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Traunstein

Im Rahmen der Architektouren 2022: Lechner Architekten GmbH stellt Projekte vor

Aubergtunnel
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Der Aubergtunnel kann am 25. Juni besichtigt werden.

Traunstein - Im Rahmen der Architektouren 2022 können auch Projekte der Lechner Architekten GmbH besichtigt werden.

Die Meldung im Wortlaut

Eine Wand für das Miteinander von Mensch und Fledermaus

Nach intensiver Vorbereitung wurde 2020 mit der Fertigstellung des Aubergtunnels in Altenmarkt a. d. Alz eine deutliche Entlastung der Bewohner vom Durchgangsverkehr erreicht. Um das Projekt jedoch überhaupt realisieren zu können, waren die vielschichtigen Belange der natürlichen Umgebung, insbesondere der bedrohten Fledermausarten vor Ort zu würdigen. Entsprechend mussten über den Portalen 4 Meter hohe Wände vorgesehen werden, die – geschützt vor Irritation durch Scheinwerfer und Schall des Verkehrs – Flugbewegungen der Fledermäuse entlang des anliegenden Waldsaums ermöglichen.

In enger Zusammenarbeit mit dem Bauherrn, dem Staatlichen Bauamt Traunstein und der Autobahndirektion Südbayern war es Aufgabe der Planer Lechner · Lechner Architekten GmbH, diese weithin sichtbaren Bauteile in ein ganzheitliches Konzept der Portalgestaltung zu integrieren. Zusätzlich war am Nordportal hierbei noch das Betriebsgebäude zu berücksichtigen. Entscheidend für die Findung von Geometrie und Gestalt war es, den Bogen der eigentlichen Tunnelportale wie auch den Schwung der Strasse aufzunehmen und die Irritationsschutzwand analog geschwungen, in der gesamten Höhe sichtbar, über die Tunneleinfahrt zu führen – gleichsam als Krone oder Kragen.

Durch diese Referenzen von Strasse, Portal und Irritationsschutzwand aufeinander konnte ein Ganzes aus Einzelteilen gefügt werden, das seine Grosszügigkeit nicht versteckt und sich gleichwohl in die Landschaft einbettet. Unter dem Blick des nahen Klosters Baumburg erhält der Portalbogen an der westlichen Einfahrt von Wasserburg kommend so eine leicht zurückversetzte Aufdoppelung, der aus den Fusspunkten links und rechts der Strasse auf- und wieder eintaucht. Am Nordportal wird dieses Thema erweitert. Der Schwung der Wände beginnt talseitig am Portalfuss, verläuft um und über das Torgewölbe, um dann in sanfter Kurvung weiter zum Betriebsgebäude zu führen, auch hier darum herum und von da wieder zum Boden zu gelangen.

Die Bekleidung der Flächen besteht aus Lärchenholz-Bohlen in unterschiedlichen Profilen und bildet aus Licht und Schatten ein lebendiges Element, gewissermassen eine Haut, die an die Schwingen der Fledermaus-Flügel erinnert. Die Holzbohlen verweisen dazu auf den darüber- und dahinterliegenden Wald und vermitteln eine positive, natürlich warme Stimmung. Gefasst und überhöht wird das Ganze von der Attikaabdeckung aus Edelstahl, die sich als silbern glänzendes Band – einer elegant gekurvten Strasse ähnlich – an den gekrümmten Flächen windet und diese zugleich abschliesst.

In Summe erinnern die geschwungenen Konstruktionen für die Irritationsschutzwand weniger an ein klassisches Bauwerk, als vielmehr an ein Werk der landart, das die vielfältigen funktionalen, landschaftlichen und gestalterischen Anforderungen miteinander in Verbindung bringt – und einhergehend auch das Miteinander von Mensch und Fledermaus.

Das Nordportal des Aubergtunnels kann am 25. Juni von 10 bis 11 Uhr im Beisein des Bauherrn und des Architekten besichtigt werden. Treffpunkt ist der Zufahrtsweg zum Betriebsgebäude (der vom Kreisverkehr nördlich des Nordportals als nicht beschilderter Abzweig abgeht).

Zeitgemässe Produktionsstätte im Chiemgau

Auch das Nowofol Werk 4 ist am 25. Juni zu besichtigen.

An markanter Lage im Voralpenland ist mit dem weiß-silbernen Werk 4 der Firma Nowofol in Siegsdorf eine zeitgemäße Produktionsstätte entstanden, die in vielfältiger Weise ihrer Umgebung, ihrer Funktion und ihrem Bauherrn einen baulichen Ausdruck verleiht. In enger Zusammenarbeit war es dem Bauherrn und den Planern Lechner · Lechner Architekten GmbH ein besonderes Anliegen, die Belange der Produktion und insbesondere der Mitarbeiter mit denen des umgebenden Natur- und Landschaftsraums zu verbinden.

Es wurde auf einer quadratischen Grundfläche von gut 70x70 Metern eine nachhaltige Grundrissstruktur entwickelt, in der die beiden, flexibel anpassbaren Hallenschiffe mit hochmodernen Produktionsanlagen durch mehrgeschossige Bauteile mit komplementärer Nutzung untergliedert werden. Im mittigen ‚Rückgrat‘ und dem nördlich abschliessenden ‚Kopfbau‘ sind die weiteren Nutzungen wie Technik-, Lager-, Neben- und Sozialräume, die Verwaltung und die Werkstätten untergebracht.

Von aussen betrachtet war die besondere, sensible Lage des Projekts zu respektieren. Im Ortsraum bildet es – nördlich von der nahen A8 – den Abschluss von Siegsdorf. Naturräumlich blickt es eingebettet in die Flussauen der Traun und liegt vor der eindrücklichen Kulisse der Chiemgauer Alpen. Entsprechend sorgfältig wurden die Fassaden gestaltet. Das Volumen des Baukörpers wird primär durch hervortretende Bauteile und durch eine klassische Dreiteilung der Ansichtsflächen gegliedert und maßstäblich gemacht.

Die Haupt-Fassadenfläche ist mit einer ruhig bewegten, lebendigen Textur versehen, in der sich Elemente der Umgebung, des Produktionsprozesses und das Selbstverständnis des Bauherrn repräsentieren und zu einem poetischen Ganzen verdichten. Im Licht-Spiel des Tages von Sonne und Schatten mit den weiss-grau-silbernen, seidenmatten Farben, Flächen und Linien ergibt sich in Summe so ein funktionales, zukunftsorientiertes Bauwerk, das sich licht und leicht, selbstbewusst und selbstverständlich in seine oberbayrische Umgebung einfügt.

Das Werk 4 kann am 25. Juni von 10 bis 11 im Beisein des Bauherrn und des Architekten besichtigt werden. Treffpunkt ist der Parkplatz am Gastager Feld 5, 83313 Siegsdorf.

Pressemitteilung Lechner Architekten GmbH

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