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Stimmen von Ärzten aus Traunstein und Rosenheim

Bei den meisten Kids läuft Corona mild ab - bis auf eine gefährliche Ausnahme und Long Covid

Kinderarzt untersucht Kind mit Stethoskop. RSV erwischt Kinder eher als Covid.
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Viele Kinder machen im Herbst und Winter Atemwegsinfekte durch, allerdings eher RS als Covid 19.

Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es bisher noch keine Impffreigabe. Das liegt auch daran, dass die Studien mit den neuen Vakzinen an ihnen noch nicht abgeschlossen sind. Zur Sicherheit wird an Schulen und Kindergärten in Oberbayern fleißig getestet. Denn auch Kinder können an Corona erkranken. Wie schwer die Verläufe sind und ob auch sie Intensivbetten belegen, hat chiemgau24.de bei Ärzten in der Region nachgefragt.

Traunstein/Rosenheim - Seit August 2021 gibt es eine offizielle Impffreigabe und -empfehlung der „Ständigen Impfkommission“ (StiKo) für 12- bis 17-jährige Jugendliche. Noch fehlt diese Freigabe für Kinder unter zwölf Jahren. Am 15. November meldete der Online-Dienst der Tagesschau, dass Israel schon bald Kinder ab fünf Jahren impfen lassen will. Im Vergleich mit dem weltweiten Impfvorreiter Israel hinkt Deutschland noch hinterher.

Stimmen aus Traunstein, Rosenheim, Altötting und München

Klar ist bisher, dass auch Kinder bzw. Kleinkinder an Covid-19 erkranken. Dies geschah und geschieht zumeist symptomfrei und schwere Krankheitsverläufe sind selten - so die verbreitete Ansicht in der Gesellschaft. Doch wie schlimm erkranken unsere Kinder tatsächlich an Corona? Chiemgau24.de hat bei Ärzten bzw. Kinderärzten aus Oberbayern nachgefragt.

„Schwere Verläufe bei Kindern kommen vor, sind aber sehr selten. Vereinzelt wurden auch Kinder mit Corona-Virusinfektion auf der pädiatrischen Intensivstation behandelt, zum Glück waren die Verläufe aber meistens gutartig“, bestätigt PD Dr. Gerhard Wolf, Chefarzt der Kinderklinik am Klinikum Traunstein, die herrschende Meinung.

Privatdozent (PD) Dr. Gerhard Wolf, Chefarzt am Kinderklinikum in Traunstein.

Aber was ist mit der „Ausnahme von der Ausnahme“? Mittlerweile häufen sich die positiv getesteten Fälle in den Kindergärten. Gibt es bei der Kliniken der Südostbayern AG schwere Fälle? Müssen Kinder vielleicht auch intensivmedizinisch betreut werden? Lange Zeit galten die Kinder ja „nur“ als Überträger des gefürchteten SARS-II-Virus.

In Traunstein und München aktuell keine kleinen Covid-Patienten

Prof. Dr. Johannes Hübner von der Hauner‘schen Kinderklinik in München und PD Dr. Gerhard Wolf von der Kinderklinik Traunstein berichten übereinstimmend, „dass momentan vermehrt intensivpflichtige Kinder mit anderen Virusinfektionen (zum Beispiel RSV) auf der Kinderintensivstation behandelt werden, aber zum derzeitigen Augenblick keine Kinder mit COVID 19 in der Pädiatrischen Intensivstation der Hauner’schen Kinderklinik oder der Kinderintensivstation der Kinderklinik Traunstein behandelt werden“.

Der Tenor aller Mediziner, die von Chiemgau24.de befragt wurden: Kinder sind von der Coronavirus-Pandemie - zumindest was die medizinischen Folgen betrifft - weitaus weniger schwer betroffen als Erwachsene. Schwere Verläufe bei Kindern kommen vor, sind aber sehr selten.

Eine gefürchtete Covid-Komplikation ist „PIMS“ - Fälle in Rosenheim und Altötting

Sehr selten tritt das sogenannte „Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome“ (PIMS) bei Kindern auf. In der Kinderklinik am RoMed Klinikum Rosenheim wurden vereinzelt schwer erkrankte Kinder behandelt. „Neben der akuten Covid-Infektion kann nach einer symptomarmen Zeit PIMS auftreten, eine immunvermittelte Erkrankung, die alle Organsysteme betreffen kann und eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich macht. Wir haben fünf dieser Kinder und Jugendliche mit PIMS auf der Intensivstation behandelt, die zum Teil maschinell beatmet werden mussten“, so die Pressestelle des RoMed Klinikums.

An der Kinderklinik Altötting sind daran insgesamt drei Patienten erkrankt gewesen. „Wegen einer neuen Covid-Infektion mussten wir allein diese Woche acht Patienten stationär aufnehmen“, so Chefarzt Dr. med. Stefan Vlaho vom Kinderzentrum der InnKliniken. Dr. Vlaho verweist auf „aktuelle Ergebnisse der DGPI-Datensammlung von stationären COVID-19 Fällen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland“.

Long Covid betrifft Kinder mehr als Erwachsene

In der Diskussion um „Long Covid“ - also eine langsame und schwierige Genesung - geht es neuerdings auch um Kinder. Die Aussage der Ärzte des Rosenheimer Klinikums lässt aufhorchen: „Nach den bisher vorliegenden vorläufigen Untersuchungen scheint ein Long-Covid-Syndrom noch häufiger bei Kindern als bei Erwachsenen aufzutreten. In einer italienischen Studie hatten über die Hälfte der Kinder zwischen sechs und 16 Jahren auch 120 Tage nach einer Covid-Infektion noch Symptome. Untersuchungen aus England zeigen, dass 12 bis 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen noch fünf Wochen nach dem Freitesten Beschwerden hatten.“

Laut Informationen von Chiemgau24.de wurden bisher in ganz Deutschland etwa 2000 Kinder und Jugendliche gemeldet, die wegen einer Covid-Erkrankung im Krankenhaus aufgenommen werden mussten. Dazu kommen noch viele Kinder, die vor oder während des stationären Aufenthalts Covid-positiv getestet wurden, aber ursprünglich wegen einer anderen Erkrankung ins Krankenhaus kamen. Circa fünf Prozent dieser Kinder kamen auf die Intensivstation. Todesfälle von Kindern wegen Covid-19 wurden bisher noch keine gemeldet.

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