Zwei Fraktionen lösen Debatte aus

Muss Traunstein jetzt den "Klimanotstand" ausrufen? 

Traunstein - "Klimanotstand" - ein starker Begriff. Sollte er in Traunstein symbolisch ausgerufen werden? Zwei Fraktionen lösten mit ihrem Antrag eine längere Debatte aus, hatten damit aber nicht direkt Erfolg.

"Wir müssen ganz unten anfangen, jeder Einzelne und jede Gemeinde", so Burgi Mörtl-Körner in der Umweltausschusssitzung am Dienstag. Ihre Grünen-Fraktion forderte zusammen mit der Traunsteiner Liste, dass in Traunstein der "Klimanotstand" ausgerufen werden soll. Abgesehen vom Begriff mit Symbolcharakter schlugen die Fraktionen auch verschiedene Maßnahmen wie zum Bau klimaneutraler Gebäude oder zum Mobilitätsmanagement vor: "Wenn wir nicht sofort handeln, wird es dramatisch", so Mörtl-Körner.


Jeder Stadtratsbeschluss wird auf Klimaauswirkungen überprüft

Auch wenn beispielsweise UW-Stadträtin Ursula Lay feststellte "Es brennt, das ist klar", hatten doch einige der Stadträte so ihre Probleme mit dem Begriff des "Notstands" - viele würden damit Schlimmes verbinden, so Lay. Auch Traudl Wiesholler-Niederlöhner schloss sich an und ergänzte: "Wenn Maßnahmen zum Klimaschutz effektiv sein sollen muss man damit die Bürger überzeugen und auf ihre Belange eingehen." 

Der Umweltausschuss einigte sich schließlich auf einen Kompromiss, der dem Stadtrat kommende Woche vorgelegt wird. Darin wird eine "weltweite Klimakrise" anerkannt, aber kein "Klimanotstand". Dem Klimaschutz wird darüber hinaus für Traunstein "höchste Priorität" eingeräumt und bei jedem Stadtratsbeschluss sollen künftig die Auswirkungen auf den Klimaschutz überprüft werden. Bis auf Burgi Mörtl-Körner stimmten alle zu, auch Thomas Graf von der Traunsteiner Liste. Über 50 Orte in Deutschland haben den Klimanotstand schon ausgerufen, darunter auch Wasserburg.


Hümmer: "Ich habe keine Angst"

"Auch früher ist in Traunstein schon viel passiert, aber jetzt ist das Thema akut geworden", gab auch Oberbürgermeister Christian Kegel zu, der eine stärkere Berücksichtigung des Klimaschutzes versprach. Aber: "Es muss immer einen Gleichklang aus Sozialem, Ökonomie und Ökologie geben." Etwas entspannter als die Antragsteller von Grünen und Traunsteiner Liste sah es dagegen Christian Hümmer: "Ich habe keine Angst. Die Menschheit hat so viel Wissen wie noch nie, wir werden das schaffen."

xe

Rubriklistenbild: © Fotomontage dpa/Julian Stratenschulte - Stadt Traunstein/Andreas Plenk

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