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Forstamt Traunstein informiert

„Tag des Waldes“ - Klimatolerante Baumarten für einen zukunftsorientierten Wald

Was wird aus unseren Wäldern angesichts des rasanten Klimawandels? Beherzte Pflege und Waldumbau sind nötig, um den Wald zukunftsfähig zu machen.
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Was wird aus unseren Wäldern angesichts des rasanten Klimawandels? Beherzte Pflege und Waldumbau sind nötig, um den Wald zukunftsfähig zu machen.

Am Sonntag (21. März) findet der internationale „Tag des Waldes“ statt. Dazu ruft das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Waldbesitzer dazu auf, die Wälder zu pflegen und für die Klimaerwärmung zu rüsten.

Die Mitteilung im Wortlaut

Traunstein - Zum Internationalen „Tag des Waldes“ am 21. März ruft das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein (AELF) alle Waldbesitzer auf, ihre Wälder jetzt noch konsequenter zu pflegen und rechtzeitig für eine neue Generation aus klimatoleranteren Baumarten zu sorgen.

„Herzuwarten, bis Trockenheit oder Borkenkäfer die Fichtenbestände aufreiben, ist angesichts des rasant fortschreitenden Klimawandels keine gute Idee,“ betont Alfons Leitenbacher, Chef des AELF Traunstein. „Noch mehr als in der Vergangenheit ist in dieser Situation vorsorgendes Handeln gefragt“, so sein eindringlicher Appell.

Erst vor Kurzem hätten Klimaexperten darauf hingewiesen, dass die Jahresdurchschnittstemperatur bis zum Ende dieses Jahrhunderts um bis zu 4,8 Grad ansteigen könnte, falls nicht rechtzeitig einschneidenden Erfolge in der Klimaschutzpolitik erzielt werden. Bisher war man von 1,8 Grad Zunahme ausgegangen.

Auf dieser Basis seien auch die Prognosemodelle für den Wald und die Risikoabschätzung für die einzelnen Baumarten entwickelt worden. „Traunstein hätte dann in etwa das Klima von Nordkroatien“, so Leitenbacher. „Kommen die 4,8 Grad sind wir vermutlich irgendwo in Südfrankreich oder Mittel- bis Süditalien. Ob dann noch viele jetzt heimische Baumarten hier gedeihen können, ist fraglich.“

Obwohl der Klimawandel sicher fortschreiten werde, gehe man im Moment zumindest am nördlichen Alpenrand nicht davon aus, dass dieses extreme Szenario eintreten wird. Umso wichtiger sei es, so rasch wie möglich alles zu tun, was den Wald widerstandsfähiger macht.

Das bedeutet für jüngere Waldbestände konsequente Pflege und Durchforstung. Dabei geht es darum, überdichte Stammzahlen zu reduzieren, die Mischung zu erhalten und die verfügbaren Ressourcen Wasser und Licht auf die gewünschten „Zukunftsbäume“ zu lenken.

Dadurch werden diese vitaler, stabiler und widerstandsfähiger. In älteren Beständen sollte frühzeitig damit begonnen werden, eine neue Waldgeneration aus mehreren klimafesten Baumarten zu etablieren. Wo schon geeignete Baumarten wie Tanne, Buche, Ahorn oder Kirsche im Altbestand vorhanden sind, funktioniert das idealerweise über natürliche Ansamung, der man durch angepasste Lichtgabe nur etwas zu helfen braucht.

Wo das nicht der Fall ist, sollten rechtzeitig in lichtere Partien solche Baumarten gepflanzt werden. „Dabei kann man auf Teilflächen ruhig auch wärmeliebender Baumarten wie Elsbeere, Schwarznuss, Douglasie oder Baumhasel denken“, ermuntert Leitenbacher zum Ausprobieren.

„Wartet man insbesondere bei älteren Fichtenbeständen zu lange, wächst die Gefahr, dass Borkenkäfer oder Trockenheit die Bäume rasch hinwegraffen. Dann hat man eine Kahlfläche, die man mit großem Aufwand wieder in Bestockung bringen muss.“ Eine entscheidende Voraussetzung, dass der Waldumbau gelingt, ist nach den Worten des Amtschef jedoch, dass die Jäger mithelfen, den Rehwildbestand auf einem angepassten Niveau zu halten, damit die jungen Zukunftsbäume ohne aufwendigen Schutz aufwachsen können.

Zur Frage, welche Baumarten sich für den jeweiligen Standort eignen und welche sonstigen waldbaulichen Maßnahmen sinnvoll sind, können die Waldbesitzer die kostenlose Beratung durch die zuständigen Revierförster nutzen. Dabei erfahren sie auch, welche finanzielle Förderung sie zum Waldumbau und zur Pflege konkret beantragen können.

Pressemitteilung Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein

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