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Berufungsprozess am Landgericht Traunstein geht am 25. August weiter

Beschädigung an „Jodl“-Grab: Aktionskünstler erneut vor Gericht

Berufungsprozess am Landgericht Traunstein wegen Sachbeschädigung am Grab der Familie Jodl auf der Fraueninsel
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Wegen Sachbeschädigung am Grab der Familie Jodl auf der Fraueninsel muss sich der Münchner Künstler Wolfram Kastner vor dem Landgericht Traunstein verantworten.
  • Marina Birkhof
    VonMarina Birkhof
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Der Prozess um das beschädigte „Jodl“-Grab auf dem Klosterfriedhof der Fraueninsel geht am Mittwoch, 25. August in die nächste Instanz. Der Münchner Aktionskünstler Wolfram Kastner muss sich erneut vor dem Landgericht Traunstein verantworten.

Traunstein/Chiemsee - Der Berufungsprozess war damals unterbrochen worden, weil die Verteidigung eine Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht abwarten wollte. Diese wurde inzwischen verworfen. Das Landgericht entscheidet jetzt über die Berufung des Aktionskünstlers.

**chiemgau24.de wird im Nachgang über den Prozess berichten.**

Kastner protestierte in den vergangenen Jahren regelmäßig mit verschiedenen Aktionen vor Ort auf der Insel im Chiemsee, beschmierte das Familiengrab unter anderem mit roter Farbe, und musste Schadensersatz zahlen.

Kastner: „Freiheit der Kunst als Grundrecht“

Der 74-jährige Künstler sieht der Verhandlung gelassen entgegen, wie er bereits im Gespräch mit chiemgau24.de im Mai betonte und nun schriftlich mitteilt: Er sitze, so unterstreicht er, wegen eines „angeblichen Diebstahls, der nie stattfand“, einer „Nötigung, die ebenso wenig stattfand“ sowie „Sachbeschädigung an einem rechtswidrigen Ehrenkreuz für den Nazi-General und Massenmörder Jodl“ auf der Anklagebank. Ihm drohe wohl eine Strafe von bis zu 150 Tagessätzen, ersatzweise Haft.

„Man wird sehen, ob Staatsanwaltschaft und Gericht in der Lage sind zwischen einem Grab und einem Ehrenkreuz für eine Kriegsverbrecher zu unterscheiden. Man wird sehen, ob sie erklären kann, dass die Ehrung des Nazi-Generals auf einem öffentlichen Friedhof schützenswert ist und dem Wohle der Allgemeinheit dient und man wird sehen, ob und wie sie die Freiheit der Kunst als Grundrecht schätzen“, untermauert Kastner noch vor Beginn des Prozesses.

Das „Jodl-Grab“ auf dem Klosterfriedhof der Fraueninsel im Chiemsee. Der Name des Wehrmachtsgenerals Alfred Jodl wurde inzwischen durch „Familie Jodl“ ersetzt. Davor ist eine Thuja gepflanzt.

In dem Grab auf dem Klosterfriedhof sind lediglich die beiden Frauen Jodls, Irma und Luise, bestattet - Jodl selbst nicht. Er wurde 1946 als NS-Kriegsverbrecher hingerichtet, seine Asche nach der Hinrichtung als Kriegsverbrecher in die Isar gestreut

Auf dem Gedenkstein in Kreuzform standen bis zum Sommer 2021 noch seine Lebens- und Sterbedaten, die Darstellung des Eisernen Kreuzes sowie sein Militärrang eines Generalobersts. Dies wurde inzwischen entfernt und durch den Schriftzug „Familie Jodl“ ersetzt. Davor ist eine Thuja gepflanzt.

mb

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