Verwaltung stört sich an einem wichtigen Detail

Investor will Abriss und großen Neubau in der Marienstraße

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Die Gebäude an der Marienstraße mit den Hausnummern 3 und 3a will ein Investor abreißen und durch einen 53 Meter langen Neubau ersetzen. Umstritten ist aber sein Plan, in einem Teil des Erdgeschoßes Parkplätze unterzubringen. 

Traunstein - Von einer Entscheidung mit historischer Bedeutung ist die Rede: Ein Investor hat Pläne für einen großen Neubau in der Marienstraße - doch an einem Punkt scheiden sich die Geister. 

Die Dimensionen der Pläne sind beeindruckend: Ein Investor will die Gebäude Nummer 3 und 3a der Traunsteiner Marienstraße abreißen und dafür einen 53 Meter langen Neubau. Über dem Erdgeschoß sind vier Stockwerke geplant. Die rückwärtigen Gebäude hin zur Maxstraße sollen stehenbleiben, aber ebenfalls aufgestockt werden. Bis auf einen 118 Quadratmeter großen Innenhof sollen die insgesamt 1400 Quadratmeter komplett überbaut werden.


Parkplätze im Erdgeschoß? Die Geister scheiden sich

Geplant sind zwei Läden im Erdgeschoß, dazu Büroflächen, eine Praxis und 17 Wohnungen. 17 Parkplätze soll es in einer Tiefgarage geben und - das ist der Knackpunkt - 18 weitere Stellplätze im Erdgeschoß des Gebäudes. Elmar Schwäbisch von der Stadtverwaltung meinte im Planungsausschuss am Dienstag, die Chance auf eine Wiederbelebung der Marienstraße sei nie größer als jetzt - "aber Stellplätze im Erdgeschoß wären für eine Einkaufsstraße tödlich", so Bauamtsleiter Bernhard Glaßl.

Es geht um den rotumrandeten Gebäudekomplex an der Traunsteiner Marienstraße.

Das Problem aus Sicht der Stadtverwaltung: Zwischen den Schaufenstern der Läden wäre dann neben dem Gehsteig plötzlich ein Parkplatz zu sehen. "Das bringt keine Frequenz, wichtig wäre eine durchgehend attraktive Nutzung im Erdgeschoß", so Schwäbisch. Auch Oberbürgermeister Christian Kegel befürwortet die Pläne im Prinzip "außerordentlich", sprach sich aber auch gegen die Parkplätze im Erdgeschoß aus.

"Ich sehe es etwas anders", widersprach Sepp Kaiser: "Warum ziehen wir nicht die Schaufenster der beiden Läden über die ganze Länge des Gebäudes? Dann wären die Autos dahinter nicht sichtbar." Auch Karl Schulz befürchtete, "dass der Investor abspringt, wenn wir das ablehnen". Die Tiefgarage um eine Ebene zu erweitern, um dort die zusätzlichen Autos unterzubringen, ist aus Platzgründen wohl nicht möglich.

Auch Pläne für Nordseite der Marienstraße

Manche der Stadträte befürchten, dass bei einer Ablehnung des Projekts auch der Eigentümer des alten Juhasz-Gebäudes gegenüber seine Pläne überdenkt. Er versprach der Stadt zuletzt eine Wiederbelebung des Gebäudes, wenn Parkplätze vor dem Haus wegfallen, um Platz für Lieferverkehr zu haben. "Wir sollten jetzt versuchen, nochmal mit dem Investor zu reden, ob er das Erdgeschoß vielleicht anders gestalten kann", so Traudl Wiesholler-Niederlöhner. 

Mit 7:2 Stimmen sprach sich der Planungsausschuss schließlich gegen die Nutzung des Erdgeschoßes für Stellplätze aus. Über einen neuen Bebauungsplan könnte dies geregelt werden. Trotzdem will man über eine neue Gestaltung des Verkehrsraums in der Marienstraße aktiv dazu beitragen, dass sie bald zu einer attraktiven Geschäftsstraße wird. Mit den Beteiligten auf beiden Straßenseiten sollen nochmal Gespräche geführt werden, um die Pläne möglichst aufeinander abzustimmen. 

xe

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