnheim für Berufsschüler - ein sogenanntes Boardinghouse - zu bauen. Im Rahmen der Kreistagssitzung am Freitagvormittag wurden weitere Details öffentlich. 

Das Wohnheim soll zusätzlich zum Erdgeschoß fünf Obergeschoße bekommen. "Warum sollte man am Traunsteiner Bahnhof nicht in die Höhe bauen?", fragte Landrat Siegfried Walch in die Runde. In Hinblick auf das Thema Flächensparen merkte er an: "Da müssen manche vielleicht auch ihre grundsätzliche Einstellung zum Bauen in die Höhe ändern." Mehr als fünf Obergeschoße seien wegen Brandschutzauflagen aber nicht möglich.

Versetzung eines Hochspannungsmastens der Bahn könnte teuer werden

Das größte Problem in der Planung: In die Güterhalle ist ein Hochspannungsmasten der Bahn integriert, dieser muss versetzt werden. "Bis zum Jahresende bekommen wir von der Deutschen Bahn ein Angebot, was diese Versetzung kosten soll", so Walch. Die Versetzung könnte teuer werden: Traunsteins Oberbürgermeister Kegel bezifferte die Kosten vor zwei Jahren auf 360.000 Euro. Darüber hinaus müsse man auch Details des Wohnheims noch abklären, zum Beispiel, ob eine Gemeinschaftsküche gebraucht wird. 

Fotos: Ein Blick in die Güterhalle

"Das Wohnheim hat auch deshalb oberste Priorität, weil wir dadurch den Berufsschul- und Gewerbestandort Traunstein sichern. Darüber hinaus wird dadurch indirekt wieder neuer Wohnraum frei, weil die Berufsschüler ja momentan in normalen Wohnungen untergebracht sind", so Walch. Die Güterhalle wird im Gegenzug abgerissen. In der Stadt hat man dort in jüngster Zeit ohnehin vermehrt mit Einbrüchen und Vandalismus zu kämpfen, der Stadtrat diskutierte das Thema bereits. Darüber hinaus gibt es für das Bahnhofs-Areal West ohnehin Pläne für eine große Umgestaltung

Neue, günstige Wohnungen im Landkreis

Das "Boardinghouse" am Traunsteiner Bahnhof ist nur ein Teil der Wohnbauoffensive des Landratsamtes. Geplant ist in den kommenden Jahren hunderte Wohnungen im ganzen Landkreis zu errichten, wie bereits im Juni bekannt wurde. Rund 30 Millionen Euro werden dazu investiert. "Das wird der größte Wohnungsbau in der Geschichte des Landkreises Traunstein", so Landrat Walch. 

Nach dem Umzug sollen auch im Pallinger Altenheim 70 Wohnungen entstehen. 

Es sollen vorrangig Wohnungen für Mitarbeiter von Landkreis-Einrichtungen und sozial Schwächere werden. Walch rechnet mit Mietpreisen zwischen sieben und acht Euro pro Quadratmeter. In der Kreistagssitzung am Freitagvormittag sickerte außerdem durch, dass es Überlegungen gibt, die Wohnheime am Trostberger Krankenhaus abzureißen und neu zu bauen. 

Die geplanten Wohnbauprojekte im Einzelnen

  • Palling: Nach dem Umzug des Pallinger Altenheimes wird das Gebäude für zehn Millionen Euro grundlegend saniert. Insgesamt 70 Wohnungen sollen entstehen. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2022 angepeilt.
  • Traunstein: Hinter dem Reha-Zentrum im Gewerbegebiet Kaserne wird ein weiteres Personal- und Schülerwohnheim für das Krankenhaus gebaut. 64 Wohnungen werden in drei Ober- und einem Dachgeschoß entstehen, das Investitionsvolumen liegt bei fünf Millionen Euro. Im kommenden Jahr soll mit dem Bau begonnen werden.
  • Traunreut: Das Mietshaus an der Karlsbader Straße 21 wird für 1,5 Millionen Euro abgerissen und neugebaut, so dass dort künftig neun Wohnungen zu finden sind. Mitte 2019 soll begonnen werden.

xe

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