Er bleibt aber weiterhin im Traunsteiner Rathaus

Immobilien-Deal hat Konsequenzen: Geldstrafe für Beamten

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Mit seinem Insiderwissen fädelte der Beamte vor zwei Jahren den Verkauf dieses Mietshauses in Traunstein an einen engen Verwandten ein. Vermutlich deshalb wurde ihm von der Landesanwaltschaft nun eine Geldstrafe aufgebrummt. 
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Traunstein - Eine Geldstrafe hat die Landesanwaltschaft nun gegen einen leitenden Beamten der Stadt verhängt: Hintergrund ist wohl ein Immobilien-Deal, der vor zwei Jahren für Schlagzeilen sorgte.

Die Höhe der verhängten Geldstrafe wurde von der Landesanwaltschaft nicht bekannt gegeben, doch sicher scheint: Weitere Konsequenzen hat der leitende Beamte nicht zu befürchten. Laut übereinstimmenden Medienberichten kann er weiterhin in seiner Position im Rathaus arbeiten. Eine Entfernung aus dem Beamtenverhältnis wäre für die Landesanwaltschaft nicht in Frage gekommen, dies sei "in Anbetracht der Schwere der Vorwürfe völlig unverhältnismäßig gewesen", so Oberbürgermeister Christian Kegel gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt.

Verkauf zweier Mietshäuser wohl Hintergrund

Warum wurde die Geldstrafe gegen den Beamten verhängt? Auch zu den Gründen macht die Landesanwaltschaft keine Angaben. Doch das Traunsteiner Tagblatt beruft sich auf "zuverlässige Quellen": Er soll durch seine Anstellung Insiderwissen gehabt und dieses für private Geschäfte genutzt haben

In Frage kommt daher wohl nur ein Immobilien-Verkauf, der im Dezember 2015 Schlagzeilen machte: Die Wohnbaugenossenschaft Haidforst wollte zwei Mietshäuser verkaufen. Der Stadt bot man die Immobilien an, doch diese nutzte ihr Vorkaufsrecht nicht. Auf den freien Markt kamen die Immobilien aber trotzdem nie - der Stadt-Beamte erfuhr von den Verkaufsabsichten der Baugenossenschaft und gab einem engen Familienmitglied einen Tipp. Die Objekte wechselten daraufhin den Besitzer, ganz ohne eine öffentliche Ausschreibung. 

Ermittlungen gegen Genossenschaft Haidforst wurden eingestellt

Weil der Kaufpreis bei dem Deal vermeintlich viel zu niedrig gewesen sei (rund 550.000 Euro für beide Objekte), ermittelte dann auch die Staatsanwaltschaft gegen die Wohnbaugenossenschaft Haidforst. Der Vorwurf: Veruntreuung. Doch die Ermittlungen wurden schließlich wieder eingestellt. Zumindest der Stadt-Beamte, der den Deal einfädelte, kam nun aber nicht mehr ungeschoren davon. 

xe

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