Gewalt gegen Beamte, jetzt Haft, danach Abschiebung

Richter: "Hatte noch nie so einen unverschämten Angeklagten"

  • schließen

Traunstein - Er wurde handgreiflich gegen Polizeibeamte, jetzt soll er seine Strafe absitzen und dann endgültig abgeschoben werden: Ein Mann aus dem Niger brachte das Gericht am Donnerstag zur Weißglut.

Eine Haftstrafe von 20 Monaten bekam ein 28-jähriger Asylbewerber aus dem Niger am Donnerstag aufgebrummt, wie der Radiosender Bayernwelle SüdOst berichtet. Nach Aussagen des Richters am Traunsteiner Amtsgericht soll er nach Absitzen der Haftstrafe endgültig aus Deutschland abgeschoben werden. Der Mann habe inzwischen "eindrucksvoll bewiesen, dass er in Deutschland nichts verloren hat und das Gastrecht nicht verdient" habe, so Richter Maximilian Lermer laut Traunreuter Anzeiger. Der Angeklagte sei außerdem schon zwei Mal abgeschoben worden und dann immer wieder zurückgekehrt.

Schläge mit dem Besenstiel und Polizisten Waffe entrissen

Was war passiert? Im März saß der Mann aus dem Niger im Traunsteiner Gefängnis. Die Justizbeamten wollten ihm nur mitteilen, dass der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben wurde und er entlassen werde, da wurde der 28-Jährige aggressiv. Mit einem Besenstiel schlug er auf hinzugezogene Justizbeamte ein. Mit dem abgebrochenen Stil wollte er dann auch noch auf die Männer einstechen. Dank Helm und Schutzschild blieben sie unverletzt. Zu dritt konnte der Asylbewerber gebändigt werden. Später wurde er ins Wasserburger Inn-Salzach-Klinikum eingeliefert. 

Zwei Tage später wollte ihm die Polizei im Inn-Salzach-Klinikum dann seine vorläufige Festnahme erklären - wegen der Vorfälle in Traunstein. Zu siebt rückten die Beamten an. Als er abgeführt wurde, wehrte sich der 28-Jährige wieder heftig, trat nach den Beamten. Im Gerangel konnte er sogar die Dienstwaffe eines Polizisten aus dem Holster holen. Ein Polizist wurde bei der Auseinandersetzung verletzt

Angeklagter erhob sich beim Urteil nicht

Bei der Urteilsverkündung vor dem Amtsgericht blieb der Asylbewerber entgegen den Bestimmungen sitzen, berichtet der Traunreuter Anzeiger. Auch während der Verhandlung sprach er kein Wort. Laut Zeitung meinte Richter Lermer, dass ihm während seiner 35-jährigen Tätigkeit noch nie "ein so unverschämter Angeklagter" untergekommen sei.

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Traunstein

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT