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Jahreshauptversammlung der Traunsteiner Feuerwehr

261 Einsätze im vergangenen Jahr – Feuerwehrverein ernennt neuen Ehrenvorsitzenden

Ehrungen gab es beim Traunsteiner Feuerwehrverein
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Ehrungen gab es beim Traunsteiner Feuerwehrverein. Unser Foto zeigt von links den stellvertretenden Vorsitzenden Christoph Ditsch, Otto Thanbichler (60 Jahre Mitgliedschaft), den neuen Ehrenvorsitzenden Herbert Enthofer, Anton Köhler (40 Jahre Mitgliedschaft) und den Vorsitzenden Johannes Thanbichler.

Die Feuerwehr in Traunstein blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2021 zurück. Bei der Jahreshauptversammlung wurden aber auch Ehrungen ausgesprochen.

Traunstein – Insgesamt 261-mal rückte die Freiwillige Feuerwehr Traunstein im vergangenen Jahr aus. Wie Kommandant Christian Schulz in der Jahreshauptversammlung im Sailer-Keller berichtete, waren dies 68 Brände, 160 technische Hilfeleistungen, zehn ABC-Alarme und rund 30 Fehlalarme. Elf Personen wurden über die Drehleiter gerettet. 25 Personen wurden medizinisch versorgt oder betreut. Leider wurden auch fünf Personen tot vorgefunden oder geborgen. Bei den Einsätzen wurden drei Feuerwehreinsatzkräfte mit Krankschreibung verletzt.

Laut Schulz leistete die Traunsteiner Wehr 5209 Einsatzstunden und 5060 Übungsstunden. Insgesamt also 10.269 Stunden. Bei Zugrundelegung einer 40-Stunden-Woche wären fünf Kräfte das ganze Jahr beschäftigt, stellte der Kommandant fest. Jeder Aktive der Traunsteiner Feuerwehr habe rund 50 Stunden pro Jahr geleistet.

Die Anforderungen würden weiter steigen, meinte Schulz. Es sei aber keine Lösung, die anspruchsvollen Einsätze bzw. Aufgaben zu verlagern. Diese seien vielmehr wichtig für die Motivation der Einsatzkräfte. Tageseinsätze wie Ölspur, Brandmeldealarm, Türöffnungen usw. wolle keiner haben.

Mehr Mitglieder kommen während Corona zur Feuerwehr

Zum Personalstand führte er aus, die Freiwillige Feuerwehr Traunstein habe 100 Aktive, davon sieben weibliche. Was viel zu wenig sei. Die sieben Doppelmitglieder seien die Stütze des Tagesalarmstärke. Ferner verfüge die Wehr über 27 Atemschutzgeräteträger.

Während der Pandemie habe die Feuerwehr mehr Mitglieder bekommen. „Aber auch die positive Personalentwicklung kann unsere Probleme bei der Tagbereitschaft nicht ausgleichen“, erklärte der Kommandant. Die Arbeitsplätze in der Innenstadt würden einfach weniger. Leider habe die Wehr auch einige Aktive, die wegzögen, weil Bauland fehle oder die keine Kinder und damit bei Einheimischenmodellen „schlechte Karten“ hätten oder weil Wohnungen nicht mehr bezahlbar seien.

„Wir brauchen die Politik, um die Einsatzfähigkeit zu halten“, lautete sein Appell, zum Beispiel dadurch, dass ehrenamtliche Tätigkeit bei der Feuerwehr, dem Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk als Kriterium bei Einheimischenmodellen einbezogen werde.

Blick nach vorn: Gewinnung, das Halten und Motivieren von Mitgliedern

Als künftige Herausforderungen nannte er die Gewinnung, das Halten und Motivieren von Mitgliedern. Vor allem müsse man Frauen sowie Kinder und Jugendliche begeistern. In diesem Zusammenhang regte er die Gründung einer Kinderfeuerwehr an. Die Ausbildung müsse auf Veränderungen wie digitale Medien, Abstandregeln und Verhalten der Aktiven angepasst werden.

Auf seiner Wunschliste stand die Anpassung des Feuerwehrgerätehauses hinsichtlich Arbeitsschutz und Platzbedarf. So müssten sich derzeit zwei Jugendliche einen Spind teilen. Arbeiten, die im Feuerwehrgerätehaus begonnen würden, sollten auch fertig gemacht werden. Ferner forderte der Kommandant eine Anpassung der Haushaltsplanung der Stadt an veränderte, das heißt verlängerte, Lieferzeiten für Fahrzeuge und Gerätschaften. Mehr Rücksicht und Rücksprache wünschte er sich bei Maßnahmen der Stadt, wie zum Beispiel das Radverkehrskonzept, auf die Einsatzkräfte. Die Feuerwehr müsse auch noch durchfahren können.

Der Kommandant sprach noch einige Beförderungen und Ehrungen aus. Befördert wurden Mathias Bächle und Daniel Straßer zum Oberfeuerwehrmann. Maximilian Schubert zum Hauptfeuerwehrmann und Toni Brandmair zum Löschmeister. Geehrt wurden Felix Schmid und Franz Schuhböck für zehn Jahre sowie Sascha Bergemann, Christian Buchner, Daniela Färbinger, Nico Meyer und Florian Scholz für 20 Jahre aktive Dienstzeit.

Jugendfeuerwehr vermeldet Erfolge

Zum Jahresende hatte die Jugendfeuerwehr eine Mannschaftsstärke von 23 Jugendlichen. Davon wurden zwei zum Anwärter zum vier zum Feuerwehrmann befördert. 2019 waren es noch 16 Jugendliche. Seit langem konnte die Jugendgruppe der Feuerwehr wieder fünf Jugendliche für das Jugendleistungsabzeichen melden, das diese erfolgreich absolvierten, freute sich Jugendwart Andreas Strohmayer. Zwölf Jugendliche legten den Wissenstest ab. Die Jugendgruppe hielt 32 Übungsabende mit 1155 Stunden ab. Weitere acht Termine, wie zum Beispiel Mitgliederwerbung am Blattl-Sonntag sowie Informationstage am Triftweg und im Salinenpark, wurden außerhalb der Übungsabende wahrgenommen. Die Veranstaltungsstunden betrugen 306 Stunden.

Kreisbrandinspektor Martin Schupfner dankte für die Einsätze nicht nur in Traunstein, sondern auch überörtlich im Landkreis. Er lobte das Engagement bei der Ausbildung und bei den Führungskräften. Die Corona-Pandemie habe viele verändert. Es habe aber auch positive und anspruchsvolle Effekte gegeben, wie beispielsweise die Online-Schulungen. Die Kinderfeuerwehr sei ein guter Ansatz, weil man die Kinder frühzeitig an die Feuerwehr binde.

Zusammenarbeit bei der Feuerwehr „tipp-topp“

Für die gute Zusammenarbeit bedankte sich Polizeirat Gerrit Gottwald von der Polizeiinspektion Traunstein. Er bezeichnete sie als „tipp-topp“. Vonseiten der Polizei machte er das Angebot, jederzeit Ansprechpartner zu sein. Die Feuerwehr sollte die offene Tür nutzen.

Der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Johannes Thanbichler, stellte fest, durch die Mithilfe der Mitglieder im Vereinsgeschehen und mit der Bereitschaft, nicht nur bei der aktiven Feuerwehr den Dienst zu tun, habe der Verein pandemiebedingt ein paar wenige vereinsinterne Veranstaltungen erfolgreich abhalten können.

Herbert Enthofer zum Ehrenvorsitzenden ernannt

Bei den anstehenden Ehrungen ernannte er Herbert Enthofer wegen dessen großartigen und langjährigen Einsatz als Vorsitzender des Vereins zum Ehrenvorsitzenden. Für langjährige Mitgliedschaft im Verein wurden Otto Thanbichler (60 Jahre), Anton Köhler und Thomas Schultes (40 Jahre) sowie Margot Langer und Bernhard Baumgartner (25 Jahre) ausgezeichnet.

Der Blick zurück auf das Jahr 2021

In seinem Jahresrückblick 2021 berichtet Schriftführer Robert Scholz von der 50. „Aktion Christbaum“, bei der 1750 Christbäume eingesammelt wurden. Unterwegs waren dabei rund 80 Helfer aus Traunstein, Kammer, Wolkersdorf und Surberg. Aus dem Erlös spendeten die Feuerwehren 1500 Euro an die Schule an der Traun, 1000 Euro an der Verein Vergissmeinnicht Chiemgau und 1000 Euro an den Feuerwehrkameraden Stefan Burghartswieser. Die Jahreshauptversammlung fand im kleinen Kreis ohne Gäste statt. Im Juli konnte das Grillfest am Feuerwehrhaus stattfinden. Die Fahnenabordnung war einmal bei der Beerdigung von Karl Weilharter im Einsatz.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer wies auf die über 10.000 Einsatz- und Übungsstunden hin und stellte fest, in der Stadt Traunstein müsse man sich keine Sorgen um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr machen. Er griff die Anregung des Kommandanten bezüglich des günstigen Wohnraums auf.

Man müsse das Ehrenamt im Einheimischenmodell mit aufnehmen bzw. bei der Wohnungsvergabe durch die neue städtische Wohnungsbaugesellschaft berücksichtigen. In anderem Kommunen gebe es bereits Ansätze zur Gründung einer Berufsfeuerwehr, weil sie sonst die Sicherheit nicht mehr gewährleisten könnten. Hümmer erklärte, beim Radverkehrskonzept müsse auch die Feuerwehr gehört werden, damit die Rettungskräfte gut und schnell durch die Stadt kämen.

Bjr

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