Impulsveranstaltung im Landratsamt Traunstein

Friedhofsbild muss sich gesellschaftlichem Wandel anpassen

Gaben mit ihren Referaten Impulse für die Diskussion (von links nach rechts): Stephan Jürgenliemk, Josef Holzer, Josef Häusler, Manfred Bulka, Kreisfachberater Markus Breier.
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Gaben mit ihren Referaten Impulse für die Diskussion (von links nach rechts): Stephan Jürgenliemk, Josef Holzer, Josef Häusler, Manfred Bulka, Kreisfachberater Markus Breier.

Kommunale und kirchliche Träger diskutieren Impulse für eine zukunftsfähige Friedhofskultur – Veranstaltung im Landratsamt Traunstein

Pressemitteilung im Wortlaut:


Träger der Friedhöfe kommen in Traunstein zusammen

„Unser Friedhof – Ort des Gedenkens und der Veränderung“ lautete das Thema einer Impulsveranstaltung im Landratsamt Traunstein, in der kommunale und kirchliche Träger der Friedhöfe die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen auf die Friedhofskultur beleuchteten und diskutierten. 35 Interessierte waren der Einladung gefolgt, darunter Pfarrer, Bürgermeister und Mitarbeiter von Gemeinde- und Kirchenverwaltungen.

Friedhof ist ein wichtiger Ort des Trauerbewältigung und des Gedenkens

Für die Aufwandsträger zeigen sich die Veränderungen auf Friedhöfen d urch unbelegte Grabstellen und der Frage nach Alternativen. Oft fehlen Einnahmen für den Unterhalt, während die Kosten für Instandhaltung von Bauwerken und Urnenwänden steigen. Kreisfachberater Markus Breier führte mit Gedanken zum Friedhof als Ort des Gedenkens und der Veränderung ein. „Unsere Friedhöfe sind grüne, kraftvolle Orte. Sie sind für den Einzelnen als auch gesellschaftlich wichtig zur Trauerbewältigung und Erinnerung. Gerade Blumen und Grün spenden Trost, schenken ein Lächeln und sorgen für die lebendige Einbindung in die Umgebung.


Sepp Häusler (5. Von rechts) führte durch den Traunsteiner Waldfriedhof.

Bild des Friedhofs verändert sich

Jedoch verändern persönliche Wünsche und gesellschaftliche Bedürfnisse das klassische Friedhofsbild“, so Breier. „Das traditionelle Familiengrab ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr“, ergänzte Stephan Jürgenliemk von der Treuhandgesellschaft Bayerischer Friedhofsgärtner. So wie es ganz unterschiedliche Wünsche in der Gesellschaft gebe, müsse auch der Friedhof zeitgemäß sein und den Bedürfnissen gerecht werden. Josef Holzer, Gärtnermeister aus Geretsried, zeigte als eine von vielen Möglichkeiten die Schaffung eines Urnengemeinschaftsgrabes auf. In enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Steinmetzen sei ein solcher Bereich in Wolfratshausen geschaffen worden und fände großen Zuspruch.

Gemeinsamer Rundgang um den Traunsteiner Rosenheim

Nach der gemeinsamen Diskussion folgte ein gemeinsamer Rundgang über den Traunsteiner Waldfriedhof. Dieser belegte 2015 beim bayernweiten Wettbewerb „Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur“ den 1. Platz im Landkreis Traunstein. Josef Häusler, ehemaliger Stadtrat und Friedhofsgärtner, führte mit Manfred Bulka von der Friedhofsverwaltung der Stadt Traunstein von den altehrwürdigen Gebäuden im alten Friedhofsteil, vorbei an den traditionsreichen Familien-Gruften, dem Urnengemeinschaftsgrab, an denkmalgeschützten Grabstellen hinüber in den jüngeren Friedhofsteil. 

Friedhof wird immer Ort der Kultur bleiben

Dort waren Urnenwände, Urnengräber, naturnahe und anonyme Bestattung Teil der diskussionsreichen Führung. Den Abschluss bildete die Erläuterung der Baumbestattungen im Friedhof. Beim Rundgang wurde deutlich, dass der Friedhof nur durch das Miteinander von Friedhofsverwaltung, Bestattern, Steinmetzen, Gärtnern und nicht zuletzt den Bürgerinnen und Bürgern zu dem Ort werde, der er ist und bleiben wird: ein Ort der Kultur.

Landtratsamt Traunstein

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