Parkdeck vom Stadtrat nicht mehr favorisiert

Also doch Tiefgarage am Karl-Theodor-Platz? Kegel: "Wird ein großer Wurf"

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293 Stellplätze gibt es auf dem Karl-Theodor-Platz derzeit. (Archivfoto)

Traunstein - Wie könnten am Karl-Theodor-Platz mehr Autos parken? Von der Idee eines Parkdecks distanziert sich jetzt der Stadtrat - dafür wird wieder eine Tiefgarage hoch gehandelt. 

Zuletzt spielte der Stadtrat mit den Gedanken, ein Parkdeck am Karl-Theodor-Platz zu errichten, jetzt wird dagegen wieder eine Tiefgarage favorisiert. Mit deutlicher Mehrheit von 8:1 sprach sich der Planungsausschuss am Dienstag dafür aus, die Idee einer Tiefgarage weiterzuverfolgen und ein Planungsbüro zu suchen, das einen Vorentwurf mit bis zu fünf Varianten erarbeitet. 


450 Parkplätze für geschätzt 12,8 Millionen Euro

"Das wird ein großer Wurf", war sich Oberbürgermeister Christian Kegel sicher. Am Karl-Theodor-Platz gebe es zu wenig Stellplätze, er müsse eine zentrale Rolle dabei spielen, die Parkplatzprobleme in Traunstein zu lösen. Stadtplanerisch wäre eine Tiefgarage ideal, so Kegel, weil sich auch die Oberfläche neu gestalten ließe. Außerdem wäre das Ensemble der Au geschützt und durch Fördergelder könnten die Kosten für die Stadt um bis zu 60 Prozent gedrückt werden. 

Die Idee einer Tiefgarage am Karl-Theodor-Platz ist nicht neu. Schon im Zuge der Landesgartenschau sollte sie errichtet werden. Für eine zweigeschoßige Tiefgarage schätzt die Stadtverwaltung die Kosten grob auf 12,8 Millionen Euro. Rund 450 Stellplätze könnten so geschaffen werden. Die Nachteile: Ein hohes Kostenrisiko beim Bau, hohe Unterhaltskosten oder eine lange Bauzeit mit erheblichen Einschränkungen für die Autofahrer.


Karl-Theodor-Platz könnte ganz neu bebaut werden

Eine Aufstockung des Karl-Theodor-Platzes mittels Parkdeck würde geschätzt 2,3 Millionen Euro kosten und 167 zusätzliche Stellplätze bringen. Die Bauzeit wäre kürzer und die Kosten niedriger, aber es gäbe keine Fördergelder und ein Parkdeck wirkt sich negativ aufs Stadtbild aus. Sanierungsbedürftig ist der Platz laut Stadtverwaltung ohnehin. Auch im Bestand würde das mindestens 1,3 Millionen Euro kosten. 

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Kompliziert könnte bei der Tiefgarage aber vor allem der Bau werden. Ernst Harrecker brachte es auf den Punkt: "Wenn das Grundwasser steigt drückt es nach oben. Das hat sich auch bei der Rathaus-Tiefgarage herausgestellt. Entweder müsste die Tiefgarage dann nach unten verankert werden, was aber noch teurer käme. Oder man bebaut die Oberfläche." Zuerst müsse man sich überlegen, was man will, dann könnte ein Investor Vorschläge machen. Harrecker brachte ein mögliches Hotel ins Spiel.

Einkaufsstadt Traunstein braucht zentrumsnahe Parkplätze

Die einzige Gegenstimme kam von Burgi Mörtl-Körner. Bevor man so viel Geld ausgebe, solle man erst Alternativen prüfen. Einen kostenlosen Shuttle vom Festplatz in die Innenstadt oder ein intelligentes Parkleitsystem: "Zukunftsfähig wäre es, mehr Straßenverkehr zu vermeiden." Damit stieß sie auf Widerstand. Die "Einkaufsstadt Traunstein" brauche zentrumsnahe Parkplätze, man könne die Leute in ihrem Parkverhalten nicht umerziehen, so OB Kegel: "Die Leute aus dem Umland fahren sonst wo anders hin."

xe

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