Pressemitteilung SPD OV Traunstein

Geh- und Radwege immer wichtiger in einer Stadt

Traunstein - "Aus dem bisherigen 'urbanen Gebiet' am Bahnhof West soll nach gemeinsamer Auffassung von Landkreis und Stadt Traunstein jetzt ein 'Sondergebiet Bildungscampus' werden", so eröffnete Oberbürgermeister Christian Kegel den gut besuchten Stammtisch der Traunsteiner SPD im Gasthof Haidforst.

Neben zahlreichen Mitgliedern konnte er als Ortsvorsitzender auch einige Gäste begrüßen, die alle sehr an dem Thema interessiert waren. "Wichtig ist, dass die Grundstücke zur Verfügung stehen. Sie gehören privaten Eigentümern und dem Bundeseisenbahnvermögen, da müssen vom Landkreis noch entsprechende Verhandlungen geführt werden", so der Oberbürgermeister. Für den Stadtrat sei klar, dass die der Stadt gehörenden Grundstücke (Güterhalle, Straße, Teilflächen und der Pendlerparkplatz) mit einzuplanen seien.Die Stadt begrüßt es, dass die Technische Universität Rosenheim, die IHK und die Handwerkskammer Oberbayern ein gemeinsames Bildungsprojekt verwirklichen wollen, wie auch die weit überwiegende Zustimmung im Stadtrat gezeigt hat. Ein Wohnheim für Schüler, Studierende und Auszubildende sowie ausreichend Parkplätze für den Bahnhofsbereich und die Reisenden gehörten dazu.

Fraktionsvorsitzender Peter Forster betonte, dass Traunstein schon länger bestrebt war, Hochschulstandort zu werden, was für ein Oberzentrum wichtig und angemessen sei. Damit werde die jetzt schon sehr vielfältige Schullandschaft in Traunstein weiter aufgewertet. Aber auch das Handwerk werde von dem Bildungscampus profitieren, was für die Betriebe in der Region ebenso wichtig sei wie für die Auszubildenden.

Dass ein Jugendtreff am Standort Bahnhof nun eher unwahrscheinlich ist, bedauerte Bernhard Ostermayer. Obwohl der Jugendtreff am Rathaus zunächst ein Ausweg für die Jugendlichen war, werde der Standort auch wegen der ständig steigenden Zahl der Besucher keine Dauerlösung sein können, wie auch der Bericht der Jugendpflegerin kürzlich ergab. "Die Diskussion um ein Jugendzentrum soll weitergeführt werden", entgegnete dazu der Oberbürgermeister. Nach der früher einmal angedachten Jugendherberge fragte Siegfried Blach. Oberbürgermeister Kegel berichtete, dass nach Aussage des Landratsamtes das Wohnheim für die Auszubildenden jetzt Vorrang habe. Es sei ganz wichtig für Studierende und Auszubildende, am Ort wohnen zu können, um weite Anfahrtswege zu vermeiden.

"Fuß- und Radwege werden immer wichtiger in einer Stadt". Damit sprach der Oberbürgermeister ein weiteres Thema der Versammlung an.Am Umspannwerk solle jetzt ein neuer Fuß- und Radweg gebaut werden, um den Radweg von Wolkersdorf mit dem Radweg nach Nußdorf und weiter zum Chiemsee zu verbinden. Der Stadtrat müsse dem aber noch zustimmen. Es gebe für die Zukunft in Traunstein zwei Ziele: Überörtliche Radwege miteinander zu verbinden und aus jeder Himmelsrichtung mindestens eine Möglichkeit zu schaffen, mit dem Fahrrad die Innenstadt zu erreichen. Da gebe es noch einige Hindernisse, etwa an der Wegscheid stadteinwärts. Eine Verbreiterung des Gehwegs zum Geh- und Radweg sei nur möglich, wenn es entsprechende Umbaumaßnahmen an der Äußeren Rosenheimer Straße geben würde. Die Straßenbaulast in diesem Bereich liege aber nicht bei der Stadt, so der OB. Auch auf der Wolkersdorfer Straße stadteinwärts sei viel Fahrrad- und Autoverkehr. Da sei zu prüfen, ob etwa ein Verkehrsraum denkbar sei, den sich Fahrradfahrer und Autos gleichberechtigt teilen, wie es in München bereits praktiziert werde. Dem stimmte Dr. Ralph Joerger zu. Man müsse neue Lösungen denken und umsetzen. Das Grundproblem sei, dass das Fahrrad als Verkehrsmittel anerkannt werden müsse und nicht nur als Sportgerät oder Kinderspielzeug.

Peter Wiesnet beklagte, dass auf der Wasserburger Straße der Radweg sowohl stadteinwärts als auch stadtauswärts immer wieder unterbrochen sei. Ingrid Bödeker bestätigte dies und ergänzte, dass dort auch häufig Radfahrer in der falschen Richtung auf dem Radweg unterwegs seien, was für Autofahrer, die etwa aus Richtung Empfing einbiegen wollen, genauso gefährlich sei wie für die Radfahrer selbst. Robert Sattler griff dies auf und sprach sich dafür aus, dass gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz aller Verkehrsteilnehmer ebenso wichtig sei wie die Beachtung der Verkehrsregeln. Auch auf Fußgänger müsse Rücksicht genommen werden. Gerhard Hübner sprach sich dafür aus, die Innenstadt so weit zu verkehrsberuhigen, dass Fußgänger und Radfahrer Vorrang haben.

Das Fazit von Oberbürgermeister Kegel war, dass derFahrradverkehr nicht nur zur Minderung der Feinstaubbelastung immer wichtiger werde. Auch die Verkehrsbelastung der Innenstädte müsse verringert werden. Besonders wichtig sei es, den öffentlichen Personennahverkehr zu stärken und auszubauen. In jeder Hinsicht müssten daher viele kleine, aber auch mutige große Schritte gemacht werden.

Zum Thema Europawahl rief Ernst Schropp dazu auf, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zur Wahl gehen. Die SPD habe mit Maria Noichl aus Rosenheim eine hervorragende Kandidatin, die schon im Europaparlament sitzt. In ihrem Wahlprogramm setzt sie sich für die von der SPD proklamierten Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit, Soziales ein, besonders auch für Steuergerechtigkeit und einen Mindestlohn, auch auf EU-Ebene. Oberbürgermeister Kegel war es wichtig, keine Rechtsextremen aufkommen zu lassen und sich weiterhin für ein Europa des Friedens, des Wohlstands und der ökologischen Wende einzusetzen.

Pressemitteilung SPD OV Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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