Zank um Klosterkirche nimmt kein Ende

Kosten nehmen nächste Hürde: "Projekt ist entgleist"

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Im Sommer nächsten Jahres soll das "Kulturforum Klosterkirche" fertig sein.
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Traunstein - Das Projekt Klosterkirche kommt langsam auf die Zielgerade und auch die endgültigen Kosten werden mehr und mehr ersichtlich - sie gehen ein weiteres Mal nach oben.

Es sind keine Riesenschritte mehr und trotzdem steigen die Kosten für die Klosterkirchen-Sanierung Stück für Stück weiter: bei rund 10,6 Millionen Euro liegt man aktuell und die Gesamtkostenprognose überspringt jetzt die Marke von elf Millionen Euro. "Dass das Projekt mit einer Prognose von 11,2 Millionen Euro entgleist ist, liegt auf der Hand", kommentierte CSU-Fraktionschef Christian Hümmer in der vorigen Stadtratssitzung. Sepp Kaiser meinte nur: "Augen zu und durch."

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Den jüngsten Kostensteigerungen wurden vom Stadtrat mit zwei Gegenstimmen (Hümmer, Namberger) zugestimmt. Die neuesten Nachträge summieren sich auf rund 100.000 Euro. Teurer wurden zum Beispiel die Lüftungsanlage oder die Restauration und Risseverfüllung des Gewölbes. Bis Ende Mai 2019 soll der Pausen- und Innenhof fertig sein, bis Juni das ganze Kulturforum selbst und bis Juli auch der Vorbereich mit Ludwigstraße.

Beschlussvorlage der Verwaltung "politisch gefärbt"?

Ein weiterer Kritikpunkt Hümmers: Die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung sei "politisch gefärbt". Dort heißt es, man war sich bereits "beim Erwerb der Klosterkirche (OB Wamsler, CSU) bewusst, dass eine derartige umfassende Sanierung irgendwann notwendig wird". Der Hinweis auf die Parteizugehörigkeit vom früheren Oberbürgermeister Wamsler stellt für Christian Hümmer ein "Novum"dar: "Es ist klar, welche Botschaft hier rübergebracht werden soll." Die hohen Kosten für die Sanierung der Klosterkirche hätten nichts mit ehemaligen Bürgermeistern zu tun, sondern nur mit dem derzeitigen Stadtrat. 

"Es geht hier nicht um Parteipolitik, sondern zu zeigen, dass die Geschichte der Klosterkirche weit zurückreicht", verteidigte sich Christian Kegel. Auch für Thomas Graf war es "glaubhaft, dass früher nicht klar war, wie sich die Kosten entwickeln würden." Die Mehrkosten seien teils unvorhersehbar gewesen und lägen an Schadstoffbelastungen, Instandsetzungsversäumnissen, mangelhaften Planungsunterlagen aus früheren Zeiten oder dem maroden Zustand der Dachstühle. Außerdem muss die Stadt nicht die gesamten 11,2 Millionen Euro tragen, sondern weniger als die Hälfte: etwa 4,8 Millionen Euro. 

xe

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