Ausbildung auf der Waldkampfbahn Kammer

Südostoberbayerische Reservisten üben sich im scharfen Schuss

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Ein Bundeswehr-Soldat während der Übung

Traunstein/Kammer - Von 6. bis 8. September führte die Kreisgruppe Oberbayern Südost im VdRBw e.V. ihre alljährliche Veranstaltung in der Gefechtsausbildung durch. Auf dem Standortübungsplatz absolvierten die teilnehmenden Reservisten ein Gefechtsschießen und verbesserten ihre Fähigkeiten.

Der Pressebericht im Wortlaut:


Grau und tief hängen die Wolken am ersten Septemberwochenende über dem Standortübungsplatz Kammer nördlich von Traunstein. Die Nacht war kurz für die zwei Gruppen angetretener Reservisten, die noch im Halbdunkel ihre letzten Vorbereitungen treffen und ihre Gefechtsausrüstung auf Vordermann bringen. Ohne Zeit zu verlieren treten die Soldaten gruppenweise an, empfangen Munition und warten gefechtsbereit auf das Kommando zum Angriff. Das Ausbilderteam um Stabsfeldwebel Marco E. ist bereits vier Tage vorher angereist und hat die Waldkampfbahn für die nun beginnende Ausbildung vorbereitet. Gemeinsam haben sie auf einer Strecke von knapp 800 Metern Gefechtskorridore angelegt. Auf diesen müssen sich die Schützentrupps nach vorne arbeiten und dabei immer wieder auftretenden Feindkräfte bekämpfen.

Im scharfen Schuss auf der Waldbahn

Der Leitende gibt das Signal zum Übungsbeginn. Im dichten Unterholz pirschen sich die Soldaten voran, bis sie vor sich den ersten Feind erspähen. Mit gezieltem Einzelfeuer werden die Schützenscheiben bekämpft. Eingeteilt in Zwei-Mann-Teams arbeitet sich die Gruppe weiter durch das Waldstück vor, klärt dabei immer wieder feindliche Schützen auf und vernichtet diese. Der Wald hat sich durch den tagelangen Dauerregen an manchen Stellen zu einer Schlammzone verwandelt und die Vegetation stellt zusätzliche Herausforderungen an die Soldaten. Nach knapp 40 Minuten erreichen sie die Aufnahmelinie am Ende der Waldkampf und wähnen sich schon am Ende des Übungsdurchgangs. Just in diesem Moment ertönen zwei laute Einschläge und simulierter RPG-Beschuss zwingt die Männer zum Ausweichen und Abtransport eines verwundeten Kameraden. Das schnelle Umschalten fordert von den Soldaten noch einmal alles ab. Nach 100 Meter mühsamen bergauf befiehlt Stabsfeldwebel Marco E. das Übungsende. Zeit zum Durchatmen.


Übungsunterbrechung, Feedback und neu Ansetzen

Stabsfeldwebel Marco E. sammelt die Gruppe um sich, gibt den Männern einen Moment zum Herunterkommen und lässt dann den Durchgang Revue passieren. In kurzen, prägnanten Sätzen schildert er seine Eindrücke, weist die Soldaten auf ihre Fehler hin und zeigt gleichzeitig auf, was sie anders machen können. Die Gruppe lauscht angespannt. Allen wird schnell bewusst, woran sie selbst arbeiten und besser werden müssen. Marco E. gibt ihnen dazu gleich die passende Gelegenheit. „Neu aufmunitieren und fertigmachen. In fünf Minuten starten wir mit dem zweiten Durchgang“, ergeht der Befehl an die Gruppe. Mit dem direkten Feedback der Ausbilder im Hinterkopf geht es zurück auf die Waldkampfbahn. Jetzt gilt es, die angesprochenen Punkte umzusetzen. Das gelingt vortrefflich. Die Trupps kämpfen sich schneller und geschickter nach vorne, die Absprachen funktionieren besser und das Vorgehen zeichnet sich durch gesteigerten Angriffsschwung aus. „Im taktischen Verhalten hat das schon wesentlich besser ausgehen als beim ersten Durchgang. Darauf können wir weiter aufbauen.“, resümiert der Leitenden zufrieden.

Infanteristische Ausbildung prägt die Kreisgruppe Oberbayern Südost

Die erste Gruppe hat ihren Auftrag erfüllt und wird durch die Nachfolger ausgetauscht. Die Abläufe wiederholen sich. Einweisung in die Übung, Aufmunitieren, Befehlsausgabe und dann kämpfen sich die nächsten Trupps durch den Wald. Dann Feedbackrunde und wieder neu Ansetzen. Die Ausbildungszeit vergeht schnell. Am späten Nachmittag wird das Schießen beendet. Bis zum Einbruch der Dunkelheit bereiten die Soldaten ihre Ausrüstung nach, reinigen Waffen und bauen die Waldkampfbahn zurück. Mit vorschreitender Stunde zeigt sich das Wetter einsichtig und ermöglicht eine trockene Nacht, die zum gemeinsamen Ausklang genutzt wird. 

Der Vorsitzende der Kreisgruppe, Oberstleutnant d.R. Norbert Dobner, zieht ein positives Fazit und bedankt sich für „das herausragende Engagement und den Einsatz des Ausbilderteams, ohne welche derartige Veranstaltungen nicht durchführbar wären.“ Die Gefechts- und Waffenausbildung wird auch in Zukunft den militärischen Schwerpunkt im Ausbildungsprogramm der Kreisgruppe Oberbayern Südost bilden. Für die Reserve-Jaga ist und bleibt das infanteristische Handwerk Kernauftrag. Dabei ist es das Ziel, den Ausbildungsstand der Reservisten zu erhöhen und sie damit für eine geeignete Beorderung in der Gebirgsjägerbrigade 23 vorzubereiten. 

Weitere Informationen unter www.reservisten-oberbayern-suedost.de

Bericht der Südostbayerischen Bundeswehr Reserve

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