Neuester Kostenanschlag liegt vor

Kegel will Schlussstrich unter Debatten zur Klosterkirche

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Traunstein - Bald beginnen die Arbeiten, doch die Kosten bleiben heiß umstritten: Wohl auch weil ihm der neueste Kostenanschlag in die Hände spielt will OB Kegel nun einen Schlussstrich unter die Diskussionen. 

Von 8,8 Millionen Euro an Gesamtkosten für Sanierung und Erweiterung der Klosterkirche war im Oktober zuletzt die Rede - Kritiker fürchteten schon eine Kostenentwicklung bis in den zweistelligen Millionenbereich. Nun wird es konkreter: Nach den Ausschreibungen ist nun knapp die Hälfte der Arbeiten an Firmen vergeben und die Kosten werden nach unten korrigiert. Momentan geht die Stadt von 8,4 Millionen Euro an Gesamtkosten aus, etwa 4,3 Millionen Euro kommen aus der Städtebauförderung des Freistaates.

"Durchziehen und dann ist Ende"

Der Finanzausschuss gab am Dienstag vorberatend grünes Licht für insgesamt zehn Baufirmen, die bei den Ausschreibungen erfolgreich waren: unter anderem Abbrucharbeiten, Gerüstbau, Zimmererarbeiten, Sanitär, Maler, Heizung, Landschaftsbau oder Lüftung. Eine Auftragssumme von gut drei Millionen Euro (im Einzelnen siehe unten). "Damit heizen wir die einheimische Wirtschaft nochmal richtig an", so Traudl Wiesholler-Niederlöhner. 

"Auch wenn es jede Menge Geld kostet: Lasst uns stolz drauf sein, dass dieses Denkmal jetzt saniert wird. Wir müssen die politischen Diskussionen darüber jetzt beenden, das durchziehen und dann ist Ende", so Oberbürgermeister Kegel in der Finanzausschusssitzung - er reagierte dabei auf Stadtrat Schott, der die Zustimmung erneut verweigerte: "Das ist der einzige große Baustein im Haushalt, wo wir noch aus könnten."

Haushaltsdebatten ließen Klosterkirche unberührt

Vier Millionen Euro waren im Haushalt für die Klosterkirchen-Sanierung vorgesehen - wegen der hohen, geplanten Neuverschuldung scheiterte der Haushalt aber krachend und wurde vom Stadtrat abgelehnt. In den vergangenen Monaten arbeiteten die Fraktionen an einem Sparplan für einen neuen Haushalt, doch bei der Klosterkirche bleibt alles beim alten

Sollte man sich nur für eine (verpflichtende) Instandhaltung der Klosterkirche entscheiden - für rund 3,8 Millionen - fließen keine bzw. kaum Fördergelder, so die Argumentation der Stadt. Fördergelder fließen wohl erst reichlich, wenn man einen Schritt weiter geht und sich auch für Sanierung und Modernisierung entscheidet - die zusätzlichen Kosten für die Stadtkasse betragen dann rund 300.000 Euro

Kein Veranstaltungskonzept oder Schätzungen für Unterhaltskosten

"Für 300.000 Euro mehr erhält die Stadt nicht nur ein instandgesetztes Gebäudeensemble, sondern ein Gebäude mit 'Mehrwert', ein multifunktionales, barrierefreies und ganzjährig nutzbares Veranstaltungszentrum mit mehreren Veranstaltungsräumen verschiedenster Größe und Ausstattung", so Pressesprecherin Carola Westermeier. Doch es ist noch nicht recht klar, was genau in der Klosterkirche nach der Sanierung veranstaltet werden soll

Ein Veranstaltungskonzept für die Klosterkirche gibt es noch keines: "Das vom Stadtrat abgelehnte Kulturentwicklungskonzept hätte auch diese Frage beleuchtet", so Westermeier. Nun soll bald nach einem Büro oder einer Person gesucht werden, die ein Betreiberkonzept für die Klosterkirche erarbeitet. Weitere Fragezeichen gibt es außerdem um die Betriebs- und Unterhaltskosten, wenn die Sanierung abgeschlossen ist. "Eine Schätzung dazu gibt es nicht. Hierfür müsste feststehen, welche Art und welche Anzahl an Veranstaltungen in der Klosterkirche einmal stattfinden sollen."

Absehbar ist zumindest der Sanierungsbeginn: Am 20. März sollen die Handwerker anrücken. Mit der Fertigstellung rechnet die Stadt für Ende 2018. 

Das kosten die vergebenen Arbeiten im Einzelnen

Hier sehen sie, wie teuer die einzelnen Arbeiten sind, für die die Aufträge nun vergeben werden. Eine endgültige Entscheidung darüber trifft der Stadtrat am Donnerstag:

  • Abbrucharbeiten 84.700 Euro (Firma aus Reit im Winkl).
  • Erdarbeiten 343.200 Euro (Firma aus Bayerisch Gmain).
  • Gerüstbau 179.100 Euro (Firma aus Aschheim).
  • Baumeister 1.149.800 Euro (Firma aus Rosenheim).
  • Zimmererarbeiten 254.200 Euro (Firma aus Bad Endorf).
  • Putz- und Stuckarbeiten 250.400 Euro (Firma aus Fürth).
  • Malerarbeiten 213.300 Euro (Firma aus Fürth).
  • Aufzugsanlage 67.100 Euro (Firma aus Bad Reichenhall).
  • Sanitäranlagen 158.400 Euro (Firma aus Fridolfing).
  • Heizungsanlagen 156.100 Euro (Firma aus Fridolfing).
  • Lüftungsanlagen 142.100 Euro (Firma aus Siegsdorf).
  • Landschaftsbau im Pausenhof der Schule 19.100 Euro (Firma aus Surberg).

xe

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