Hofbräuhaus Traunstein vor nächster Rüge

"Bräu und Gattin lassen sich eigenen Bierdeckel nicht verbieten"

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Um diese Werbung des Hofbräuhaus Traunstein geht's diesmal. Sie stammt aus dem Jahr 2005 und wurde damals auf große Plakate gedruckt, heute findet man das Motiv auf Bierdeckeln.
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Traunstein - Jetzt ist das nächste Kapitel "Werberat gegen Hofbräuhaus" beendet: Der Brauerei steht die nächste öffentliche Rüge ins Haus - wegen des Bierdeckels, auf dem der Bräu mit seiner Frau zu sehen ist. 

"Hilft in Sekunden – wirkt für Stunden" steht auf dem Bierfilz, darunter: Brauerei-Inhaber Maximilian Sailer und seine Frau Birgit, eng umschlungen. Wie bereits berichtet, kritisierte der Deutsche Werberat das Hofbräuhaus Traunstein wegen dieser Werbung - am 28. März ist nun auch die "Präsenzsitzung" des Werberats "einstimmig zu der Auffassung gelangt, dass damit gegen die Verhaltensregeln des Werberats" verstoßen wird. 

So argumentieren Werberat und Hofbräuhaus

Beim Betrachter entstehe der Eindruck, "dass der Konsum Ihres Biers zu einer positiven Grundstimmung beitragen und damit auch den zwischenmenschlichen Umgang, hier speziell zwischen Mann und Frau, erleichtern kann", so der Werberat. Am Ende des Werberat-Schreibens ans Hofbräuhaus wird noch auf eine "öffentliche Rüge" hingewiesen, falls man weiter mit dem Bierfilz wirbt.

Auch "Brisant" (ARD) und "quer" (BR) berichteten über den "Bussi-Bierdeckel"

Beim Traunsteiner Hofbräuhaus denkt man - natürlich - nicht daran, die Bierdeckel jetzt einzustampfen: "Ganz abgesehen davon, dass sich der Brauereieigentümer mit Gattin seinen eigenen Bierdeckel eh nicht verbieten lässt", wie die Brauerei dem Werberat antwortet. Das Motiv sei schließlich auch schon seit 14 Jahren in Umlauf. "Beenden wir nun die an wirren Haaren herbeigezogene Bierdeckel-G'schicht selbsternannter Gutmenschen, die die Welt nicht braucht", heißt es in dem von Geschäftsführer Josef Schumacher, Bernhard und Maximilian Sailer unterschriebenen Brief.

Hofbräuhaus: Unterschied zwischen "Neger-Plakat" und Bierdeckeln

Damit ist es schon das dritte Mal, dass das Hofbräuhaus Traunstein in Clinch mit dem Deutschen Werberat liegt: Da war das Plakat, das einen Schwarzen mit Masskrug zeigt, darunter der Spruch "A Preiß kon nie a Bayer werdn, a Neger aber scho". 2017 der erste "Skandal-Bierdeckel" mit dem Dekolleté einer Bedienung und zwei Masskrügen ("Was darf's sein?") und jetzt, 2019, Bierdeckel Nr. 2. 

An den Bierfilzln hält das Hofbräuhaus fest, das genannte Plakat sieht man aber nicht mehr - warum? "Das Motiv stammt aus einem Fotoshooting Ende der 1980er-Jahre und wurde außer in der Zeltdekoration nie als allgemeines Werbemotiv eingesetzt", so Josef Schumacher gegenüber chiemgau24.de: "Und was nicht existiert, muss auch nicht eingestampft werden. Die Bierdeckelmotive zeigen uns selbst und hier dulden wir keine Beschneidung unserer Kreativität."

xe

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