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Seltene Kombination von Violine und Cembalo

Konzert von Antje Weithaas und Mahan Esfahani am 5. September

Antje Weithaas
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Konzert von Antje Weithaas und Mahan Esfahani am 5. September.

Klassizistisch geht es beim fünften Konzert der Traunsteiner Sommerkonzerte zu. Zu hören sind zwei bedeutende Violinsonaten von Bach in E-Dur (BWV 1016) und e-Moll (BWV 1023) und dann zwei Violinsonaten des 20. Jahrhunderts, die die Musik für Cembalo älterer Zeit auf ihre Art reflektieren. Dass dann auch zwei Werke in Solobesetzung nicht fehlen dürfen, ist klar.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Traunstein - Zu Gast in Traunstein ist eine hier vertraute Musikerin: Antje Weithaas, Violine. Ihr Partner ist ein nicht nur in Großbritannien gefragter Cembalist und Weltbürger Mahan Esfahani, dem schon mancher Komponist Solostücke für Cembalo zur Uraufführung anvertraut hat, der aber auch in der Welt der „Clavecinisten“ zu Hause ist. Das Cembalo hatte seinen großen Auftritt in der Barockmusik, war aber nie ganz vom Erdboden verschwunden. Es nahm einen Aufschwung mit „Pleyel“- Instrumenten auf der Pariser Weltausstellung 1889. Ab 1906 kamen bei uns die Firmen Neupert und Steingräber hinzu. Und irgendwann begann ein riesiger Cembaloboom auf der Suche nach der verlorenen (alten) Musik, was zugleich etwas Neues in Bewegung setzte. Auch Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Francis Poulenc oder Hugo Distler entdeckten das Cembalo neu, genau wie die Komponisten des Konzertabends am 5. September. Darius Milhaud aus Frankreich und Walter Piston aus den USA, komponierten ihre leichtfüßigen Violinsonaten mit Cembalo fast zeitgleich, als der Zweite Weltkrieg zu Ende war.

Walter Piston, ein in den USA hochdekorierter Komponist und Enkel eines Seefahrers, schrieb seine Sonatina ganz klassizistisch mit Rhythmen, die an Tänze der Renaissance erinnern und mit einem sehr farbenreichen Dialog der beiden Instrumente. Dagegen bringt Darius Milhaud eine geradezu verspielte Sonate. Er lässt ein kurzes Thema immer wieder wie ein Mantra das ganze Werk durchziehen. Bachs Sonatenkunst ist so zentral für die Kammermusik, dass man da nicht viel sagen muss. Er schrieb auch einige Violinsonaten mit solistischer Mitwirkung des Cembalos. Dazu gehört die prächtige Violinsonate in E-Dur mit „obligatem“, also gleichberechtigtem Cembalo (BWV 1016). Gegenübergestellt wird diesem Werk als ein verhalten-melancholisches Pendant die Sonate in e-Moll (BWV 1023). Der Belgier Eugène Ysaÿe beruft sich als Klassizist direkt auf sein barockes Vorbild Bach. Ysaÿes Solo-Sonate zeigt Anklänge an Bachs Violinsonaten und die Flöten-Partita in a-Moll. Indem er dem Soloinstrument raffinierte Arpeggien und Doppelgriffe abverlangt, schmiegt Ysaÿe sich dem Stil Bachs gekonnt an.

Manches erinnert an die stolzen Cembali-Arpeggien, die so charakteristisch für Barockmusik sind. Ysaÿes eigener Stil wirkt impressionistisch, träumerisch-heiter und sehr galant. Auch auf die Komposition „Insects“ darf man gespannt sein. Es ist ein Cembalo-Solostück von Michael Berkeley, das erst 2020 uraufgeführt wurde, durch Mahan Esfahani. Vielleicht ein Gegenstück zu Ligetis berühmten Cembalowerk „Continuum“, das auch schwirrende kleine Tierchen darstellen könnte? Vermutlich aber macht es Berkeley ganz anders. Das Konzert beginnt um 19.30, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es beim Traunsteiner Tagblatt, Marienstraße 12, 83278 Traunstein, sowie bei www.muenchenticket.de. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

Pressemitteilung Große Kreisstadt Traunstein

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