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 Flammeninferno in Großkarolinenfelder Netto: Prozess am Landgericht

Mutmaßlicher Brandstifter (30): „An diesem Tag ist etwas in mir explodiert“ - nächster Verhandlungstag in einer Woche

Brandanschlag Netto Großkarolinenfeld Landgericht Traunstein
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Im Juni 2021 brannte eine Netto-Filiale nach einem Brandanschlag bis auf die Grundmauern nieder. Ein 30-Jähriger Mann steht nun vor dem Landgericht Traunstein - er soll das Gebäude mutmaßlich abgefackelt haben.

Traunstein/Großkarolinenfeld -Trieben Wahnvorstellungen einen Großkarolinenfelder dazu, die Netto-Filiale in der Wendelsteinstraße in Schutt und Asche zu legen? Diese Frage wird am Montag (29. November) am Landgericht Traunstein geklärt. Die Schadenshöhe an dem niedergebrannten Gebäude ging damals in die Millionen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein 30-Jähriger Mann aus Großkarolinenfeld steht vor Gericht
  • Er soll im Sommer 2021 das Gebäude eines Supermarktes angezündet zu haben
  • Am 29 November kommt es zum Prozess am Landgericht Traunstein
  • Der Angeklagte zeigt sich reumütig
  • Kripo-Beamte wird vernommen
  • Die Verhandlung wird nächste Woche fortgeführt

Update, 14.39 Uhr - Keine Rede von Diebstahl bei Vernehmung mit der Polizei

Laut der Aussage eines Kriminalbeamten in Rosenheim sei die Polizei an diesem Juni-Abend wegen des Verdachts des Einbruchs nach Großkarolinenfeld ausgerückt. Ein Zeuge habe eine Person um die Netto-Filiale schleichen sehen und Geräusche an der Eingangstüre vernommen. Die Beamten hätten vor Ort den mutmaßlichen Täter noch im Gebäude gefasst, er habe sich widerstandslos festnehmen lassen.

Im Inneren habe man mehrere Brandstellen entdeckt. Das Feuer habe sich rasch ausgebreitet. Innerhalb von einer Viertelstunde hätten die Flammen eine derartige Intensität angenommen, dass sie nicht mehr löschbar gewesen seien. Die Feuerwehren hätten den Supermarkt nicht retten können.

In der Vernehmung habe der Angeklagte das Motiv seiner Tat nicht benennen können. Er habe gegenüber der Polizei angegeben, Probleme zu haben. Es sei vermehrt die Rede von einer Art „Rauschen im Ohr“ gewesen, das den Angeklagten schier „wahnsinnig“ gemacht habe. Von Diebstahl habe der Beschuldigte zu keinem Zeitpunkt gesprochen.

Die Verhandlung wird unterbrochen und nächste Woche fortgeführt. Am Montag, 6. Dezember, werden zwei wichtige Zeugen gehört, ehe Plädoyers und Urteil erwartet werden.

Update, 11.34 Uhr - Angeklagter zeigt sich geständig und voller Reue

Richter Andreas Bartschmid eröffnet um 9 Uhr die Sitzung der zweiten Kammer des Strafgerichts am Landgericht Traunstein. Das Sicherungsverfahren dreht sich um eine mögliche Unterbringung des mutmaßlichen Täters in einer psychiatrischen Klinik.

Staatsanwalt Markus Andrä verliest die Anklageschrift, in der dem Beschuldigten unter anderem Brandstiftung vorgeworfen wird: Er soll vorsätzlich in dem Gebäude in Großkarolinenfeld das Warenlager sowie Vorräte in Brand gesetzt und den Supermarkt so gänzlich zerstört haben. Der Gesamtschaden an der Netto-Filiale beträgt über 3,5 Millionen Euro.

Zum Zeitpunkt der Tat soll der Angeklagte unter psychischen Beeinträchtigungen, darunter Wahnvorstellungen, gelitten haben, die in der Vergangenheit nicht medikamentös behandelt worden seien. Daher stellt die Staatsanwaltschaft die Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten in Frage. Dank eines Dolmetschers wird die Verhandlung abwechselnd auf bosnisch und englisch geführt.

Der Angeklagte mit kroatischen Wurzeln sei vor etwa neun Monaten von Frankfurt nach Großkarolinenfeld gekommen, nachdem er seinen Job in der Großstadt verloren habe. Eine Schwester in Rosenheim habe ihm Hilfe angeboten. Er habe in der Gemeinde im Kreis Rosenheim schließlich eine Schwarzarbeit auf einer Baustelle bekommen.

Der Angeklagte gibt im weiteren Verlauf der Verhandlung zu, die Netto-Filiale Ende Juni in Brand gesetzt zu haben. Er sei zu der Zeit sehr unter Stress gestanden, habe mehr als zehn Stunden gearbeitet, auch sonntags. Privat habe er „kleinere Probleme“ gehabt, darunter Streitigkeiten mit seiner Schwester. Der größte Stress habe jedoch vom Job her gerührt. Am Tag der Tat habe er zuvor eine Auseinandersetzung mit seinem Chef gehabt.

„Es kam alles zusammen und an diesem Tag ist etwas in mir explodiert. Dann habe ich getan, was ich getan habe“, räumt der Angeklagte vor Gericht ein. „Ich habe einen Stein gegen die Tür des Supermarkts geworfen, bin hineingegangen und wollte Geld aus der Kasse nehmen. Aber es war kein Geld da.“

Dies habe in ihm „etwas ausgelöst“, es sei „irgendetwas passiert“. Er habe an zwei oder drei Stellen im Supermarkt Feuer mithilfe eines Feuerzeugs und eines Deo-Sprays, das er im Supermarkt gefunden habe, gelegt.

„Bis ich im Supermarkt war, war meine Absicht nicht, ihn anzuzünden. Ich wollte nur Geld nehmen und keinen so großen Schaden bereiten“, schildert der 30-Jährige reumütig auf Nachfrage von Richter Bartschmid. „Wenn ich Geld gefunden hätte, hätte ich es genommen und wäre nach Hause gegangen.“

Weshalb er ausgerechnet die Netto-Filiale ausgewählt hatte, kann der Angeklagte nicht erklären. Am Tatabend sei er laut eigener Aussage nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gestanden. Es tue ihm „sehr leid“, er fühle sich „schlecht und beschämt“, wie er in Bezug auf die Brandstiftung betont.

Vorbericht

Es war ein Flammeninferno, dessen Ausmaß noch weiter über die Gemeindegrenze von Großkarolinenfeld zu erkennen war: An einem heißen Sommerabend Ende Juni 2021 soll ein 30-jähriger Mann aus Großkarolinenfeld das Gebäude des Nettos angezündet haben.

Supermarkt in Großkarolinenfeld geht in Flammen auf

Brand eines Supermarktes am 25. Juni.
Brand eines Supermarktes am 25. Juni. © jre
Brand eines Supermarktes am 25. Juni.
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Brand eines Supermarktes am 25. Juni.
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Brand eines Supermarktes am 25. Juni.
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Brand eines Supermarktes am 25. Juni.
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Brand eines Supermarktes am 25. Juni.
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Brand eines Supermarktes am 25. Juni.
Brand eines Supermarktes am 25. Juni. © jre

Schuldfähigkeit und Zurechnungsfähigkeit auf dem Prüfstand

Die Netto-Filiale brannte bis auf die Grundmauern nieder. Die Polizei nahm damals noch vor Ort einen Mann fest. Er stand unter dringendem Verdacht, in das Gebäude eingedrungen zu sein und dort das Feuer gelegt zu haben. Der 30-Jährige wurde damals in eine Psychiatrie eingewiesen und muss sich nun vor dem Landgericht Traunstein verantworten.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Beschuldigten unter anderem zur Last, vorsätzliche Brandstiftung verübt zu haben. Ab 9 Uhr wird in den Räumen des Landgerichts geklärt, inwiefern der psychisch labile Mann zum Zeitpunkt der Tat schuldfähig war und inwieweit er zurechnungsfähig ist. chiemgau24.de berichtet von vor Ort aus dem Landgericht Traunstein.

Helle Aufregung in Großkarolinenfeld nach Großbrand

Noch in der Nacht sowie am Tag nach der Katastrophe war die abgefackelte Netto-Filiale Gesprächsthema Nummer eins in der 7300-Seelen-Gemeinde.

Unzählige Bürger samt Kind und Kegel im Gepäck pilgerten zum Schauplatz der Verwüstung, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen - viele sahen noch am Abend die Rauchsäule und vernahmen den Brandgeruch. Darunter Marktleiterin Sabine Wirsing, der das Entsetzen am nächsten Tag ins Gesicht geschrieben stand, als sie die Ruine erblickte.

Der Tag nach dem Brand des Supermarktes in Großkarolinenfeld am 25. Juni

Der Tag nach dem Brand des Supermarktes in Großkarolinenfeld am 25. Juni .
Der Tag nach dem Brand des Supermarktes in Großkarolinenfeld am 25. Juni . © mb
Der Tag nach dem Brand des Supermarktes in Großkarolinenfeld am 25. Juni .
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Auch Bürgermeister Bernd Fessler war in der Nacht vor Ort - und zeigte sich schockiert ob des Ausmaßes. Trotz allen Entsetzens hatte er lobende Worte für die zahlreichen Rettungskräfte parat.

Insgesamt 170 Personen von Feuerwehr, Polizei, THW und Rettungsdienst waren vor Ort zugange, um dem Großbrand, der den Netto-Markt in Schutt und Asche legte, her zu werden - darunter Max Goldbrunner, Kreisbrandinspektor für den Bereich Bad Aibling, der den Einsatz in der Nacht für mangfall24.de zusammengefasst hatte.

mb

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