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Sammlung von Unterschriften für ein Bürgerbegehren

Informationsveranstaltungen der Bürgerinitiative „Klimaaufbruch Traunstein - jetzt“

Informationsveranstaltungen der Bürgerinitiative „Klimaaufbruch Traunstein - jetzt“.
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Informationsveranstaltungen der Bürgerinitiative „Klimaaufbruch Traunstein - jetzt“.

Am Dienstag, den 9. November und Mittwoch, den 10. November fanden jeweils Infoveranstaltungen von „Klimaaufbruch Traunstein – Jetzt“ im Sailer Keller statt. Anhand einer sehr eindringlichen Präsentation wurden die Interessierten von Theresa Greimel und Dr. Sabine Heim daran erinnert, welche dramatischen Gefahren für uns alle entstehen, wenn es zu einer Klimaerwärmung um mehr als 1,5 °C kommt und welche CO2-Einsparungen sehr zeitnah erreicht werden müssen, um dies noch zu verhindern.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Traunstein - Es gibt beeindruckende Beispiele von Kommunen, die sich dieser Herausforderung mit großer Kreativität und Priorität gewidmet hätten und demonstrierten, wie viel auf kommunaler Ebene erreicht werden könne, betonten die Rednerinnen. Wichtig sei besonders eine rasche Emissionsreduktion zu Beginn des Prozesses unter Ausnutzung aller bereits vorhandenen Möglichkeiten, um später mehr Zeit für die technisch schwierigeren Fragen zu haben. Felix Greimel freute sich über die Erstellung des Klimakonzeptes, insbesondere aber über den einstimmigen Beschluss des Stadtrates als eindeutiges Signal. Problematisch sei jedoch, dass die Maßnahmen, die im Rahmen des ca. einjährigen Prozesses entwickelt wurden, nur ein maximales Einsparpotential von ca. 100.000 t CO2 pro Jahr bis zum Jahr 2040 aufweisen würden.

Damit wäre das verbleibende CO2-Budget Traunsteins für die Einhaltung des 1,5 °C-Zieles (1,6 Megatonnen) spätestens 2033 aufgebraucht und bis zur Klimaneutralität um ca. 1,2 Megatonnen überschritten. Schon die Erstellung des Konzepts habe einige Zeit in Anspruch genommen. Fraglich ist, wie zügig die Maßnahmen umgesetzt werden können und ob das enthaltene Verstetigungsprinzip den notwendigen Handlungsdruck aufbringe. Immer vorausgesetzt, dass das eingereichte Ratsbegehren überhaupt angenommen wird. Stephan Hadulla wies darauf hin, dass die Initiative "Klimaaufbruch Traunstein - jetzt" bereits bei der Überreichung der Unterschriften des Bürgerantrags im Frühjahr 2021 angekündigt hatte, dass man ein Bürgerbegehren in Anlehnung an die deutschlandweite Bewegung „German Zero“ anstreben werde, wenn die Maßnahmen für den Klimaschutz nicht ausreichen würden, um Traunsteins Beitrag für das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.

Claudia Lahr äußerte Zweifel, ob es zeitgemäß sei, den Bürgern mit dem vom Stadtrat beschlossenen Ratsbegehren zu suggerieren, dass man noch eine Wahl hätte, während sich der Klimawandel auch bei uns bereits deutlich zeige. Ja, Nein oder „vielleicht ein bisschen“ – dafür sei es zu spät. Gerlinde Peuser und Antje Wendt von „Wir für den Wald TS“ und Karl Fischer vom Bund Naturschutz zeigten sich enttäuscht, dass der Schutz des Traunsteiner Stadtwaldes, der durch seine Lage und seinen Struktur- und Artenreichtum ein sehr wichtiges Mittel gegen den Klimawandel darstellt, überhaupt nicht in das Klimakonzept der Stadt Traunstein eingeflossen sei. Es wäre unverzeihlich, wenn weitere Waldflächen durch Baumaßnahmen verloren gehen würden, mahnte auch Dr. Ute Künkele, Kreisrätin der ÖDP und Biologin.

Rosi Berger wies auf die in der Präsentation erwähnten Chancen für Wirtschaft und Gewerbe hin, die keineswegs mit erneutem Flächenverbrauch einhergehen dürfen, und bat die Politik darum, die Bürger nicht durch zurückhaltendes Verhalten zu verunsichern, sondern Möglichkeiten zu ergreifen und Mut zu machen. Günter Fembacher und Johann Kainz äußerten jeweils, dass die Bürger die Augen noch zu sehr vor den Folgen des Klimawandels verschließen würden. Es sei Aufgabe der Politik, eindrücklich klar zu machen, dass es uns alle noch viel mehr Anstrengung und Geld kosten werde, wenn wir jetzt zu wenig gegen den Klimawandel unternehmen würden.

Aus diesem Grund startete „Klimaaufbruch Traunstein – Jetzt“ im Oktober ein Bürgerbegehren, den KlimaSCHUTZentscheid, in dem eine deutlich raschere CO2-Einsparung gefordert wird als im Begehren des Stadtrates. Es wird inzwischen von zahlreichen lokalen und überregionalen Umweltorganisationen, Vereinen und auch Parteien unterstützt. Etwa 2000 Unterschriften von volljährigen Traunsteiner BürgerInnen sind erforderlich, damit es zur Abstimmung zugelassen werden kann. Herbert Schmelz schloss mit einem Dank an alle Unterstützer. Es stimme zuversichtlich, sich im Sinne der zukünftigen Generationen gemeinsam für wirksamen Klimaschutz einzusetzen.

Pressemitteilung Claudia Lahr

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