Bayern wird zubetoniert - und Traunstein macht kräftig mit

Grüne diskutieren mit Ludwig Hartmann und Burgi Mörtl-Körner

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Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bayerischen Landtag (2. von rechts) diskutierte mit Stadträtin Burgi Mörtl-Körner und Gästen über den übermäßige Flächenverbrauch in Bayern und in Traunstein. Weiter im Bild die Stadträte Thomas Stadler (links) und Wolfgang Wörner.

Traunstein - Fleißig diskutiert wurde bei der öffentlichen Veranstaltung des Ortsverbandes im Traunsteiner Sailer Keller.

Die Pressemeldung im Wortlaut:


In Traunstein kann der Rinderzuchtverband gemäß einem Stadtratsbeschluss vom September auf eine grüne Wiese bei Wolkersdorf ziehen. Weiterhin darf die Wiese zwischen Fachmarktzentrum und Seiboldsdorf zugebaut werden und der Haidforst soll nach dem Willen der Stadt Traunstein großenteils zu Gewerbegebiet werden.

Für die Traunsteiner Grünen war das der Anlass, den Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bayerischen Landtag Ludwig Hartmann zu eineröffentlichen Veranstaltung in den Sailer Keller einzuladen. Thema war der übermäßige Flächenverbrauch in Bayern und in Traunstein. Ludwig Hartmann war die treibende Kraft bei der Unterschriftensammlung für das vom Bayerischen Verfassungsgerichtshof vor einem Jahr nicht zugelassene Volksbegehren „Betonflut stoppen“.


In ihrer Einführung berichtete die Traunsteiner Stadträtin Burgi Mörtl-Körner, die auch für die Oberbürgermeisterwahl 2020 antritt, von der September-Stadtratssitzung: „Ich war erschüttert über die Abstimmung für den Umzug des Rinderzuchtverbands nach Wolkersdorf“, erzählte sie. Nach ihrer Meinung wird damit in Traunstein keine zukunftsfähige Politik gemacht, und das Ganze auf dem Rücken der Wolkersdorfer Bürger.

Ludwig Hartmann brachte Zahlen mit: In Bayern sind von 2000 bis 2017 die Siedlungs- und Verkehrsflächen (das schließt Gewerbe und Industrie mit ein) um 15,4% gewachsen, die Bevölkerung jedoch nur um 6,27%. Im Landkreis Traunstein ist es noch viel krasser: 27,3% Steigerung bei Siedlungs- und Verkehrsflächen bei einem Bevölkerungswachstum von 4,9%. Hartmann erinnerte an das seit 2003 bestehende freiwillige Bündnis zum Flächensparen, das offensichtlich nichts gebracht hat und er forderte eine verlässliche Landesplanung mit klaren Vorgaben: „Es werden aktuell 11,7 Hektar (1 Hektar sind 10.000 Quadratmeter) täglich zugebaut. Ziel sollten maximal 5 Hektar sein“, so Hartmann.

Beate Rutkowski von Bund Naturschutz sagte: „Mittlerweile schrumpft sogar di e Waldfläche in Bayern, wir müssen diesen übermäßigen Flächenverbrauch stoppen, er sägt an unseren Lebensgrundlagen“.

Helga Mandl stimmte dem zu und sie erwähnte die vielen Lagerhallen, die überall entstanden sind: „Neue Logistikhallen bringen nur Landschaftsverbrauch, aber keine Wertschöpfung und somit auch kaum Gewerbesteuer für eine Gemeinde“, so ihre Ansicht.

Sebastian Heller aus Chieming erinnerte an das Prinzip ‚Innen vor außen‘ und meinte: „ Wir müssen mehr Innenraumverdichtung in unsere Bebauungspläne aufnehmen.“ Nils Bödeker unterstützte diese Forderung und er sagte: „Wir müssen die vielen Leerstandsflächen in Traunstein reaktivieren.“

Patrick Nepper stellte schließlich eine Frage an Stadträtin Burgi Mörtl-Körner: „Wurde denn im Stadtrat beim Thema Rinderzuchtverband eine flächensparendere Lösung und das Thema Erbpacht für das Grundstück in Wolkersdorf diskutiert?“ Burgi Mörtl-Körner verneinte dies: „Das städtische Grundstück soll verkauft werden und es werden auch dort sehr viele Parkplätze entstehen.“

Der extreme Flächen verbrauch wird für die Traunsteiner Grünen sicher ein zentrales Thema bei der Stadtrats- und Oberbürgermeisterwahl im kommenden Jahr sein.

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Pressemeldung des Ortsverbandes Traunstein Bündnis 90 / Die Grünen

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