Umstrittenes Vorhaben in Wolkersdorf *Mit Voting*

Keine Mehrheit für Neubau der Rinderzüchter im Ausschuss

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Traunstein - Der geplante Neubau des Rinderzuchtverbands bei Wolkersdorf ist umstritten, eine Bürgerinitiative hat sich bereits gegründet - auch im Stadtrat steht das Vorhaben weiter auf der Kippe.

Damit der Rinderzuchtverband (RZV) in Wolkersdorf neu bauen kann muss dafür auch der Flächennutzungsplan geändert werden. Hier hat der Stadtrat am 24. Oktober das letzte Wort, doch bei den Vorberatungen am Dienstag im Planungsausschuss fiel das Vorhaben durch: Mit 5:4 Stimmen wurde die Änderung abgelehnt. Die Fläche südlich von Wolkersdorf war eigentlich für Wohnbebauung vorgesehen, ein Teil davon soll nun als "Sondergebiet Rinderzuchtverband" ausgewiesen werden.


Diskussion rund um RZV-Neubau brandete wieder auf

"Wir sollten das Verfahren abbrechen. Städtebaulich ist das eine äußerst schwierige Lage", so Christian Hümmer, und Burgi Mörtl-Körner pflichtete bei: "Das führt zur Zersiedelung der Landschaft und einer Verbauung wichtiger Grünflächen." Neben Hümmer und Mörtl-Körner stimmten im Planungsausschuss auch Sepp Kaiser, Ernst Haider und Nikolaus Schneider dagegen. 

An jener Stelle will der Rinderzuchtverband den Neubau für die Viehversteigerungen errichten. Der Stall soll in Ost-West-Richtung gebaut werden, nicht in Nord-Süd-Richtung wie in der Grafik.

Vor allem Oberbürgermeister Christian Kegel und seine SPD-Fraktion verteidigten den geplanten Neubau: "Ja, in Wolkersdorf werden Flächen versiegelt, dafür werden welche am Festplatz nach dem Abriss der Chiemgau-Halle frei. Und was, wenn es den Rinderzuchtverband in Traunstein nicht mehr gibt? Müssen die Landwirte dann nach Mühldorf oder Miesbach fahren? Ist das dann im Sinne der Regionalität?" Man müsse es akzeptieren, dass der RZV vom Festplatz weggehe, so Traudl Wiesholler-Niederlöhner. 

Der RZV kam der Stadt in den vergangenen Jahrzehnten schon entgegen und verkaufte Flächen am Axdorfer Feld, auf der Wartberghöhe oder auf dem Areal der Feuerwehr. "Wir haben deswegen eine Verantwortung, dem Rinderzuchtverband die Fläche anzubieten. Im Gegenzug gewinnen wir ja die Fläche am Festplatz", so Robert Sattler - in den Augen von Christian Hümmer eine falsche Argumentation: "Demnach bekäme der größte Gewerbesteuerzahler auch den größten Grund."

Peter Hierstetter (links) mit weiteren Unterstützern der Bürgerinitiative Wolkersdorf. Die Wiese, auf dem das Foto entstand, will die Stadt dem Rinderzuchtverband für einen Neubau verkaufen.

Schon zuletzt nur Mehrheit von einer Stimme im Stadtrat

Nach dem Einsturz des Stalldachs an der Chiemgau-Halle will der Rinderzuchtverband nicht auf dem gepachteten Grund am Festplatz neu bauen sondern auf eigenem Grund. Man sieht sich in einer "Notlage", um den Betrieb aufrecht erhalten zu können. Dass dem RZV das städtische Grundstück bei Wolkersdorf verkauft werden soll ging im September ohnehin schon nur mit einer hauchdünnen Mehrheit von 12:11 durch den Stadtrat. Man darf gespannt sein, ob sich die Kräfteverhältnisse bis zur nächsten Woche verschieben

Anfang Oktober gründete sich eine Bürgerinitiative gegen die Ansiedlung des RZV und übergab bereits 355 Protestunterschriften an Oberbürgermeister Kegel. Auch vor einem Bürgerbegehren schrecke man nicht zurück, so Initiator Peter Hierstetter. Die Wolkersdorfer befürchten durch den Rinderzuchtverband mehr Lärm und Verkehr, sowie eine Entwertung der angrenzenden Grundstücke. Die Stadtverwaltung argumentiert, dass Geruchtsbelastung oder Lärm auch am jetzigen Standort kein Problem für die Nachbarn sei. 

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Die kommende Stadtratssitzung findet am 24. Oktober um 15 Uhr statt.

xe

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