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Endlich wieder „aufgetaucht“

Nach neun Jahren Pause: Florian Anton Meyer feiert Premiere im Traunsteiner Hofbräuhaus

Florian Anton Meyer feierte im Hofbräuhaus Traunstein seine Premiere.
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Florian Anton Meyer feierte im Hofbräuhaus Traunstein seine Premiere.

Nach fast neunjähriger „Bühnenabstinenz“ feierte der Vachendorfer Kabarettist und Schauspieler Florian Anton Meyer eine begeisternde Premiere im Hofbräuhaus Traunstein mit seinem neuen Kabarettprogramm “Mensch Meyer - Abgetaucht”.

Traunstein – Bedingt durch Corona nach zweimaliger Absage tauchte Florian Anton Meyer, wie er selber sagt, endlich wieder auf. Aufgrund des heißen Wetters und der Verschiebung war der Saal im Traunsteiner Hofbräuhaus nur zu einem Drittel gefüllt. Trotzdem schaffte es Florian Anton Meyer, nach einem etwas holprigen Start, das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Man spürte die Nervosität nach so langer Zeit, in der Meyer nicht gespielt hat.

Als verkleideter Koch “John Falkinger”, dem Künstlernamen von Florian Anton Meyer, betrat er durch die Küche des Hofbräuhauses den Saal. Dieser war als CSU-Wahlkampfveranstaltung dekoriert. Etwas mulmig war Meyer bei der Programmentwicklung schon zumute, als langjähriges „SPD“ Mitglied den Saal so zu schmücken, wie er mir im Interview verriet. Doch die Rechnung ging auf. Die ersten 20 Minuten waren geprägt von politischen und sozialen Missständen in der Gesellschaft, welche Meyer mit seinem gekonnt österreichischen Charme elegant, aber dennoch schonungslos ansprach.

Aspekte wie Hilfsbereitschaft, Wertschätzung, und Respekt wurden thematisiert. Diese Grundwerte, wie Meyer sagt, ”gehen leider Gottes in unserer Ich-bezogenen Gesellschaft immer mehr verloren”. Meyer selbst lebt nach dem Credo: „Leben und Leben lassen“. Um diese Missstände aufzuzeigen, stellte er einen “Gaffer” mit einem erfundenen Instagram-Profil dar. Dieser streamte live von der A8 Ausfahrt Bergen - Bernhaupten ein Unfallgeschehen ins Internet. Bissig und treffend dargestellt.

Des weiteren spielte er überzeugend und auf lustige Art und Weise als Kontrast zu den politischen Themen zwei überarbeitete Nummern aus seinen früheren Programmen. So stellte er einen überzeichneten Einblick in eine moderne Kindertagesstätte dar. Die zweite Nummer stammte aus seinen Anfängen, die er schon 1996 bei „John und Rita“ in Obing spielte. Ein Genuss Meyer spielen zu sehen, wenn er einen grölenden Vater im Bierzelt mimt, um auf zu hohen Alkoholkonsum und dessen Auswirkungen hinzuweisen. Da zeigte sich seine mehrjährige klassische Ausbildung als Theaterschauspieler. 

In der Pause schlug Florian Anton Meyers “Corona Warnapp” an, so dass er in der zweiten Halbzeit die „erste Nummer“ im Schutzanzug und Maske spielte. Das Publikum sollte sich die Hände desinfizieren, während Meyer „die Corona -Politik“ und den gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema Corona thematisierte. Anhand von kleinen Sketches wurde das Publikum in das Programm aktiv integriert. Meyer stellte verschiedene Filmszenen alter Klassiker nach. Eine Szene war z.B. aus „Manche mögens heiß“. Die Zuschauer durften den Filmtitel erraten und bekamen als Gewinn ein Geschenk und einen Artikel von Meyers Merchandising Stand.  

Apropos Merchandising Stand: Meyer spendet den gesamten Erlös des Verkaufes seiner Merchandising – Produkte von den beiden Spieltagen, Freitag und Sonntag, an den Verein „Gemeinsam gegen Krebs e. V.“. Eine sehr schöne Geste und dem Künstler wie er sagt eine „Herzensangelegenheit“. Ein Ohrenschmaus in der zweiten Halbzeit war auch eine zehnminütige groteske Lesung über All inclusive Urlaube.

Der Höhepunkt des Abends war die pantomimische Darstellung eines sich schminkenden Clowns. Musikalisch untermalt wurde diese mit dem Lied „Der Clown“ von Heinz Rühmann. Nicht nur bei Meyer flossen die Tränen. Ein beeindruckendes Ende. Die Zuschauer dankten dem Künstler mit tosendem Applaus und der Forderung von drei Zugaben. Nach diesen ging Meyer, wie er selbst sagt “mit einer inneren Glückseligkeit” von der Bühne.

Dem Gefühl, endlich wieder aufgetaucht zu sein, um das zu tun was er selbst, wie er mir beim Interview verriet, am meisten liebt: Auf der Bühne zu stehen und dem Publikum ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ein rundum schöner Abend. Mensch Meyer, toll, dass du wieder aufgetaucht bist.

eb

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