Bald neue Ampel an Wasserburger Straße wegen Zug

"Dieser leere, geisteskranke Zug": Osenstätter poltert wieder

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Traunstein - Der Bahnübergang zum Industriegebiet Kotzing ist nicht ungefährlich - 2018 wird er deshalb hochgerüstet und auch die Wasserburger Straße zum Teil beampelt. Für Stadtrat Osenstätter eine "geisteskranke Nummer".

Das Problem ist bekannt: Immer wieder wollen Lkw aus der Kotzinger Straße heraus links abbiegen, doch müssen auf den Gleisen warten. Oft kommt es zu brenzligen Situationen, manchmal auch zum Crash zwischen Zügen und Brummis. 2018 wird die Bahn deshalb eine ausgeklügelte "BÜSTRA"-Anlage dort bauen - der Nachteil: Der Straßenverkehr stadteinwärts steht dann an einer neuen, roten Ampel.

Neue Ampel an Wasserburger Straße: "Wie blöd sind wir eigentlich?"

Lesen Sie hier: So viele fahren mit dem Zug Traunstein-Traunreut wirklich

"Für einen leeren, geistesbefreiten Zug, der 70 Liter Diesel auf 100 Kilometer braucht, halten wir jetzt sogar den Verkehr auf der Wasserburger Straße an", schimpfte Stadtrat Wolfgang Osenstätter am Dienstag im Planungsausschuss, nachdem die Pläne konkretisiert wurden: "Die Nummer ist so geisteskrank. Wie blöd sind wir eigentlich?"

Bei der Anlage ist der Zugverkehr aus Traunreut mit der Ampel für die Autofahrer gekoppelt. Bevor sich der Zug nähert, wird der Verkehr stadteinwärts angehalten, damit alle Autos und Laswägen, die vom Gewerbegebiet kommen und sich vielleicht noch auf den Gleisen befinden, diese verlassen können. Stadtauswärts wird es keine Ampel geben. 

Schon einmal holte Wolfgang Osenstätter wegen dem wenig genutzten Zug zwischen Traunstein und Traunreut zum Rundumschlag aus. Inzwischen hat der Kammerer ohnehin beschlossen, sein Stadtratsmandat niederzulegen: "Sowas ist der Grund dafür. Das ärgert mich einfach wie die Sau.

Fünf Wochen Vollsperrung an den beiden Bahnübergängen

Wegen Unfällen wie diesem im September 2016 will die Bahn nicht länger warten.

Doch die Sicherheit hat Vorrang. "Es ist ein Wahnsinn, wie viele Lkw sich nicht an das Linksabbiege-Verbot halten, man mag gar nicht hinschauen", so Manfred Bulka von der Stadtverwaltung. Auch der Bahnübergang an der Wolkersdorfer Straße wird von der Bahn erneuert. Rund 1,6 Millionen Euro investiert die Bahn, der Anteil der Stadt liegt bei 185.000 Euro. 

An der Kotzinger Straße wird die Anlage von 6. August bis 7. September 2018 gebaut. In dieser Zeit gilt eine Vollsperrung. An der Wolkersdorfer Straße gilt das gleiche zwischen 2. Juli und 3. August. Ideal für die Betriebe wäre es gewesen, bis zur Verwirklichung der zweiten Anbindung des Gewerbegebiets über die B304 zu warten, doch laut Bahn sind die Arbeiten unaufschiebbar. 

xe

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