Video von Onboard-Kamera gibt Eindruck

"Motorzone" nicht mehr erlauben? Heftige Debatte in Traunstein

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Foto von der Motorzone 2017, die in den Vorjahren noch in Seebruck ausgetragen wurde. 
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Traunstein - PS-starke Sportwagen, die auf eigens gesperrten Straßen Gas geben können - die "Motorzone" war nicht Jedermanns Sache. Sollte sie für 2019 wieder erlaubt werden? *Mit Voting*

50 Sportwagen mit mehreren hundert PS und zehn Motorräder kamen am 6. Oktober zur "Motorzone Chiemgau" nach Wolkersdorf bei Traunstein. Die Straßen rundherum, unter anderem der Erlstätter Berg, wurden dafür gesperrt. Nach langer Diskussion sprach sich der Traunsteiner Hauptausschuss am Donnerstag mit 6:2 Stimmen dafür aus, die Veranstaltung 2019 wieder zu genehmigen. Traudl Wiesholler-Niederlöhner und Thomas Stadler stimmten dagegen. Endgültig entscheiden wird der Stadtrat am Donnerstag. 

Polizei will blitzen, Anwohnerin droht mit Protest

Lief die Motorzone Anfang Oktober glatt über die Bühne? Die Stadtverwaltung ist zwiegespalten. "Alles ist unfallfrei abgelaufen, die Feuerwehr hat sich toll engagiert, nur beim Parken gab es kleinere organisatorische Mängel", so Manfred Bulka vom Ordnungsamt - doch es gibt auch ein großes Aber: "Die Polizei ist strikt dagegen. Die Autos sind den Erlstätter Berg hinaufgefahren, das war jenseits von Gut und Böse", so Bulka (siehe Video unten).

Neue Bilder von der "Motorzone Seebruck"

Auch wenn die Straßen gesperrt waren, galten für die Sportwagenfahrer die Geschwindigkeitsbegrenzungen - theoretisch zumindest. "Dass da nicht nach der StVO gefahren wird, ist auch irgendwo klar. Sonst bräuchte man so eine Veranstaltung ja auch nicht", so Ordnungsamtsleiter Bulka. Die Polizei kündigt dagegen schon jetzt an, nächstes Jahr blitzen zu wollen und eine Anwohnerin aus Erlstätt droht mit einer Unterschriftenaktion.

Darf man beim Motorsport die Sinnfrage stellen?

"Ich bin dagegen, weil ich den Sinn von sowas einfach nicht erkennen kann. Ich hab' mir das angeschaut, das war ein Gestank und ein Lärm, ich dachte, ich bin im falschen Film", so Traudl Wiesholler-Niederlöhner aufgebracht. Auch Thomas Stadler sprach "in Zeiten von Dieselskandal und Klimaschutz von einem falschen Signal".

Am vehementesten hielt Hans Zillner dagegen: "Wenn man hier nach dem Sinn fragt, hätte auch ein Fußballspiel keinen Sinn. Fast jeder steigt wegen 200 Metern zum Milli-Holen ins Auto, und trotzdem wären dann viele gegen den Motorsport." Für Wiesholler-Niederlöhner kein Argument: "Ein Fußballer bewegt sich zumindest noch, aber die drücken einfach nur aufs Gaspedal."

In 2019 will der Veranstalter die "Motorzone" auf zwei Tage ausweiten: Am ersten Tag Fahrzeugpräsentation am Stadtplatz, am zweiten Tag die Demonstrationsfahrten rund um Wolkersdorf. Auch ein Dutzend heimische Firmen als Sponsoren hat der Veranstalter wohl schon. Geplant wird für Ende September oder Anfang Oktober. "Wenn wir das nicht mehr genehmigen, müssten wir auch das Oldtimer-Rennen auf den Hochberg oder den Chiemsee-Triathlon verbieten - allein wegen der Straßensperrungen", argumentierte Ernst Haider und mahnte zur Toleranz.

Videos von der Motorzone 2018 in Traunstein

Onboard-Kamera: Ab Minute 1:20 geht es den Erlstätter Berg hinauf

xe

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